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Lokales Leipziger Elsterhochflutbett: Deiche nach Hochwasser 2013 wieder in Form
Leipzig Lokales Leipziger Elsterhochflutbett: Deiche nach Hochwasser 2013 wieder in Form
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23:59 19.02.2014
Axel Bobbe Quelle: Christian Nitsche

Axel Bobbe atmet in diesen Tagen tief durch. Und blickt dankbar zum Himmel und aufs Thermometer. Wie der Leiter des Betriebes Elbe/Mulde/Untere Weiße Elster der Landestalsperrenverwaltung (LTV) in Rötha auf LVZ-Anfrage mitteilte, sind die Arbeiten am Hochflutbett planmäßig und dank der milden Witterung ohne Probleme vonstattengegangen. "Wir hatten in Petrus einen starken Partner", ist Bobbe erleichtert. Bis Ende März/Anfang April seien zwischen dem Verteiler Knauthain und der Brückenstraße nur noch Böschung und Deichkronen in Ordnung zu bringen. Die Hochwasserschadensbeseitigung kostet rund vier Millionen Euro. Das Geld zahlt der Freistaat Sachsen.

Wie berichtet, waren bei der Flut im Juni vorigen Jahres durch das 4750 Meter lange Elsterhochflutbett zwischen dem Verteiler in Knauthain und dem Übergang zum Elsterflutbett in Großzschocher sekündlich 470 Kubikmeter Wasser geströmt. Die Deiche entlang der "Überlaufrinne" westlich des Cospudener Sees und östlich der Weißen Elster hatten auf einer Länge von insgesamt acht Kilometern einem enormen Druck Stand zu halten. Hunderte Bundeswehrsoldaten und unzählige Freiwillige halfen in dieser kritischen Phase, die Dämme mit Sandsäcken zu stabilisieren. Der extrem hohe Pegelstand über mehrere Tage weichte die Erdwälle auf. Das Wasser, das rückseitig austrat, spülte Sand aus den Deichen. Die Kronen senkten sich. Auch die anschließende Hitzeperiode setzte dem Schutzsystem zu. Aufgrund der raschen Austrocknung bildeten sich zum Teil erhebliche Risse. Im Herbst, als die Instandsetzungsmaßnahmen mit der Errichtung von Baustraßen begannen, hatte Betriebsleiter Bobbe mit Sorge auf den Jahreswechsel geblickt. "Wenn jetzt nur ein Viertel der Menge des Juni-Hochwassers auf Leipzig zurollt, bekommen wir Probleme", warnte Bobbe im November 2013 in der LVZ.

Nach der jüngsten Flut hatte es zwischen Landestalsperrenverwaltung und Stadt Leipzig zunächst eine Kontroverse um die Baugenehmigung gegeben. Für einen 500 Meter langen Deichabschnitt südlich der Brückenstraße bestanden seitens der Unteren Naturschutzbehörde im Rathaus Bedenken wegen der möglichen Beeinträchtigung geschützter Arten. "Die Kommune war damals nicht im Unrecht, aber sie hat die formelle Seite für unseren Geschmack etwas überstrapaziert", erläutert Bobbe. Nachdem die Landestalsperrenverwaltung sämtliche Bedenken ausgeräumt hatte, gab es Ende Oktober das ersehnte grüne Licht aus dem städtischen Amt für Umweltschutz. "In den Landkreisen, die auch vom Hochwasser betroffen waren, ist das alles etwas unkomplizierter gelaufen."

Eine wichtige Rolle beim Hochwasserschutz für den Raum Leipzig nimmt auch in Zukunft der Zwenkauer See ein. Anfang Juni 2013 war das Flutungsbauwerk in Zitzschen geöffnet worden, woraufhin sich 20 Millionen Kubikmeter Weiße-Elster-Wasser in das Tagebaurestloch ergossen.

Die Pläne sehen vor, dass der Zwenkauer See nach einer dramatischen Lage ähnlich der im vergangenen Jahr die aufgenommenen Wassermassen innerhalb von sechs bis acht Wochen wieder abgibt, "um dann als Speicher einmal mehr zur Verfügung zu stehen", sagt Bobbe. Eine wichtige Rolle spielen dabei drei Hochwasserschutzbauwerke in der Umgebung des Sees. Von diesen existiert bislang nur das Zitzschener Wehr. "Das riesige Auslaufbauwerk bei Hartmannsdorf befindet sich gerade im Bau. Ende 2014 soll es betriebsbereit sein." Zwei große Betonröhren, mehrere hundert Meter lang, dienen der zügigen Entleerung des künstlichen Sees, dessen endgültiger Wasserspiegel bekanntlich noch gar nicht erreicht ist. Zudem ist die Errichtung eines dritten Bauwerks vonnöten, um das überschüssige Grundwasser, das ein vollgelaufener Zwenkauer See produziert, in den Griff zu bekommen. "Alles das wird nach Vorstellungen des Bergbausanierers LMBV nicht vor 2018 fertig sein", so Bobbe.

Der optimale Flutschutz lässt also noch ein wenig auf sich warten. "Fürs Erste können wir uns trotzdem ein Stückchen zurücklehnen, denn für den Fall, dass in diesem Jahr wieder eine Welle kommt, gibt es im Zwenkauer See immer noch genügend Stauraum. Und wenn ab 2015 das Auslaufbauwerk bei Hartmannsdorf steht, kann das Wasser, das wir in den See leiten, jederzeit wieder abfließen", sagt der LTV-Mann. Für ein Hochwasser, wie es alle 150 Jahre vorkomme, sei Leipzig dann ausreichend geschützt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.02.2014

Dominic Welters

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