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Lokales Leipziger Einheitsdenkmal: Pfarrer Führer plädiert für den Herbstgarten
Leipzig Lokales Leipziger Einheitsdenkmal: Pfarrer Führer plädiert für den Herbstgarten
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23:59 17.12.2013
Christian Führer (Archivfoto) Quelle: André Kempner

ührer zu Wort, einer der maßgeblichen Akteure der Friedlichen Revolution 1989. Im folgenden Beitrag für die LVZ spricht er sich für das Modell "Herbstgarten" aus - und freut sich über einen Fortschritt in der Debatte:

Erfreulicherweise sind wir in der öffentlichen Diskussion offenbar einen Schritt vorwärts gekommen, indem nicht mehr das Denkmal als solches infrage gestellt wird. Denn die Tatsache, dass die Bundesregierung für die Erinnerung und Würdigung der Friedlichen Revolution von 1989 für Deutschland zwei Denkmäler - in Leipzig und Berlin - in Auftrag gegeben hat, bedeutet zugleich die Wertschätzung der Rolle der Friedensgebete und Demonstrationen in Leipzig stellvertretend für andere Orte der Republik.

Nun sind die Diskussionen um die Entwürfe weiterhin relevant, wie das in einer Demokratie möglich und nötig ist. Ich halte den Entwurf "Keine Gewalt. Herbstgarten" aus folgenden Gründen für geeignet:

1. Er entspricht nicht dem gängigen Schema von einem Denkmal und fällt so aus dem Rahmen - wie die Friedliche Revolution selbst, die auch nicht dem gängigen Schema von Revolution entspricht.

2. Er ist eine ungewöhnliche und eigenwillige Ergänzung zu den genuinen Stätten der Friedlichen Revolution - Nikolaikirche, Nikolaikirchhof, Säule, Brunnen, Lichtinstallation - keine Nachahmung oder bloße Verstärkung. Insofern eine Bereicherung mit der Hervorhebung des "Keine Gewalt" durch Buchstabensegmente und des Apfelgartens, der immer neu blüht und Früchte trägt - wie es die Friedliche Revolution auch tun soll - und immer gepflegt und vor Verwahrlosung bewahrt werden muss wie die Demokratie selbst.

3. Er liegt auf einer Sichtachse und ist die denkbar größte Alternative zum Völkerschlachtdenkmal, das nationalistisch, militaristisch und weltanschaulich missbraucht werden kann, wie die Zeit zwischen 1933 und 1989 belegt.

"Keine Gewalt. Herbstgarten" ist ein "denk - mal", an dessen Zustand sich zukünftig und immer wieder ablesen lässt, wie präsent und maßgeblich uns die Friedliche Revolution und die Werte der Demokratie nicht nur in dieser Stadt sind. Mit einem Satz: Der Entwurf ist traditionsbewusst, gegenwartsnah und zukunftsorientiert. Er sollte 2014 Wirklichkeit werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.12.2013

Christian Führer

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