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Leipziger Burgaue soll nicht länger vertrocknen - Stadt will Bäche wiederbeleben

Leipziger Burgaue soll nicht länger vertrocknen - Stadt will Bäche wiederbeleben

Die 2,7 Millionen Quadratmeter große Burgaue soll wieder ein Paradies für Flora und Fauna werden. Vor langer Zeit trockengelegt, um als Hochwasser-Auffangbecken dienen zu können, will die Stadt das Waldgebiet nun mit einem Netz von Bächen und Gräben versehen, die mehr Nässe bringen.

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Der Auwald im Leipziger Nordwesten soll in den nächsten Jahren alte Graben- und Bachsysteme zurückerhalten, damit Bäume, Pflanzen und Tiere wieder in einem natürlichen Wechsel von Trocken- und Nass-Zeiten leben können.

Quelle: Nabu

Leipzig. Bereits 1367 hatte die Stadt Leipzig die Burgaue gekauft, um ihre Bürger mit Brennholz versorgen zu können. Vor 100 Jahren kamen große Lehmabbau-Stätten in dem Gebiet hinzu. Schließlich machte die Absenkung des Grundwasserspiegels wegen der Kohle-Tagebaue zu DDR-Zeiten der Natur zu schaffen. Nach dem verheerenden Hochwasser von 1954 wurden etliche Flüsse und Bäche in neue Becken oder trockengelegt.

Unterm Strich hat das riesige Waldstück schon lange nicht mehr die Feuchtigkeit, die ein Auenwald für seinen natürlichen Erhalt benötigt. Um das zu ändern und die Vorgaben der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie zu erfüllen, will die Stadt nun etliche historische Gräben und Bäche zu neuem Leben erwecken. Das Projekt heißt "Lebendige Luppe", wird auch vom Bund gefördert. "Man darf sich das nicht so vorstellen, dass der Boden ständig überflutet wird", erklärt Angelika Freifrau von Fritsch, die Leiterin des Umweltamtes. Vielmehr solle durch eine Verknüpfung von Resten der historischen Grabensysteme und dem Bau neuer Zuflüsse für sie erreicht werden, dass wieder ständig Wasser durch die Gegend fließt, die Böden mehr Feuchtigkeit erhalten.

Gemeinsam mit der Stadt Schkeuditz und anderen Partnern hat sich Leipzig das Ziel gestellt, zwei zusätzliche und voneinander unabhängige Gewässernetze zu schaffen (siehe Karte). Für den ersten Bauabschnitt im Bereich der Burgaue ist bereits Geld vom Bund da, aber die Planung noch nicht vollständig genehmigt. Nach aktuellem Stand wird das südliche Netz wohl in Leutzsch nahe des Ulrichteichs beginnen. Dort soll Wasser aus der Kleinen Luppe in das neue Südsystem fließen, welches die Stadt bis Ende 2018 fertigstellen will.

Von Fritsch betont, dass die jüngsten Forderungen von Umweltschützern, das Nahleauslassbauwerk dauerhaft zu öffnen, damit die Burgaue häufig überspült wird, nicht im Sinne eines effektiven Hochwasserschutzes seien. Nach LVZ-Informationen begannen aber soeben Untersuchungen, ob einige hundert Meter stromaufwärts eine kleine Öffnung im Nahle-Deich möglich ist, um kontrolliert mehr Wasser in den Wald zu bringen. Weitgehend einig sind sich Stadt und Landestalsperrenverwaltung zudem schon über einen Umbau des Siels am Bauerngraben. Diese Öffnung im Deich der Neuen Luppe ist bislang so konstruiert, dass sie geschlossen wird, wenn die Neue Luppe höhere Pegelstände als der Bauerngraben aufweist. Künftig soll es genau umgedreht sein, damit der Bauerngraben im Bereich der Burgaue ab und zu über die Ufer treten kann. "Für den Hochwasserschutz im Leipziger Nordosten ist die Burgaue aber weiter unerlässlich", sagt die Amtsleiterin. Bei der letzten Flut im Juni 2013 habe die Burgaue nach Öffnung des Nahleauslassbauwerks sieben Millionen Kubikmeter Wasser aufgenommen. Zum Vergleich: Beim Zwenkauer See waren es 20 Millionen.

Damit in solchen Fällen nicht immer wieder Schäden an Bauwerken auftreten, möchte die Stadt das ihr gehörende Rollhockey-Stadion nun an einen anderen Standort in Böhlitz-Ehrenberg verlegen. Gerade erst gestern wurden dem Rollhockeyclub Aufbau sowie dem Ortschaftsrat mitgeteilt, an welcher Stelle ein Stadion-Neubau möglich wäre. "Ich hoffe, die Betroffenen vor Ort können sich trotz aller verständlichen Emotionen zu dem neuen Standort durchringen", so Sportamtsleiterin Kerstin Kirmes gegenüber der LVZ.

Für den ebenfalls 2013 überfluteten und seitdem geschlossenen Schlobachshof muss das letzte Stündlein nicht geschlagen haben, meint von Fritsch. Dort könnten alte Dämme ertüchtigt und ausgebaut werden. Eigentümer Michael Stanuschewski, der nach wie vor dort lebt, will sich erst in einigen Monaten zur Zukunft des ehedem sehr beliebten Reiterhofes äußern.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Jens Rometsch

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