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Leipziger Diakonissenkrankenhaus hilft kleinem Jungen aus Angola

Für „Friedensdorf International“ Leipziger Diakonissenkrankenhaus hilft kleinem Jungen aus Angola

Antonio (7) kommt aus Angola, leidet unter angeborenen Klumpfüßen. Untergebracht im Berliner „Friedensdorf International“, kommt er jetzt regelmäßig zur Behandlung ins Leipziger Diakonissenkrankenhaus, wo er unentgeltlich versorgt wird. Antonio ist hier der mittlerweile 45. „Friedensdorf“-Patient.

Oberarzt Boris Wesseler und Kinderorthopädin Babett Döhnert mit ihrem kleinen Patienten Antonio.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Antonio ist sieben Jahre alt, und wohl noch etwas schüchtern. Obwohl er schon ein paar Brocken Deutsch versteht, traut er sich nicht, sie aus dem Mund purzeln zu lassen. Immerhin: Bei der Frage „Magst du Hamburger essen?“, nickt er. Und bei „Magst du Gummibärchen und Eis?“ strahlt er. Schwer zu sagen, was so im Kopf des kleinen Burschen vor sich geht. Er ist derzeit seiner Heimat Angola sehr fern. Untergebracht im Berliner „Friedensdorf International“, kommt er über einen Zeitraum von rund sechs Wochen jedoch regelmäßig zur Behandlung ins Leipziger Diakonissenkrankenhaus. Er leidet unter angeborenen Klumpfüßen, die nun in einem langwierigen Prozess im hier ansässigen Fachzentrum für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie versorgt werden.

„Zunächst versuchten wir mit – ständig zu erneuernden – Gipsbandagen, die Stellung der Knochen langsam in eine richtige Position zu bringen. Danach machte sich eine Operation erforderlich, wo wir an beiden Füßen jeweils die Achillessehnen verlängerten und die Fußhebesehnen vom Fußinnenrand auf die Fußmitte versetzten“, so die niedergelassene Kinderorthopädin Babett Döhnert, die mit Oberarzt Boris Wesseler das Fußzentrum leitet. Nach dieser OP am Montag, die Antonio laut Wesseler gut überstand, kamen seine Beinchen nochmals in Gips. Vielleicht so für sechs Wochen, damit die Wunden verheilen, wie Döhnert erklärt. In der Folge erhalte der Junge zudem Physiotherapie – damit er wieder laufen lernt. Die Orthopädiefirma Schürmaier passe ihm letztlich Schienen an, die er mit nach Hause nehmen und eine Weile noch nachts über anlegen soll.

Antonio in ein Leben auf zwei funktionsfähigen Beinen zu verhelfen – das sei hier im Diako „Teamwork“, betont Döhnert. Alle brächten sich ein: von den Ärzten, Schwestern, Pflegern bis hin zu Küchenfrauen und Reinigungsteam. Nicht zuletzt hätten die Schwestern Antonio auch schon zwecks Beschäftigung zwischen einzelnen Behandlungen mit einem stattlichen Arsenal an Spielzeug versehen, und Oberarzt Wesseler ihn übers Wochenende auch schon mit nach Hause genommen. „Das passt. Ich habe zwei Töchter in seinem Alter. Mit denen hat er schon ganz schön herumgeobert“, sagt Wesseler. Der Fußchirurg ist sich sicher: „Wenn alles nach Plan läuft, wird Antonio nach der Behandlung einmal auf geraden Füßen stehen und weitgehend normal laufen können.“ – Wir wünschen ihm von Herzen, dass er nach Rückkehr in seine Familie ein besseres und aktiveres Leben führen kann, als es ihm bisher möglich war“, sagt Döhnert. Und Antonio purzelt dann doch noch ein Wort über die Lippen, das erklärt, was er dann Zuhause gern tun will: „Fußball spielen!“

Das Leipziger Diako engagiert sich wie schon so oft zuvor in solch einem Fall unentgeltlich. Antonio ist bereits das 45. Kind, das „Friedensdorf International“ hierher zur Behandlung brachte. „Die Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation geht auf die Initiative von Professor Sieghart Grafe zurück, der von 1978 bis 2001 als unfallchirurgischer Chefarzt bei uns tätig war und hier die ersten Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten medizinisch versorgte“, sagt Diako-Sprecher Alexander Friebel. Die Kooperation werde von Grafes Nachfolger Ulrich Socha, zugleich Ärztlicher Direktor des Krankenhauses, und dessen Team nun fortgesetzt. Bislang stammte die Mehrzahl der jungen „Friedensdorf-Patienten“ des Diako aus Afrika und Asien. Vorwiegend wurden sie hier aufgrund von Knocheninfektionen und Fehlstellungen der Beine behandelt.

Die gemeinnützige Initiative „Friedensdorf International“ selbst begeht 2017 übrigens ihr 50-jähriges Bestehen. Was einst als Bürgerinitiative in Oberhausen begann, hat sich über Jahre zu einem Netzwerk aus engagierten Helfern und Unterstützern entwickelt, das jährlich mehreren hundert kranken oder verletzten Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten eine medizinische Versorgung ermöglicht, die in deren Heimat nicht gegeben ist. „Leipzigs Diako ist seit 1994 ein Teil dieses Netzwerkes“, so Friebel.

Um auch künftig Kindern wie Antonio zu helfen, gibt es das Spendenkonto des Ev. Diakonissenkrankenhauses Leipzig, Evangelische Bank, IBAN: DE 51520604100108011206). Stichwort „Kriegsverletzte Kinder“.

Von Angelika Raulien

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