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Lokales Leipziger City-Tunnel: Schon 100.000 Euro Schaden durch Graffiti und Vandalismus
Leipzig Lokales Leipziger City-Tunnel: Schon 100.000 Euro Schaden durch Graffiti und Vandalismus
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18:23 14.08.2013
Graffiti im Leipziger City-Tunnel: Die Schäden durch Vandalismus in den Röhren und Stationen belaufen sich inzwischen auf 100.000 Euro. Quelle: Robert Nößler
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Leipzig

Auf rund 100.000 Euro beläuft sich nach Angaben von Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) bislang der Schaden an der Baustelle. Die Linksfraktion im Landtag, die die Summe mit einer Kleinen Anfrage ans Licht brachte, fordert nun Nachbesserungen beim Sicherheitskonzept.

Erst Mitte Juli hatte Morlok Gelegenheit, sich selbst von den Schäden in den Röhren zu überzeugen. Bei einem Rundgang blieben ihm und seinen Kabinettskollegen, darunter auch dem für Sicherheit zuständigen Innenminister Markus Ulbig (CDU), die großflächigen Graffiti zwischen den Tunnelstationen nicht verborgen. Vor allem nachts, so hieß es, verschafften sich Sprayer und Randalierer regelmäßig Zugang Baustelle – obwohl diese rund um die Uhr bewacht wird.

Leuschner-Platz und Bayerischer Bahnhof besonders betroffen

Allein für die Jahre 2010 bis 2013 listet Morlok insgesamt 40 Fälle von Sachbeschädigungen auf. Betroffen sind vor allem die neuen Stationen am Wilhelm-Leuschner-Platz (10 Fälle), am Bayerischen Bahnhof (7), am Markt (5) sowie die oberirdische Haltestelle am MDR (8). Neben illegalen Schmierereien in den beiden Tunnelröhren dokumentiert die Bilanz unter anderem Schäden an Bodenbelägen, Rolltreppen, Türen und Bauzäunen. Auch demolierte Baumaschinen und -fahrzeuge sowie ein Wasserschaden an der Station Markt finden sich auf der Liste. Teilweise seien Versicherungen für die Schäden eingesprungen, heißt es.

Hundertprozentige Sicherheit vor Vandalismus lasse sich bei einem solchen Bauprojekt nicht erreichen, erklärt Isabel Siebert, für den City-Tunnel zuständige Sprecherin im Landesamt für Straßenbau und Verkehr, auf Anfrage von LVZ-Online. Der Tunnel werde durch Schutzzäune, die 24-Stunden-Präsenz von Security-Personal und regelmäßige Patrouillen in den Röhren bereits jetzt vor Eindringlingen gesichert. Die Täter würden jedoch „ein Maß an krimineller Energie aufwenden“, gegen das ein effektiver Schutz schwierig sei, so die Sprecherin.

Linke fordern verstärkte Streifen in Stationen

Fast fertig: In der City-Tunnel-Station am Markt laufen derzeit letzte Vorbereitungen für den Start am 15. Dezember. Quelle: Volkmar Heinz

Dem Linken-Abgeordneten Enrico Stange, der die Anfrage ins Rollen gebracht hatte, geht das nicht weit genug. Er schätzt den Umfang der Schäden rund um den City-Tunnel-Bau noch deutlich höher ein, als von Morlok dokumentiert. Beschädigungen an Bahnen seien in der Auflistung beispielsweise noch gar nicht vertreten. Erst vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass ein nagelneuer, am Flughafen abgestellter Talent-2-Zug für den City-Tunnel bereits mit Graffiti beschmiert wurde. Fragen hierzu ließ Morlok in seiner schriftlichen Erklärung unbeantwortet.

Stange befürchtet zudem, dass die Schäden weiter zunehmen könnten, wenn der Tunnel ab 15. Dezember nach rund zehn Jahren Bauzeit in Betrieb geht – und die Kosten am Ende die Fahrgäste mit erhöhten Ticketpreisen tragen müsse. Ergänzend zur Videoüberwachung durch Kameras – diese sind in den Tunnelstationen bereits vorinstalliert – fordert Stange deshalb einen verstärkten Einsatz von Sicherheitspersonal. Ähnlich wie die Beamten der Bundespolizei im Hauptbahnhof sollten die Streifen auch in den Stationen Präsenz zeigen und so das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste erhöhen. „Um den Vandalismus einzudämmen, ist ein verbessertes Sicherheitskonzept notwendig“, meint der Linken-Politiker.

„Selbstverständlich verfügt das Bauprojekt City-Tunnel über ein entsprechendes Sicherheitskonzept“, entgegnet Ministeriumssprecherin Siebert. Dieses sei bereits Bestandteil der Bauvorbereitungen gewesen und werde zusammen mit Polizei, Deutscher Bahn, dem Bauträger Deges und der Stadt „ständig angepasst“. Zu Details wolle sie sich jedoch öffentlich nicht äußern, „um den Kriminellen nicht noch in die Hände zu spielen“.

Robert Nößler

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