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Lokales Leipziger City-Hochhaus bekommt Absperrung auf dem Aussichtsdeck
Leipzig Lokales Leipziger City-Hochhaus bekommt Absperrung auf dem Aussichtsdeck
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18:49 09.01.2018
Ein Bauzaun sichert die Besucherterrasse auf dem Leipziger Cityhochhaus.  Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

 Seit mehr als einem halben Jahr steht auf dem Dach des Leipziger City-Hochhauses ein Bauzaun. Gebaut wird auf dem Panorama-Terrasse aber nicht. Die Betreiber nutzen die Zäune als provisorisches Geländer, um Menschenleben zu schützen. In den vergangenen Monaten kam es auf der markanten Leipziger Touristenattraktion häufiger zu Suizidversuchen.

Lutz Albrecht, der Inhaber der Panorama Tower GmbH, sieht die Sache pragmatisch: „Wir mussten erst einmal reagieren, da es innerhalb kurzer Zeit eine Zunahme an Suizidversuchen gab und zwei Menschen starben.“ Es habe für die Mitarbeiter sogar Schulungen gegeben, wie man in solchen Fällen reagieren solle. Aber diese Belastung sei ihnen auf Dauer nicht mehr zumutbar gewesen, erklärt er.

„Deswegen haben wir eine provisorische Barriere aus Bauzäunen errichtet“, führt er weiter aus. Diese Interimslösung sehe zwar hässlich aus, sei aber wirkungsvoll, bringt Albrecht weiter an. Immer wieder gäbe es Besucher, die sich wegen der Bauzäune erkundigen würden, sagt Albrecht: „Wenn wir ihnen aber erklären, wofür sie da sind, zeigen alle Verständnis.“ Bei diesem Provisorium wird es nicht bleiben. Die Betreiberfirma des Panorama-Towers lässt derzeit Varianten für eine permanente Absperrung ausarbeiten.

Trägt die Brüstung den neuen Zaun?

Bevor die beauftragten Architekten jedoch die Umsetzung verschiedener Varianten überhaupt prüfen konnten, mussten sie ein weiteres Problem lösen. Für die Brüstung gibt es zwar mehrere Ordner mit Aufzeichnungen und Bauvorschriften. Darin konnten aber nirgendwo Informationen zur Standfestigkeit des Betons auf Plattform gefunden werden. Ein Labor musste diese Werte erst in mehreren Versuchsreihen ermitteln.

Derzeit erörtern Architekten und Inhaber die verschiedenen Optionen einer zukünftigen Absperrung: „Plexiglas eignet sich nicht so gut, da es zerkratzt werden kann, aber es gibt andere Varianten aus Stahlgeflecht oder Glas“, erzählt der Towerchef.

Natürlich schaue man auch in New York vom Empire State Building oder in Paris vom Eiffelturm auch durch Stahlstreben, sagt er. Aber er bevorzuge die Glasvariante. Sie ermöglicht einen klaren Blick, auch wenn sie kostenintensiver sein sollte, als das Geflecht.

Die Erfahrungen von Kamerateams, die auf dem Panoramadach drehen, geben ihm recht. Diese würden jetzt schon jetzt für bessere Aufnahmen Zaunfelder situativ ab und wieder anbauen. So oder so, müssen die Barrieren als Übersteigschutz nach innen abgewinkelt werden, lässt Albrecht durchblicken. Bis aus dem Bauzaunprovisorium eine permanente, bauliche Lösung geworden ist, wird es aber noch eine Weile dauern. Betreiber Albrecht rechnet damit, dass bis dahin inklusive aller behördlicher Genehmigungsverfahren noch mindestens ein Dreivierteljahr vergehen wird.

Betroffene, die unter einer akuten Krise leiden und Suizidgedanken haben, können Hilfe beim Infotelefon Depression (der Stiftung Deutsche Depressionshilfe in Kooperation mit der Deutsche Bahn-Stiftung) erhalten. Tel: 0800 3344533 (kostenfrei) Sprechzeiten: Mo, Di, Do: 13.00-17.00 Uhr, Mi, Fr: 08.30-12.30 Uhr

Hilfe im Notfall

Hilfe erhalten betroffene außerdem beim Leipziger Krisentelefon unter (0341) 99 99 00 00 erhalten. Am Wochenende und an Feiertagen stehen Ansprechpartner 24 Stunden bereit, unter der Woche abends und nachts zwischen 19 und 7 Uhr. Außerhalb dieser Sprechzeiten steht auch die bundesweite Telefonseelsorge bereit unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Beide Rufnummern sind gebührenfrei.

Von elo

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