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Lokales Leipziger Campus Lorenzo – Start im Mai mit Kita-Bau
Leipzig Lokales Leipziger Campus Lorenzo – Start im Mai mit Kita-Bau
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06:00 12.01.2018
Gegenwärtig wenig erbaulich: der Gebäudekomplex Stötteritzer Straße/Riebeckstraße/Witzgallstraße in Reudnitz-Thonberg. Die Ruinen links werden abgerissen und durch den Campus Lorenzo ersetzt. Quelle: André Kempner
Reudnitz-Thonberg

Gedanklich gibt es das Sozial-Quartier im Leipziger Südosten schon seit mindestens zehn Jahren, erstmals publik gemacht wurde die Idee im April 2015 durch die Leipziger Volkszeitung. Damals waren Investor und Partner zuversichtlich, dass es vielleicht schon im Jahr 2016 mit dem Campus Lorenzo in Reudnitz-Thonberg losgehen könnte. Doch bis heute tat sich nichts am Gebäudeensemble Stötteritzer Straße/Riebeckstraße/Witzgallstraße – zumindest nichts Sichtbares. Die Ruine des früheren Paul-Lange-Heimes gammelt weiter vor sich hin, obwohl der Grundstücksverkehrsausschuss des Leipziger Stadtrates den Verkauf der verfallenen Immobilie an die Firma Basis d im März 2016 endlich auf den Weg gebracht hatte. Nun endlich kommt Bewegung in die Angelegenheit. Ab Mai 2018 soll das Projekt des Wohnungsunternehmens mit kirchlichen Wurzeln aus Dresden tatsächlich Gestalt annehmen. Erste Baustelle auf dem künftigen Sozial-Campus gleich neben der römisch-katholischen Kirche St. Laurentius samt dazugehörigem Pfarrhaus: die neue Kindertagesstätte des katholischen Wohlfahrtsverbandes Caritas. Das bestätige dessen Geschäftsführer Tobias Strieder auf LVZ-Anfrage.

Hinter dem 25 Millionen Euro schweren Campus-Vorhaben stehen neben Investor Basis d und Kita-Träger Caritas die Laurentius-Gemeinde und das Bildungsinstitut Mitteldeutschland der Johanniter-Akademie, Ableger der evangelischen Hilfsorganisation Johanniter-Unfall-Hilfe. Lorenzo ist demnach auch ein ökumenisches Projekt. Sukzessive sollen neben dem Neubau Kindereinrichtung – und anstelle des maroden Paul-Lange-Blocks – eine Johanniter-Ausbildungsstätte für Sozialberufe, ein Internat für Schüler der Akademie, etliche Wohnungen für Bedürftige, ein Betreutes Wohnen, eine Tagespflege für Senioren und eine Tiefgarage entstehen. Einzig das Eckhaus Witzgallstraße 18 überlebt – aus Denkmalschutz-Gründen. Es wird allerdings nicht, wie ursprünglich geplant, zu einer stationären Einrichtung der Jugendhilfe umgebaut, sondern rund 50 Johanniter-Azubis demnächst wohl Wohn- und Schlafstätte sein.

Dass es bei der Umsetzung der Sozial-Campus-Idee zuletzt hakte, hatte unter anderem mit einem Grundstückstausch zwischen Pfarrgemeinde und Investor Basis d zu tun. Denn an der Witzgallstraße, wo in wenigen Monaten die neue Kita hochgezogen wird, befinden sich gegenwärtig noch die Zufahrt zur Laurentiuskirche und der Pfarrgarten. Für Weg und Grünfläche brauchte es also ein Ersatzgrundstück. Beides – neue Zufahrt und neuer Garten – „wandert“ in Bälde an die Stötteritzer Straße.

Die Lorenzo-Akteure wollen mit dem Campus an die Sozialtradition des Reudnitzer Standortes anknüpfen, denn der Gemeindebau neben der Kirche beherbergte einst ein Waisenhaus und eine Suppenküche für die Armen des Viertels. In unmittelbarer Nachbarschaft entstand wenig später die sogenannte Zweiganstalt I des Neuen Johannishospitals. Als die DDR unterging, befand sich in dem Komplex Witzgallstraße/Riebeckstraße/Stötteritzer Straße das Lange-Heim, eine Außenstelle des Städtischen Altenpflegeheimes Martin Andersen Nexö.

Gut für das größer werdende Leipzig, in dem Kinderbetreuungsplätze mehr denn je gebraucht werden: Die Campus-Kita wird entgegen ersten Überlegungen nicht nur 100 Mädchen und Jungen, sondern gar 124 aufnehmen. „Diesem Wunsch der Stadt sind wir gern nachgekommen“, sagte Caritas-Geschäftsführer Strieder. Sechs Plätze blieben Integrationskindern vorbehalten. „Im optimalen Fall geht die Einrichtung im dritten Quartal 2019 an den Start.“

Für die Errichtung von Akademie und Internat seien die Feinabsprachen ebenfalls getroffen, teilte Lars Menzel, der Leiter des 2008 gegründeten Bildungsinstituts Mitteldeutschland der Johanniter-Akademie, auf LVZ-Anfrage mit. Und ähnlich wie bei der Kita wird auch die Schule für soziale Berufe deutlich größer ausfallen als noch vor knapp drei Jahren avisiert. 1500 Quadratmeter mehr bedeuten Platz für 700 junge Leute statt ursprünglich 500 Auszubildende. „Aus guten Gründen stocken wir auf“, betonte Menzel, „die wachsende Stadt, das gestiegene Interesse an beruflicher Bildung und hier ganz besonders an Jobs wie Kita-Erzieher/in oder Altenpfleger/in.“

Von Dominic Welters

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