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Lokales Leipziger Biologin Esther Carlitz kämpft weiter um ihren Ruf
Leipzig Lokales Leipziger Biologin Esther Carlitz kämpft weiter um ihren Ruf
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18:08 17.08.2010
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Leipzig

Die junge Biologin, die im Mai 2008 für zwölf Tage im kongolesischen Regenwald verschollen war, bestreitet, dass sie auch nur eine Teilschuld an dem Vorfall hat. „Ich lehne diese Behauptung der MPG ab", sagte die 25-Jährige am Dienstag gegenüber LVZ-Online. Und: „Man kann das Ganze nur beurteilen, wenn man alle Fakten kennt."

Die Darstellung des Forschungsinstituts belastet die junge Affenforscherin sehr. „Dass diese Sachen immer noch behauptet werden, schlägt mir auf den Magen. Das Gericht hat sie außerdem nicht bestätigt", meint Carlitz. Sie hätte in Konstanz hingegen gerne gehört, dass sie keinerlei Schuld getroffen habe.

Ihr sei zudem wichtig, dass die Öffentlichkeit wahrnehme, dass die Meinung des Gerichts überhaupt nur eine vorläufige sei. Es habe kein Urteil gegeben, lediglich einen Vergleich. Die 25-Jährige stimmte darin zu, 15.000 Euro an die Forschungseinrichtung zu zahlen und sich an den Prozesskosten zu beteiligen.

Den Vergleich habe es nur gegeben, weil sie nicht den langen Weg über zwei, drei weitere Instanzen und somit rund drei Jahre Gerichtsverhandlungen gehen wollte. „Ich habe deshalb dem Vergleich zugestimmt und das kleinere Übel gewählt: die 15.000 Euro zu zahlen", sagte die Biologin. Sie wolle ihre Zeit für sinnvolle Projekte nutzen. „Aber ich bin der festen Überzeugung, dass ich am Ende nichts hätte zahlen müssen, wenn ich weiter gekämpft hätte."

Der Richter hat nach Ansicht der MPG genau das verhindern wollen. „Bei uns kommen Sie nicht null auf null raus', hat er im Gerichtssaal gesagt", so MPG-Sprecherin Beck. Bei dem Rechtsstreit war es einerseits um die Kosten in Höhe von 66.000 Euro gegangen, die die Suche nach Carlitz gekostet haben soll, andererseits hatte die Affenforscherin in einer Widerklage 100.000 Euro Schmerzensgeld für die erlittenen Strapazen verlangt.

Etwas Positives kann die junge Frau dem Vergleich dennoch abgewinnen: „Es ist gut, dass jetzt alles abgeschlossen ist und ich mich intensiver auf meine Doktorarbeit konzentrieren kann."

Michael Dick

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