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Leipziger Bergsteiger will auf einen Eisriesen in Feuerland

Olaf Riecks nächstes Ziel Leipziger Bergsteiger will auf einen Eisriesen in Feuerland

Vor der waghalsigen Expedition ans andere Ende der Welt stehen für den Leipziger Alpinisten Olaf Rieck viele Trainingseinheiten auf dem Programm. Er will Ende des Jahres nach Chile aufbrechen, dort per Kajak über den Beagle-Kanal Feuerland erreichen und den 2246 Meter hohen Monte Sarmiento besteigen.

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Der Leipziger Olaf Rieck (r.) und sein Expeditionspartner Falk Liebstein in Überlebensanzügen.

Quelle: Olaf Rieck

Leipzig. Der Riese gilt nicht nur als einer der schönsten Berge der Welt, sondern auch als einer, der extrem schwer zu nehmen ist. Er wirkt wie ein in den Regenwald gepflanztes grandioses Monument, ist vergletschert und an den Flanken von Eispilzen überwuchert.

Vielen Gipfelstürmern hat der Koloss schon die kalte Schulter gezeigt, ist erst drei- oder viermal erobert worden. Und noch nie über jene Aufstiegsroute, die Rieck (50) und seinen aus Wehlen in der Sächsischen Schweiz stammender Expeditionspartner Falk Liebstein (48) bis ganz nach oben führen soll. "Falk ist ein ausgezeichneter Kletterer und war der Impulsgeber, den Monte Sarmiento anzugehen", erzählt Rieck.

Er selbst kam auf die Idee, das Zielgebiet mit zwei Kajaks anzusteuern, in denen auch jeweils 100 Kilo Ausrüstung verstaut sind "Es war erst eine fixe Idee, aber jetzt basiert darauf unser Plan." Und der sieht so aus: Am 27. Dezember wollen beide nach Chile starten und von der Stadt Punta Arenas aus eine neue Straße zum weiteren Fortkommen nutzen, die entlang des Beagle-Kanals führt. Dieser verbindet nicht nur den Atlantik mit dem Pazifik, er trennt auch Festland und Feuerland und ist mit seinen Winden und Strömungen ein unberechenbares Gewässer.

"Wir müssen dann rund 100 Kilometer entlang der Küste paddeln und den launischen Kanal anschließend auf einer Distanz vom zwölf Kilometern queren", erzählt Rieck. Nach dem Gipfelsturm steht bei der Rückreise die gleiche Seefahrt an. Bis zum 2. Februar 2016 soll das Unternehmen dauern, auf das sich Rieck und Liebstein intensiv vorbereiten. Nächste Woche üben sie in der Lübecker Bucht unter fachmännischer Anleitung die Selbstrettung inklusive der sogenannten Eskimo-Rolle beim Kajak-Kentern auf der Ostsee. Danach will Rieck mit einem solchen Boot Rügen umrunden. Zwar war er, der regelmäßig im Himalaya agiert und unter anderem schon auf zwei 8000ern stand, früher bereits mit dem Kajak in Fjorden Spitzbergens und Alaskas unterwegs, aber "diese Erfahrungen reichen für das große Feuerland-Projekt längst nicht aus". Überlebensanzüge, die schnelle Unterkühlung beim Fall ins Wasser verhindern, werden Rieck und Liebstein in Südamerika tragen und moderne Kommunikationstechnik dabei haben. "Die habe ich mir geleistet", so Rieck. Sie gehört auch zum Forderungskatalog der chilenischen Behörden, mit denen Rieck in Kontakt steht, um die notwendigen Genehmigungen für die Expedition zu erhalten.

Es sei ebenso schwierig, die Formalitäten zu klären, wie einen Transport der Kajaks nach Punta Arenas zu organisieren, schildert er die Vorbereitungen. Andererseits habe sich durch einen glücklichen Zufall ein Treffen mit dem Hamburger Ralf Gantzhorn ergeben, der schon mehrfach den Monte Sarmiento besuchte und dessen Westgipfel erreichte. Rieck: "Von ihm habe ich viel über den Berg erfahren und aussagekräftige Fotos bekommen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.08.2015
Mario Beck

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