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Lokales Leipziger Eigenheime in Serie geplündert: 29-Jähriger schweigt vor Gericht
Leipzig Lokales Leipziger Eigenheime in Serie geplündert: 29-Jähriger schweigt vor Gericht
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00:17 01.08.2016
Seit Februar 2016 in Untersuchungshaft: Dumitru H. (29). Quelle: André Kempner
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Leipzig

Er gilt als rabiat: Hand- und auch Fußfesseln durften dem mutmaßlichen Serieneinbrecher Dumitru H. zum Auftakt des Prozesses am Freitag im Landgericht Leipzig zunächst nicht abgenommen werden. Der 29-Jährige, der gleich 19 Einfamilienhäuser im Leipziger Norden geplündert haben soll, hatte nach seiner Festnahme im Zentralen Polizeigewahrsam dermaßen randaliert, dass seine Zelle gesperrt werden musste. Im Gerichtssaal wirkte der Installateur aus Rumänien jedoch ziemlich gelassen. Zu den Vorwürfen äußere sich ihr Mandant am ersten Verhandlungstag allerdings nicht, erklärte Verteidigerin Kerstin Linnemann. Der Prozess läuft noch bis zum 1. September.

Laut Staatsanwaltschaft setzte die Einbruchserie am 2./3. Oktober 2015 in Schönefeld ein. „Erst kurz zuvor war der Angeklagte aus der Haft entlassen worden“, sagte Oberstaatsanwalt Guido Lunkeit. Das betroffene erste Objekt: ein Eigenheim mit Arztpraxis in der Heiterblickstraße, aus dem über Nacht ein umfangreiches Sortiment an Kommunikationselektronik verschwand. In der Folge häuften sich Einbrüche außer in Schönefeld in den Ortsteilen Thekla und Wiederitzsch. Die Staatsanwaltschaft bezifferte die Beute aus 19 Einbrüchen mit rund 200 000 Euro. Zudem entstand Sachschaden in Höhe von 40 000 Euro, als Scheiben eingeschlagen und Türen aufgehebelt wurden.

Der Beschuldigte soll es vor allem auf Laptops, Mobiltelefone, Schmuck, Uhren, Münzen und Bargeld abgesehen haben. Allein in dem Tresor, den Dumitru H. laut Anklage am 29. Januar dieses Jahres in der Wiederitzscher Georg-Herwegh-Straße habe mitgehen lassen, befanden sich mehr als 30 000 Euro, sagte der Oberstaatsanwalt. Seinen Worten zufolge war in der Theklaer Ursula-Götze-Straße neben Silber- und Messingbesteck auch eine Modelleisenbahn das Objekt der Begierde. Als einen Höhepunkt der Serie benannte Lunkeit das Wochenende vom 30./31. Januar mit gleich sechs geplünderten Wohnhäusern.

Zu dieser Zeit befand sich der einschlägig vorbestrafte Dumitru H. längst im Visier der Ermittlungsgruppe „Balkan“, die wegen massiver Einbrüche von Polizeidirektion Leipzig und Landeskriminalamt Sachsen gegründet worden war. Sie nahm den Rumänen am 1. Februar fest. Damals rückte auch ein Landsmann (34) in den Fokus der Ermittler. Dieses Verfahren wurde aber eingestellt.

Dumitru H. gilt bereits als Verdächtiger in einer Reihe weiterer Fälle. Dem 29-Jährigen drohen mehrere Jahre Haft. In einem vergleichbaren Verfahren mit acht Einbrüchen sei der Angeklagte 2014 zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden, berichtete der Vorsitzende Richter Rüdiger Harr. Die Strafe sei aber nur wegen des Geständnisses mild ausgefallen.

Von Sabine Kreuz

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