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Lokales Leipziger Eltern schlagen Alarm: Unterrichtscontainer an Neruda-Schule gesperrt
Leipzig Lokales Leipziger Eltern schlagen Alarm: Unterrichtscontainer an Neruda-Schule gesperrt
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00:17 28.08.2016
Eigentlich sollten hier Erstklässler spielen und lernen. Doch die Schulcontainer dürfen nicht genutzt werden. Im Rathaus wird fieberhaft nach einer Lösung gesucht. Quelle: Foto: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Eine Panne im Schuldezernat der Stadtverwaltung bereitet der Pablo-Neruda-Grundschule in der Tarostraße 6 erhebliche Probleme: Die Behörde hat offenbar Schulcontainer angeschafft, die in Sachsen feuerpolizeilich nicht zugelassen sind. Die fünf ersten Klassen, die dort unterrichtet werden sollten, verschärfen jetzt die Platznot im Hauptgebäude. Betroffene Eltern berichten von chaotischen Zuständen.

„Morgens gibt es ein großes Gerangel vor den Spinden, da der Garderobenbereich viel zu eng für so viele Kinder ist“, berichtet Carola de Groote, stellvertretende Elternsprecherin der Schule. Das Hauptgebäude, das eigentlich nur für 336 Kinder zugelassen sei, müsse aktuell 412 Schüler aufnehmen. Lärm- und Schmutzbelastungen seien gestiegen, ebenso das Unfallrisiko. „In den Hofpausen drängen sich die Kinder auf zu wenig Platz und der Unterricht muss durch die Lehrer regelmäßig verkürzt werden, da die Pausenzeiten für die Toilettennutzung nicht ausreichen.“

Auch im Speiseraum müssten die Kinder „teilweise bis zu 25 Minuten anstehen“, eine ruhige Einnahme der Mahlzeiten sei im überfüllten Raum nicht möglich, obwohl die Schulleitung auf die besondere Situation bereits mit einer veränderten Taktung der Pausenzeiten reagiert habe. Weil das neue Schulgebäude in Passivhaus-Bauweise errichtet wurde, sei es der Überbelegung nicht gewachsen. „Es ist keine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff für alle in dem Gebäude befindlichen Personen möglich und das konzentrierte Arbeiten und Lernen wird beeinträchtigt, ganz absehen von den gesundheitlichen Risiken“, so de Groote.

Für die zusätzlich eingestellten Pädagogen gebe es keine ausreichenden Arbeitsmöglichkeiten im Lehrer- und Erzieherzimmer; auch der Fachunterricht könne nur noch eingeschränkt in den dafür ausgestatteten Räumen stattfinden. Denn drei Klassen belegen das Werk-, das Kunstzimmer und den Computerraum, zwei Klassen müssen sich die Aula teilen. Vor Ort wollte sich gestern kein Lehrer zur Situation äußern. Die Schulleiterin sei seit zwei Tagen in Meißen, hieß es.

Trotz der prekären Situation war gestern an den leeren Schulcontainern keine Menschenseele zu sehen. Der Grund: Die ursprünglich geplante Renovierung der Container wurde gestoppt, weil jetzt Extragelder für eine erweiterte Renovierung beschafft werden müssen. Der Bezug der Container könnte sich dadurch bis mindesten zu den Herbstferien verzögern, heißt es hinter vorgehaltener Hand – vielleicht sogar länger.

Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) wollte sich zu den Vorgängen nicht äußern und delegierte die Angelegenheit an Jugendamtsleiter Nicolas Tsapos. Doch auch von diesem war gestern stundenlang nichts zu hören. Danach meldete sich Stadtsprecher Matthias Hasberg. Er wisse nicht, warum die Schulcontainer nicht genutzt werden können. „Aber es hat wohl etwas mit Brandschutz zu tun.“ Am Nachmittag hätten sich maßgebliche Entscheider getroffen und nach einer Lösung gesucht. „Jetzt sollen Ertüchtigungsmaßnahmen in Angriff genommen werden“, so der Sprecher. Was geschehe, könne er aber nicht sagen. „Es wird eine Lösung geben, aber der Zeitpunkt steht noch nicht fest.“

Hasberg erklärte aber, die Ausschreibung für die Anschaffung der Schulcontainer sei korrekt gewesen; ähnliche Container würden bereits an der dritten Grundschule stehen. Auch die Folgen seien nicht so dramatisch, wie von den Eltern geschildert. „Zum Thema Lüftung liegen uns aktuell keine Problemanzeigen vor.“ Der Fachunterricht erfolge in den Fachkabinetten, nur bisher separat genutzte Horträume würden doppelt genutzt. Auch die Aula werde für den Unterricht genutzt. Die Wartezeiten im Speisesaal würden inzwischen fünf bis zehn Minuten betragen, weil sich die Schüler nicht mehr eigenständig an Theken bedienen dürfen. „Im Brandschutzkonzept ist keine maximale Schüleranzahl angegeben“, so Hasberg. „Die Flucht- und Rettungswege im Hauptgebäude erfüllen auch für die gegenwärtige Belegung die Anforderungen nach Mindestbreite und Anzahl.“

Von Andreas Tappert

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