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Leipziger Bierbörse droht das Aus – Stadt verdreifacht Miete am Völkerschlachtdenkmal

Leipziger Bierbörse droht das Aus – Stadt verdreifacht Miete am Völkerschlachtdenkmal

Mit hunderten verschiedenen Biersorten lockt sie jedes Jahr zehntausende Besucher vor das Völkerschlachtdenkmal. Doch ausgerechnet im 15. Jahr ihres Bestehens droht der traditionellen Leipziger Bierbörse nun das Aus.

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Zenhtausende Besucher lockt die Leipziger Bierbörse jedes Jahr im Juni vor das Völkerschlachtdenkmal. Nun droht dem traditionellen Brauerei-Festival das Aus.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Weil die Stadt die Platzmiete verdreifachen will, steht das Brauerei-Festival im Juni ebenso wie der Töpfermarkt im Juli auf der Kippe. Veranstalter sowie die Industrie- und Handelskammer (IHK) schlagen deshalb Alarm. Gegen die neue Gebührenordnung der Stadt wurden bereits erste Klagen eingereicht.

Nach Jubiläumsfeierlichkeiten ist Kay Rohr derzeit nicht zu Mute. Statt 5000 Euro Miete wie bisher soll der Bierbörsen-Chef künftig 16.000 Euro für das dreitägige Fest zahlen. Gegen den Gebührenbescheid der Stadt für den Platz vor dem Völkerschlachtdenkmal hat er deshalb Widerspruch eingelegt. „Ich kann die Standmiete nicht erhöhen, weil sonst keine Brauerei mehr kommt“, ärgert sich der Veranstaltungsmanager. Auch Eintritt für die Besucher möchte er künftig nicht erheben. Sollte ihm die Kommune nicht entgegenkommen, will Rohr die Bierbörse an einen anderen Ort verlegen – wenn es sein muss, auch in eine andere Stadt.

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Leipzig. Mit hunderten verschiedenen Biersorten lockt sie jedes Jahr zehntausende Besucher vor das Völkerschlachtdenkmal. Doch nun droht der Leipziger Bierbörse das Aus. Weil die Stadt die Platzmiete verdreifachen will, steht das Brauerei-Festival 2013 ebenso wie der Töpfermarkt auf der Kippe. Veranstalter sowie die IHK schlagen Alarm. Gegen die neue Gebührenordnung der Stadt wurden bereits erste Klagen eingereicht.

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80 statt 26 Cent pro Quadratmeter

 

Grund für die Kostenexplosion ist die im März in Kraft getretene neue Sondernutzungssatzung der Stadt, die die Regeln für die gewerbliche Nutzung öffentlicher Straßen, Wege und Plätze vereinfachen soll. Sie legt dafür auch die Kosten fest – und die liegen beim Areal vor dem Völkerschlachtdenkmal weit über dem vorherigen Tarif, wie Ordnungsamtsleiter Helmut Loris auf Anfrage von LVZ-Online einräumt. Galt zuvor in Leipzig ein Quadratmeterpreis ab 26 Cent pro Tag, so sieht die neue Vorschrift nun Mietkosten zwischen 80 Cent und einem Euro vor.

Die Veranstaltungen vor dem Völkerschlachtdenkmal seien ein Sonderfall, da diese statt vom Marktamt nun vom Ordnungsamt bearbeitet würden, erklärt Loris. Dabei sei festgestellt worden, dass die in Anspruch genommenen Flächen „größer sind als bisher angenommen“. Wer den Berechnungsfehler zu verantworten hat, ist unklar. Für die Bierbörse und den Töpfermarkt, der immer am zweiten Juli-Wochenende in Leipzig Station macht, bedeutet dies jedoch weitaus höhere Kosten.

IHK befürchtet Abwanderung von Veranstaltungen

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Der Töpfermarkt am Völkerschlachtdenkmal steht wegen der Kostenexplosion ebenfalls vor einer ungewissen Zukunft.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Für Töpfermarkt-Veranstalter Matthias Jäkel ist der Standort vor dem Völkerschlachtdenkmal mit dem neuen Beschluss der Stadt vorerst gestorben. Er will sich deshalb nun ein anderes Areal suchen. Notfalls auch außerhalb Leipzigs. „Die Gebühren für die Platzmiete haben sich fast vervierfacht“, beklagt Jäkel. „Die Stadt hat mir in einem Schreiben mitgeteilt, ich solle die höheren Kosten auf die Standmiete der Händler ummünzen.“ Wo diese das Geld dafür hernehmen sollen, weiß er nicht.

Kritik an der neuen Gebührensatzung kommt auch von der IHK Leipzig. „Dem Regelwerk fehlt es an Transparenz, Übersichtlichkeit und Nachvollziehbarkeit“, sagt Hauptgeschäftsführer Thomas Hofmann. Er sieht seine Befürchtungen bestätigt, dass durch die steigenden Kosten traditionelle Events  in Leipzig künftig nicht mehr durchgeführt werden können. „Unter den gegenwärtigen Voraussetzungen ist die Wahrscheinlichkeit für eine Abwanderung etablierter Veranstaltungen aus Leipzig groß“, so Hofmann. Die Organisatoren seien mit der neuen Situation „finanziell völlig überfordert“.

Nicht nur bei der IHK stapeln sich inzwischen die Beschwerden zur neuen Sondernutzungssatzung. Beim Verwaltungsgericht Leipzig sind bereits Klagen von Veranstaltern eingegangen, wie Pressesprecherin Susanne Eichhorn-Gast berichtet. Auch Bierbörsen-Betreiber Kay Rohr wehrt sich vor Gericht gegen die Gebührenerhöhung. Die Klagen würden derzeit bearbeitet, so Eichhorn-Gast. Gegebenenfalls komme auch die gesamte Satzung auf den Prüfstand.

Ordnungsamt zeigt sich kompromissbereit 

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Für jeden Geschmack etwas dabei: Mehrere hundert Biersorten standen auf der Bierbörse 2012 zur Auswahl.

Quelle: Regina Katzer

Ordnungsamtsleiter Loris zeigt sich gegenüber LVZ-Online bereits vorsichtig kompromissbereit. Die Stadt habe „ein Interesse daran, traditionelle Veranstaltungen auch weiter in Leipzig durchführen zu lassen“, betont er. Immerhin plane die Kommune alleine durch Marktveranstaltungen vor dem Völkerschlachtdenkmal 2013 mit Einnahmen von rund 40.000 Euro. Es soll deshalb nun geprüft werden, in Sonderfällen wie der Bierbörse einen Teil der Kosten zu erlassen.

Um weiteren Streit zu verhindern, fordert die IHK, dass an einem runden Tisch mit dem Ordnungsamt, dem Marktamt und dem Amt für Wirtschaftsförderung an einer Lösung des Problems gearbeitet wird. „Die Attraktivität und Lebensqualität von Leipzig definiert sich gerade auch über das vielfältige Angebot von Veranstaltungen“, betont Hofmann. „Bis jetzt gab es von Seiten der Stadt aber kein Entgegenkommen, was die Festlegung der Gebühren betrifft.“

Robert Nößler / Anne Grimm

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