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Leipziger Bierbörse – Ein Prosit auf die Vielfalt

Zehntausende Besucher Leipziger Bierbörse – Ein Prosit auf die Vielfalt

Heimische und exotische Biere lockten am Wochenende Zehntausende zur 18. Leipziger Bierbörse. Die Besucher konnten 900 verschiedene Sorten aus allen Kontinenten kosten. Craft Beer standen diesmal im Mittelpunkt der Bierbörse.

Bier-Pilger unterm Völkerschlachtdenkmal.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Ein Prosit auf die Vielfalt: Übersee-Hopfen, Insel-Kreide, Meerjungfrau natursauer, Rattenbräu, Ziegenbock, Feieromd oder Klosterbier – heimische und exotische Biere lockten am Wochenende Zehntausende zur 18. Leipziger Bierbörse. 900 verschiedene Sorten aus allen Kontinenten konnten an Bierständen und in Biergärten auf der Straße des 18. Oktober nahe dem Völkerschlachtdenkmal gekostet werden. Craftbiere standen diesmal im Mittelpunkt der Bierbörse.

Ob fruchtig, herb oder exotisch: Craftbiere kennen kaum Geschmacksgrenzen – sie sind das Gegenstück zu industriell hergestelltem Bier. Ein Trend – der schon seit einiger Zeit die Brauereiszene aufmischt. „Das Wort Craft kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie handwerklich hergestellt. Craft Beer schmeckt anders als die normalen Industriebiere“, weiß Kay Rohr. „Wichtig ist beim Craft Beer, dass nur natürliche Zutaten verwendet werden und keine künstlichen Aromen oder Konservierungsstoffe. Es ist hopfenbetont und aromanintensiv“, so der Veranstalter der Bierbörse. „Die Craftbiere bereichern den Markt. Es sind die geilsten Biere der Welt.“ Dass viele Bierfreunde genug vom Einheitsgeschmack haben, weiß auch Uwe Schneider von der Gasthausbrauerei „Zur Ratte“ aus dem Leipziger Ortsteil Hartmannsdorf. „Ich will guten Genuss“, betont der Gastronom. „Viele Industriebiere sind 08/15. Da geht die Vielfalt verloren. Mein Schwarzbier ist bissel malzig; Melone gibt meinem Kellerbier Geschmack.“ Anregungen für seine Braukunst bekommt er von Tochter Susann, die Brau- und Getränketechnologie am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TU München lehrt.

Das Reinheitsgebot ist die Basis für die Spezialbiere der Insel-Brauerei Rügen. „Doch anstelle von im Reinheitsgebot zugelassenen industriellen Hilfsstoffen verwenden wir historische und natürliche Zutaten“, erklären die Fachleute aus Rambin. „Wir brauen nur mit Naturhopfen. Für jede Biersorte verwenden wir eine eigene Hefe – in Verbindung mit der Flaschenreifung gibt das sehr unterschiedliche Geschmacksnoten“, so die Rügener Brauer. Für Ansturm sorgte nicht nur das besondere Insel-Wasser – neugierig auf Insel Kap Baltic Dubbel oder eben Meer Jungfrau naturbelassen machten schon die aufwändig gestalteten Flaschenetiketten.

Ein weiterer Anziehungspunkt – die Spezialbiere der belgischen Brauerei Grimbergen. „Einzigartig und belebend“, macht „Bruder“ Dieter gespannt auf die Getränke der einstigen Klosterbrauerei. „Bei uns gibt es kein schnell produziertes ,Computerbier’. Unser Dunkles ist zweimal vergoren, hat einen hohen Malzgehalt, eine milde Würze und ist lieblich im Abgang. Mit Schwung in den offenen Kelch gegossen, verbindet es sich mit Sauerstoff – da gibt’s viel zu entdecken für die Geschmacksnerven. Das ist der kleine, feine Unterschied zu vielen Industriebieren“, so der Fachmann. „Mich fasziniert, was man mit wenigen Zutaten Tolles erreichen kann“, sagt Dietmar Müller – der Kleinpösnaer schätzt Feieromd und andere Craftbiere aus der erzgebirgischen Brauerei-Gasthof Zwönitz. „Die ausgewählte Rohstoffe und die besonderen Hopfenaromen aus aller Welt“, lobt Niklas Miesch bei den Craftbieren: „Viele neue Geschmackserlebnisse gibt es auf der Leipziger Bierbörse zu entdecken“, so der Essener, der einmal Brauereiwesen studieren möchte.

Von Ingrid Hildebrandt

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