Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipziger Bündnis ruft zu Gedenkdemonstration auf
Leipzig Lokales Leipziger Bündnis ruft zu Gedenkdemonstration auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:09 07.11.2018
Die Gedenkdemonstration wird auch zum Synagogen-Denkmal in der Gottschedstraße ziehen. (Archiv) Quelle: Volkmar Heinz
Leipzig

„Erinnern – Für eine offene Gesellschaft“ – unter diesem Slogan zieht am Donnerstag ab 18.30 Uhr eine Gedenkdemonstration durch die Messestadt. 80 Jahre nach den Novemberpogromen will der „Initiativkreis 9. November“ die NS-Verbrechen zurück ins öffentliche Gedächtnis rufen und gleichzeitig klar Stellung gegen Antisemitismus sowie Rassismus beziehen. „Wir stellen uns gegen die wieder lauter werdenden Schlussstrichforderungen von rechts und werden gerade jetzt eine aktive Form des Gedenkens begehen“, kündigt Rebecca Rahe, Sprecherin des Initiativkreises an. Es gehe darum, den Menschen Leipzigs die Möglichkeit zu geben, Haltung zu zeigen.

Schweigemarsch als Anknüpfungspunkt

Die Mitglieder des Bündnisses sehen ihre Gedenkdemonstration auch als Anknüpfung an einen Schweigemarsch in Leipzig am 9. November 1988. Damals hätten mutige Leipzigerinnen und Leipziger „eine der ersten größeren, unabhängigen, antifaschistischen Demonstrationen in der DDR“ auf die Beine gestellt.

Los geht es am Donnerstag im Waldstraßenviertel am Ariowitsch-Haus. Gisela Kallenbach, Vorsitzende des zugehörigen Fördervereins, warnt vor einer Wiederholung der Geschichte: „Vor 80 Jahren brannten auch in unserer Stadt die Synagogen. Viele, zu viele schauten gleichgültig zu. Damit das heute nicht mehr so ist, wollen wir jeden Anfängen wehren, antisemitische Äußerungen wieder salonfähig zu machen.“ Vom Ariowitsch-Haus soll die Demonstration durch die Innenstadt und über den Nikolaikirchhof zum Synagogen-Denkmal in der Gottschedstraße ziehen.

Im Sommer 2018 gegründet

Laut den Veranstaltern werden auf dem Weg Orte passiert, die an jüdisches Leben und an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnern. Neben Redebeiträgen stünden auch Videoinstallationen, Musik und Zeitzeugenberichte auf dem Plan. Der „Initiativkreis 9. November“ hat sich im Sommer 2018 gegründet. Im Bündnis sind unter anderem Privatpersonen, verschiedene Vereine und antifaschistische Initiativen aktiv.

Im Rahmen der mit 500 Teilnehmern angemeldeten Demonstration kündigt das Ordnungsamt Leipzig zwischen 18.30 und 22 Uhr Verkehrseinschränkungen auf der folgenden Route an: Hinrichsenstraße → Leibnizstraße → Gustav-Adolf-Straße → Humboldtstraße → Pfaffendorfer Straße → Parthenstraße → Nordstraße → Keilstraße → Löhrstraße → Tröndlinring → Richard-Wagner-Platz → Brühl → Ritterstraße → Nikolaikirchhof → Schuhmachergäßchen → Reichsstraße → Grimmaische Straße → oberer Dittrichring → „Runde Ecke“ → Dittrichring → Gottschedstraße.

Von Anton Zirk

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Mai verschwanden bei einem Einbruch in Leipzig Schlüssel, die den Zugang zu allen Häusern der Wohnungsgenossenschaft Lipsia ermöglichten. Jetzt hat der Vermieter das Sicherheitsleck geschlossen.

07.11.2018

Der Leipziger Stadtrat Enrico Böhm steht wegen eines brutalen Streits auf offener Straße vor Gericht. Er wird beschuldigt, einen Radfahrer angefahren und auf ihn eingeprügelt zu haben.

07.11.2018

Rund 350.000 Euro werden die für 2019 geplanten Arbeiten an der Thomaskirche kosten. 216.000 davon sind bereits eingenommen. Eine Großspende hat dem Vorhaben nun einen neuen finanziellen Schub beschert.

07.11.2018