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Leipziger Bürgerinitiative fordert Sozialpreis für Strom - München und Weimar als Vorbild

Leipziger Bürgerinitiative fordert Sozialpreis für Strom - München und Weimar als Vorbild

Einen sozialen Stromtarif fordert jetzt die Bürgerinitiative Sozialticket, die sich bereits erfolgreich für den Leipzig Pass eingesetzt hat. Mit dem Sondertarif für Haushalte, die mit einem besonders geringen Einkommen auskommen müssen, könnten damit die Energiekosten merklich sinken.

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Einen sozialen Stromtarif fordert jetzt die Bürgerinitiative Sozialticket, die sich bereits erfolgreich für den Leipzig Pass eingesetzt hat.

Quelle: dpa

Leipzig. In anderen Städten, darunter der bayrischen Landeshauptstadt München, ist der soziale Stromtarif bereits Realität.

Gisela H.* (Name von der Redaktion geändert) hat einen 14-jährigen Sohn und eine 13-jährige Tochter und lebt von Hartz IV. Zusammen mit dem Kindergeld, nach Abzug der Miete, muss die Familie mit insgesamt 600 Euro im Monat auskommen. Davon bezahlt Gisela alles, was sie zum täglichen Leben braucht: Essen, Kleidung, Schreibwaren und Strom.

Rund 40 Euro muss sie monatlich an die Stadtwerke Leipzig bezahlen, für sie ist das eine Menge Geld. „Einmal war es fast soweit, dass ich die Rechnung nicht bezahlen konnte“, berichtet sie. Die Stromabschaltung drohte. Der Gang zur Verwandtschaft, die ihr aushalf, hat sie davon bewahrt.

Anders ergeht es den rund 3500 Privathaushalten in den Städten Leipzig, Chemnitz und Dresden, die derzeit ohne die Energie aus der Steckdose auskommen müssen. Die Zahl geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Fraktion die Linke im sächsischen Landtag hervor. In der Antwort ist auch die Rede davon, dass im vergangenen Jahr insgesamt rund 10.460 Stromabschaltungen in den Städten vorgenommen wurden. Ohne Strom leben die Menschen in den abgeschalteten Haushalten nicht nur ohne elektrisches Licht. Auch alle anderen wichtigen Haushaltsgeräte, allen voran der Kühlschrank, versagen ihren Dienst.

Bürgerinitiative fordert Sozial-Strom

Die Bürgerinitiative für das Sozialticket will sich dem Problem jetzt annehmen. Petra Weißfuß sieht gute Chancen, zumindest bei dem kommunalen Betrieb Stadtwerke, einen Rabatt für einkommensschwache Kunden zu bekommen. Allerdings: „Das Energiethema ist recht kompliziert. Im Unterschied zum öffentlichen Nahverkehr, bei dem wir jetzt den Leipzig-Pass haben, gibt es viele Anbieter.“ Die Initiative will in den kommenden Monaten in Erfahrung bringen, welche Strom-Unternehmen für die Leipziger besonders relevant sind und dann mit ihnen in Verhandlung treten.

Andere Städte machen teilweise bereits vor, dass solche Tarife möglich sind und sich für die Unternehmen teilweise sogar lohnen. „Die Stadtwerke Weimar erlassen den anspruchsberechtigten Kunden pro Kilowattstunde einen Teilbetrag. Der Rabatt ist begrenzt auf 2200 Kilowattstunden pro Jahr“, sagt Weißfuß. Mit der Begrenzung sichert sich das Unternehmen gegen Missbrauch ab. Mit dem Rabatt hilf es dabei zu verhindern, dass sich Stromschulden aufhäufen – und damit letztlich die Abschaltung kommt. Denn die schadet nicht nur dem Kunden, sondern bedeutet letztlich auch verlorene Einnahmen für den Energieversorger

Unbürokratische Lösung gesucht

Das konkrete Modell für einen Sozialstromtarif wird bei der Bürgerinitiative noch diskutiert. Möglichkeiten gibt es viele: Von der Streichung der Grundgebühr, über reduzierte Kosten pro Kilowattstunde bis hin zu der Variante, dass pro Mitglied eines Haushaltes eine bestimmte Menge Strom kostenlos zur Verfügung gestellt wird, danach aber der Preis mit dem Verbrauch kontinuierlich ansteigt.

Weißfuß ist in erster Linie wichtig, dass eine Lösung möglichst unbürokratisch erhältlich ist. „Denkbart wäre, dass es einfach ausreicht, den Bescheid für das Arbeitslosengeld II beim Energieunternehmen einzureichen, um die Berechtigung für den Tarif zu erlangen.“ Ein Vorbild könnte hier auch der Stromriese E.On sein. Er gewährt seinen Kunden den Erlass von Grundgebühren, wenn sie nachweisen können, dass sie auch von den GEZ Gebühren befreit sind.

Kein Geld für energiesparende Geräte

Beim Verbrauch kann Gisela H. nicht viel sparen. Waschmaschine, Kühlschrank und Licht sind für die Familie unverzichtbar. Problematisch ist, dass ihre Geräte sehr alt sind. „Für neue , ernergiesparende Modelle ist einfach kein Geld da“, sagt sie. Gisela H. wäre daher über eine Reduzierung ihrer Energiekosten sehr froh.

Clemens Haug

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