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Lokales Leipziger Dekane befürchten Aus für Uni-Gästehäuser
Leipzig Lokales Leipziger Dekane befürchten Aus für Uni-Gästehäuser
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23:33 23.12.2009
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Leipzig

Die Dekane von acht Fakultäten werfen dem Rektorat vor, es wolle die Beherbergungs- und Begegnungsstätten abwickeln. Rektor Franz Häuser sagte hingegen, die Immobilien stünden nicht zur Disposition, aber im Falle der Villa Tillmanns in der Wächterstraße 30 und dem Gästehaus in der Ritterstraße 12 müsse die Nutzung optimiert werden.

Ein von den acht Dekanen unterzeichnetes Schreiben an die Uni-Chefetage, das der LVZ vorliegt, liest sich dramatisch. Mit "großer Bestürzung" sei die Rektoratsentscheidung aufgenommen worden, derzufolge "die Gästehäuser im Jahr 2010 nicht fortgeführt werden sollen".

Die Fakultätschefs beziehen sich auf eine Mitteilung von Uni-Kanzler Frank Nolden, die sie "im unmittelbaren Nachgang der 600-Jahrfeier" erreicht habe. In der Petition an Häuser bitten die Dekane ihn "eindringlich um Rücknahme" des Beschlusses. Denn die Schließung der Gästehäuser oder Teilen von ihnen würde einen er- heblichen, "nicht über andere Maßnahmen zu kompensierenden Verlust" bedeuten. Der Ruf der Alma mater, als einer in Lehre und Forschung der Internationalisierung verpflichteten Hochschule, drohe substanziell beschädigt zu werden. Häuser erklärte auf Anfrage, es gebe "keine Schließungsszenarien", sondern den Plan, zwei der drei Gebäude effektiver zu betreiben.

Das 1998 eingeweihte Werner-Heisenberg-Haus am Friedenspark würde "ohne Abstriche" als internationales Begegnungszentrum erhalten bleiben. "Wir stehen da auch vertraglich in der Pflicht." Bei der Villa Tillmanns werde eine Aufwertung als Tagungszentrum angestrebt. "Mit der benachbarten Sächsischen Akademie der Wissenschaften könnte die Villa, die eine Perle ist, ein at- traktives Campus-Areal bilden", glaubt Häuser. Weil die Auslastung der 15 Gästezimmer in dem Ge- bäude zu gering sei, stelle sich aber zwingend die Frage nach einer anderen Raumaufteilung, die mehr Platz für wissenschaftliche Veran- staltungen und weniger für Übernachtungen biete.

Ein "echtes Problem" ist aus Häusers Sicht das Gästehaus in der Ritterstraße 12. Der Plattenbau beherbergt mehr als 60 Ein-, Zwei- und Dreiraumwohnungen, in denen Wissenschaftler, die längerfristig an der Alma mater arbeiten oder kurzzeitig zu Tagungsbesuchen in Leipzig weilen, Quartier beziehen. Hier favorisiert das Rektorat eine dem Bedarf angepasste Mischnutzung. Das heißt, weniger Zimmer vor allem für Kurzzeitgäste, die "zu ähnlichen Konditionen", wie Häuser meint, auch in umliegenden Hotels unterkommen könnten. Im Gegenzug soll mehr Kapazität für akademische Treffen geschaffen und das Gebäude dahingehend umgestaltet werden. Von der Hotel-Variante halten die Dekane nichts: Kostengünstige Hotels hätten "in aller Regel nicht einmal einen Schreib- oder Arbeitstisch in ihren Zimmern".

Mario Beck

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