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Leipziger Einheitsdenkmal - Stadtforum fordert Wettbewerbsabbruch

Leipziger Einheitsdenkmal - Stadtforum fordert Wettbewerbsabbruch

Das Leipziger Stadtforum - ein Zusammenschluss von Bürgervereinen und anderen Initiativen - plädiert für einen Abbruch des Wettbewerbsverfahrens für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz.

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Löst im Moment die größte Begeisterung bei der Jury aus: der Herbstgarten.

Quelle: Entwurf Tina BaraAlba DUrbano

Leipzig. In einem offenen Brief an den Oberbürgermeister sowie alle Ratsfraktionen fordert das Stadtforum jetzt, keinen der drei Preisträger mit der Umsetzung ihrer Entwürfe zu beauftragen. Erst nach einem solchen Beschluss des Stadtrates solle gemeinsam mit Bund und Land geklärt werden, unter welchen rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen ein neuer Anlauf für ein würdevolles Gedenken zu diesem Thema im öffentlichen Raum unternommen werden kann. "Falls danach ein regelrechtes Denkmalprojekt mit nationalem Anspruch überhaupt nicht möglich erscheint, muss konsequenterweise auf eine Realisierung auf absehbare Zeit verzichtet werden", heißt es in dem Brief. Stattdessen könnten aber alternative Vorschläge wie etwa von Bürgern, die bei den Demonstrationen im Herbst 1989 dabei waren, geprüft und diskutiert werden. Leipzig verfüge bereits über mehrere würdevolle Gedächtnisorte für die Friedliche Revolution, betonen die Verfasser. Ein Abbruch des Wettbewerbs sei "die einzige Möglichkeit, hier dauerhaften Schaden von der Stadt und dem würdevollen Gedenken an die welthistorischen Ereignisse in Leipzig 1989 abzuwenden."

Konkret bringt das Stadtforum fünf Hauptkritikpunkte gegen das Wettbewerbsergebnis vor:

- Die Siegerentwürfe würden vom Großteil der Einwohner nicht akzeptiert.

- Der Leuschnerplatz als Denkmalsstandort habe bei den Montagsdemonstrationen 1989 keine Rolle gespielt.

- Keiner der "eher spielerischen Siegerentwürfe" werde den dramatischen Ereignissen gerecht, bei denen es beinahe zu einem Blutbad gekommen wäre.

- Die Entwürfe erzeugten keine Fernwirkung. Sie könnte keine Aufmerksamkeit bei Menschen erregen, die von den damaligen Ereignissen gar nichts mehr wissen. Dies widerspreche komplett der Idee eines nationalen Denkmals.

- Auch städtebaulich seien die Siegerarbeiten unbefriedigend, da sie den erst wieder neu zu schaffenden Platz jeder weiteren Funktion berauben würden.

Dem Schreiben haben sich auch Prominente angeschlossen - zum Beispiel Gudrun Neumann, die 1989 zu den Organisatoren der Kundgebungen auf dem Augustusplatz gehörte. Auch die Mit-Demonstranten Tobias Keller und Wolfram Günther gehören zu den Unterstützern, ebenso Ex-Baubürgermeister Niels Gormsen, CDU-Stadtrat Dieter Deissler, Kunsthistoriker Thomas Topfstedt, Autor Birk Engmann und Denkmalpfleger Gerhart Pasch.

Der offene Brief wurde am Mittwochabend versandt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.08.2013

Jens Rometsch

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