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Lokales Leipziger Branddirektor Schneider soll befördert werden – Feuerwehrleute protestieren
Leipzig Lokales Leipziger Branddirektor Schneider soll befördert werden – Feuerwehrleute protestieren
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17:17 15.04.2014
Leipzigs Feuerwehr-Chef Karl-Heinz Schneider. Quelle: André Kempner
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Leipzig

„Für uns ist kein Cent übrig, und dort sollen die Bezüge kräftig angehoben werden. Wir sind dagegen“, sagte Matthias Walther von der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft (DFeuG) am Dienstag gegenüber LVZ-Online.

Die Stadträte entscheiden am Mittwoch, ob Schneider vom Leitenden Branddirektor zum Leitenden Stadtdirektor befördert wird. In der Begründung zu dem Dokument V/3643 heißt es, dass aufgrund der Aufgabenstruktur der Leitung der Branddirektion „eine herausgehobene Stellung innerhalb der Organisationsstruktur der gesamten Stadtverwaltung“ zukomme.

Damit rückt Schneider aus der Besoldungsgruppe A16 auf die B2 vor. Für diese sieht das Sächsische Besoldungsgesetz nach aktuellen Internet-Gehaltsrechnern ein Bruttogrundgehalt von 6765,87 Euro vor. Die bisherige Gruppe A16 umfasst nach Stufen gestaffelt monatliche Summen zwischen 5118,25 Euro und 6488,51 Euro.

Die Eignung Schneiders für den höherwertigen Posten sie „im Ergebnis der dienstlichen Beurteilung vom 10. Januar 2013“ festgestellt worden, heißt es in der Vorlage für die Stadträte. Unter den Feuerwehrleuten ist der Branddirektor nicht unumstritten. Besonders unbeliebt machte er sich, als er vor einer Ratssitzung im Juli 2013 Feuerwehrleute bei ihrem Protest fotografierte. Die Causa wurde ein Fall für den Datenschutzbeauftragten der Stadt – Schneider musste das Foto löschen.

Neue Demonstation: Sorge um die Sicherheit der Bürger

Die Leipziger Feuerwehrleute wollen am Mittwoch ihren Protest für bessere Arbeitsbedingungen fortsetzen. Quelle: André Kempner

Die Feuerwehrleute lassen offensichtlich nicht locker: Nach dem Protest vor der 14-Uhr-Sitzung am Rathaus ruft die Gewerkschaft noch am Mittwochnachmittag wieder zu einer Demonstration durch die Stadt auf. Diese startet um 16 Uhr an der Hauptfeuerwache.

Der Konflikt zwischen den Kameraden und der Stadt rankt sich um die Bezahlung von Überstunden und Arbeitszeitregelungen. Matthias Walther begreift den Protest aber auch als Sorge um die Sicherheit der Bürger: Wegen der engen Personaldecke könnten schon jetzt nicht mehr alle Feuerwehr-Fahrzeuge besetzt werden, sagte er gegenüber LVZ-Online. Am vergangenen Freitag, so Walther, konnten zwei Löschfahrzeuge nicht besetzt werden. "Es waren also an diesem Tag weniger als 70 Berufsfeuerwehrmänner im Dienst, gefordert sind 82", sagt er.

In diesem Jahr mussten laut Feuerwehrgewerkschaft bis Ende März an 17 Tagen ein komplettes Löschfahrzeug, sowie an 36 Tagen eine Drehleiter/ Hubsteiger außer Betrieb bleiben. Gleichzeitig bemängeln die Kameraden einen überalterten Bestand bei den Standardfahrzeugen.

Gegenüber dem LVZ sonntag (Ausgabe vom 16. Februar 2014) hatte Walther bereits geschildert, dass es zu wenige Fachleute für Spezialfahrzeuge gebe. Aus Feuerwehrkreisen erfuhr das Magazin, dass deshalb im vergangenen Jahr ein wichtiges Löschfahrzeug an 24 Tagen nicht eingesetzt werden konnte. Die Stadt hielt dagegen, dass in den vergangenen zehn Jahren 53 Stellen bei der Feuerwehr geschaffen wurden. Aus Sicht der Gewerkschaft nicht genug.

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Evelyn ter Vehn

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