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Lokales Leipziger Elefantenbaby starb an inneren Verletzungen – Zoochef weist Vorwürfe zurück
Leipzig Lokales Leipziger Elefantenbaby starb an inneren Verletzungen – Zoochef weist Vorwürfe zurück
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15:04 11.04.2012
Leipzigs Zoo-Chef Jörg Junhold Quelle: Christian Nitsche
Leipzig

Die Ergebnisse der Obduktion liegen seit Mittwoch vor.

Die 26 Jahre alte Elefantenkuh Hoa hatte das Jungtier am Ostermontag kurz nach der Geburt angegriffen und tödlich verletzt. Die genaue Ursache für die Reaktion der Mutter lässt sich laut Junhold nicht klären. Möglich sei, dass Geburtsschmerz oder die Unerfahrenheit Hoas Verhaltenbeeinflusst hätten. Junhold betonte am Mittwoch noch einmal, dass ein Eingreifen der Zoo-Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen nicht möglich gewesen sei.

„Alle an der Vorbereitung und Durchführung der Geburt beteiligten Personen von den Tierpflegern über die Kuratoren und den Tierarzt haben zu jedem Zeitpunkt höchst professionell gearbeitet. Wir verwehren uns gegen Angriffe auf die Kompetenz unserer Mitarbeiter durch externe Akteure, die weder in den Entscheidungsprozess eingebunden waren noch die Rahmenbedingungen kennen“, betonte Junhold.

Am Dienstag war Kritik an den Veranwortlichen der Anlage laut geworden. Die Tierrechtsorganisation Endzoo hatte kritisiert, dass Hoa außerhalb ihrer Herde im Laufstall des Elefantenhauses ihr Junges zur Welt brachte, ohne die Hilfe geburtserfahrener Mütter.

„Der Zoo hat sich unter Abwägung aller Risiken und im Bewusstsein der möglichen Gefahren für eine möglichst natürliche, stressfreie Geburtsvariante ohne Ketten entschieden“, erklärte Junhold. Hoa habe unter der Geburt die Möglichkeit intensiv genutzt, sich zu bewegen. Das wäre an Ketten so nicht möglich gewesen.

Mutter Hoa hat das Elefantenbaby angegriffen. Quelle: Wolfgang Zeyen

Zudem, so Junhold, wurde das Risiko einer Geburt im Beisein anderer Elefantenkühe auf Grund der Gruppenstruktur, die nicht auf einer natürlich gewachsenen Familiengruppe basiert, für zu hoch eingestuft. Deshalb sei darauf verzichtet worden.

Der Zoodirektor kündigte an, trotz des Rückschlags eine funktionierende Zuchtgruppe aufbauen zu wollen. Den Leipziger Elefantentempel „Ganesha Mandir“ bezeichente er als eine der modernsten Anlagen Europas.

Matthias Roth

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