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Lokales Leipziger Citytunnel: Der Erfolg treibt die Kosten in die Höhe
Leipzig Lokales Leipziger Citytunnel: Der Erfolg treibt die Kosten in die Höhe
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23:59 12.12.2014
Citytunnel-Station Wilhelm-Leuschner-Platz (Archivbild) Quelle: Wolfgang Zeyen

"Die Bahn hat uns mitgeteilt, dass die Stationskosten im Jahr 2015 um 13,6 Prozent steigen", teilte ZVNL-Geschäftsführer Oliver Mietzsch mit. "Das bedeutet für uns Mehrkosten von rund zwei Millionen Euro." Im Bundesdurchschnitt hebe die Bahn diese Kosten nur um 1,1 Prozent an. "Wir sind überproportional betroffen", ärgert sich Mietzsch. Schuld daran sind insbesondere die Stationen, die beim Bau des Citytunnels entstanden sind - also die vier Untergrundstationen und der Haltepunkt MDR. Für sie muss der ZVNL jährlich 3,5 Millionen Euro zahlen. "Das ist zehnmal mehr als bei normalen Stationen", sagt ZVNL-Experte Bernd Irrgang. "Dass diese Stationen teurer sind, ist klar - aber so teuer?"

Darüber hinaus hat die Netz-Tochter der DB avisiert, dass sie im Jahr 2017 ein neues Trassenpreissystem einführen will, das "Metropolen" deutlich höher belastet. Metropolen sind danach Städte mit einem Bahnhof, auf dem täglich über 50.000 Fahrgäste ein- und aussteigen. In Ostdeutschland ist das neben Berlin nur noch Leipzig - der Leipziger Hauptbahnhof hat täglich 57.000 Fahrgäste. "In Dresden gibt es mit Sicherheit genauso viele Fahrgäste, aber die verteilen sich auf drei Bahnhöfe", so Irrgang. "Dies zeigt die Willkürlichkeit dieses Systems."

Ein großer Teil davon ist ebenfalls auf den neuen Citytunnel zurückzuführen. Denn die Fahrgastzählung ergab auch, dass täglich 3000 Fahrgäste nur zwischen den Tunnelstationen unterwegs sind - also die S-Bahn für kurze Strecken nutzen. Auch von diesen steigen viele im Hauptbahnhof ein oder aus.

Kopfschmerzen bereiten den Planern des ZVNL auch die eigenen Einnahmen. Denn diese fließen ihm aus Steuermitteln des Bundes zu, die über den Freistaat Sachsen ausgereicht werden. "Der Freistaat hat noch keinen Doppelhaushalt für 2015/16", schildert Mietzsch die Situation. Es seien aber auch Signale zu vernehmen, dass die Mittel eventuell gekürzt werden könnten. "Angesichts der zusätzlichen Forderungen der Deutschen Bahn AG würde das zu einer Finanzierungsschieflage führen", warnt der ZVNL-Geschäftsführer.

Vor diesem Hintergrund weist der ZVNL auch Forderungen zurück, mehr Züge im mitteldeutschen S-Bahn-Netz einzusetzen, um Kapazitätsengpässe zu reduzieren. Wenn die Bahn die vertraglich zugesagten Züge einsetzen würde, gebe es keine Engpässe, heißt es. "Es gibt Tage, an denen 20 Prozent der Züge nicht fahren, weil es Probleme gibt", kritisiert Mietzsch. Die Bahn müsse mehr Reserve bereitstellen, um die vertraglich vereinbarten Leistungen zu erbringen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Andreas Tappert

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