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Lokales Leipziger Burgplatzloch bleibt sich zum 20. Geburtstag treu
Leipzig Lokales Leipziger Burgplatzloch bleibt sich zum 20. Geburtstag treu
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00:59 20.02.2015
Das Burgplatzloch steht kurz vor seinem 20. Geburtstag. Im Sommer 1995 waren die ersten Bagger zum Ausheben der Baugrube angerückt. Quelle: André Kempner

Im Sommer 1995 waren die erste Bagger an der Schloßgasse 7/11 angerückt. Ein Jahr später kamen die Arbeiten für den Bau der "Burgplatzpassagen" zum Erliegen. Seither klafft dort ein 2000 Quadratmeter großes Loch, das kurz vor der Fußball-WM 2006 zumindest einen blickdichten Bretterzaun erhielt. Die Stadt setzte in den vergangenen Jahren alle juristisch denkbaren Hebel in Bewegung, um den Eigentümer der Immobilie zum Handeln zu zwingen. Scheinbar mit Erfolg, denn im vergangenen September konnte die LVZ exklusiv berichten, dass der englische Mischkonzern Amec sowohl das Burgplatzloch als auch das benachbarte Einkaufszentrum Petersbogen an den Schweizer Investor Even Capital verkauft hat. Gleich im Anschluss gab es lebhafte Kontakte und mehrere Treffen mit Vertretern des neuen Eigentümers, erklärt Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) auf Nachfrage. "Wir waren optimistisch, dass es mit einer Bebauung der Brache bald voran geht, auch wenn die Planung dafür natürlich Zeit braucht." Doch nun - da das Burgplatzloch bald seinen 20. Geburtstag begeht - tut sich seit vielen Wochen mal wieder das, was sich beim Burgplatzloch in all den Jahren meistens getan hatte, bedauert Dubrau: "Überhaupt nichts."

Even Capital lässt nicht nur im Rathaus nichts mehr von sich hören. Auch auf LVZ-Anfrage lehnte das Unternehmen soeben eine Auskunft zum Stand der Dinge ab. Stattdessen wurde die Eigentumsgesellschaft, der beide Objekte gehören und die von den Schweizern für geschätzt bis zu 100 Millionen Euro erworben wurde, juristisch aktiv. Sie reichte bei Gericht Klage gegen einen Bescheid der Landesdirektion Leipzig ein. Mit diesem Bescheid hatte die Landesdirektion eine Anordnung der Stadt Leipzig zum Verfüllen des Burgplatzloches durch den Eigentümer bestätigt.

Diesen juristischen Schritt dürfe man nicht überbewerten, meinte Dubrau. "Wenn der Eigentümer wirklich bauen will, hat er natürlich kein Interesse, vorher das Loch als Platzfläche zu schließen." Dennoch werde die Kommune notfalls das Rechtsverfahren durchziehen, um nicht weitere 20 Jahre auf Taten warten zu müssen. "Die Lage ist top, Leipzig brummt und die Bauzinsen sind im Keller", wollte sich auch Lunebach nicht mit einem vermeintlichen Fluch abfinden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.02.2015

Jens Rometsch

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