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Leipziger Eltern fordern Ausweitung der Kita-Notbetreuung

Drei Wochen Streik Leipziger Eltern fordern Ausweitung der Kita-Notbetreuung

Nach drei Wochen Streik und teils durchgängig geschlossener Kindertagesstätten fordern die Leipziger Elternvertretungen eine deutliche Ausweitung und Verbesserung der Notbetreuung. Derweil sind wieder Gespräche zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern in Sicht.

Im Kita-Tarifkonflikt sind wieder Gespräche zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern in Sicht.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Angesichts des andauernden Kita-Streiks fordern die Leipziger Elternvertretungen eine Notdienstvereinbarung zwischen den Gewerkschaften und der Stadt. Es müsse eine bessere und umfangreichere Notbetreuung sichergestellt werden, „betroffene Familien brauchen jetzt Hilfe“, hieß es in der gemeinsamen Mitteilung der gewählten Elternvertretungen für Kita und Horte (GER) und der für alle Schularten (SER). Die Verantwortlichen sollten an den Verhandlungstisch zurückkehren und den Streik sofort aussetzen.

Eine Ausweitung der Notbetreuung sei ohne die Kooperationsbereitschaft der Gewerkschaften aber kaum möglich, so Stadtsprecher Matthias Hasberg am Donnerstag gegenüber LVZ.de. Es gebe dazu bisher keinerlei Gesprächsangebot. Trotzdem suche die Stadt nach Lösungen, wie die Lasten für die Eltern besser verteilt werden könnten. Es sei für Eltern und Kinder bitter, dass immer dieselben Einrichtungen komplett geschlossen seien.

Auf die Auswahl der bestreikten Einrichtungen habe die Stadt aber keinen Einfluss. Diese Entscheidung sei Sache der Gewerkschaften, teilte das Amt für Jugend, Familie und Bildung in einem Informationsschreiben an die Eltern mit. Das Schreiben erläutert in knappen Sätzen Stand und Inhalt der Tarifverhandlungen und gibt Antworten auf die Frage, warum eine Einigung so schwer zu erzielen ist.

Die Leipziger Elternvertretungen forderten alle Eltern auf, das Angebot der Stadt zu nutzen, die Elternbeiträge anteilig zurückzuerstatten. „Die ist ein nicht selbstverständliches Entgegenkommen. Bitte machen Sie Gebrauch davon“, hieß es. Zudem sollten die Betroffenen weiterhin respektvoll mit den Erzieherinnen und Erziehern umzugehen.

Neue Gesprächsrunde der Tarifparteien

Unterdessen sind im festgefahrenen Tarifstreit um mehr Geld für Erzieher und Sozialarbeiter neue Gespräche von Arbeitgebern und Gewerkschaften in Sicht. Der genaue Termin in der kommenden Woche steht aber noch nicht fest. Auch ob es eine neue Verhandlungsrunde geben wird, war am Donnerstagabend noch unklar.
Verdi-Chef Frank Bsirske teilte in Frankfurt mit, die Spitze der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) Montag zu einem Gespräch in Berlin eingeladen zu haben. Der Streik werde aber nicht ausgesetzt, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Die Arbeitgeberseite gab wiederum bekannt, am Dienstag mit den beteiligten Gewerkschaften Verhandlungen in Frankfurt führen zu wollen. Dabei werde auch ein Angebot präsentiert, kündigte VKA-Präsident Thomas Böhle an. Ein Vorschlagspapier mit Verbesserungen bei Eingruppierungen sei zu einem formalen Angebot erhoben worden.

Von den Verbesserungen würde nach Böhles Worten rund die Hälfte der Erzieher profitieren. Erzieher mit besonderen Aufgaben bekämen demnach bis zu 443 Euro mehr im Monat, Leiter von Kitas 448 Euro. Verdi-Sprecher Christoph Schmitz sagte, die Vorschläge seien ein Zwischenstand, der weitere Gespräche ermögliche. Eine Grundlage, um den Streik in den Kitas auszusetzen, seien sie aber nicht. Die VKA-Vorschläge würden nur die Situation eines sehr kleinen Teils der Beschäftigten verbessern.

30.000 Streikende bei Demonstrationen am Donnerstag

Bei Kundgebungen in Frankfurt und Hamburg demonstrierten am Donnerstag rund 30.000 Streikende für mehr Geld und Anerkennung. Insgesamt beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben am Donnerstag rund 50.000 Erzieher und Sozialarbeiter an den Arbeitsniederlegungen.

Der unbefristete Streik läuft bereits seit dem 8. Mai. Dazu haben neben Verdi auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Deutsche Beamtenbund dbb aufgerufen. Sie fordern eine höhere Eingruppierung der bundesweit rund 240.000 Erzieher und Sozialarbeiter, die laut Verdi zu Einkommensverbesserungen von im Schnitt zehn Prozent führen würde.

In absolut ausweglosen Situationen sollen sich betroffene Eltern an die Vertretungen wenden, die Hilfe organisieren wollen.

Konstanze Morgenroth (Vorsitzende GER)
Tel.: 0341 / 24 25 59 60
www.gesamtelternrat-leipzig.de
info@gesamtelternrat-leipzig.de

Pier Meier (Vorsitzender SER)
www.ser-leipzig.de/

chg

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