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Leipziger Entwickler gewinnen Apple Design Award

Softwarebranche Leipziger Entwickler gewinnen Apple Design Award

Softwarefirma überzeugt Branchenriesen mit Schreibprogramm Ulysses: In San Francisco wurde den Leipzigern um Unternehmensgründer Max Seelemann nun der begehrte Entwickler-Preis überreicht.

Der Leipziger Firmengründer Max Seelemann (l.) und seine Programmierer Friedrich Gräter und Götz Fabian gewinnen den Apple Design Award in den San Francisco.

Quelle: dpa

Leipzig/San Francisco. Die Leipziger Softwarefirma ‚The Soulmen’ ist am Montag auf der US-Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco mit dem Apple Design Award ausgezeichnet worden. Prämiert wurden die Entwickler für ihre innovative Textverarbeitungsoftware Ulysses, die für Mac, iPad und seit März dieses Jahr auch für das iPhone angeboten wird. Sie richtet sich an Buchautoren, Journalisten, Wissenschaftler, Studenten und Blogger.

Leistungsstarkes Programm

Ulysses sei ein „leistungsstarkes Programm“, das durch sein klares und aufgeräumtes Design ein ablenkungsfreies Schreiben ermögliche. Gleichzeitig sei es „mit Werkzeugen ausgestattet, die das produktive Arbeiten in jeder Phase des Schreibprozesses unterstützen“, so Apple in seiner Begründung. Unter den diesjährigen Gewinnern des renommierten Software-Preises ist das Programm die einzige Mac-App. Jeder Preisträger erhält mehrere Apple-Produkte sowie eine prominente Platzierung in den Softwareshops. Insgesamt wurden zwölf Preise an zehn Unternehmen verliehen.

„Mit dem Award wird für uns ein Traum wahr“, sagte der 29-jährige Leipziger Firmengründer, Max Seelemann. Seit 2007 fährt er zu der Verleihung, konnte bislang aber nie selbst die begehrte Trophäe, einen bei Bewegung leuchtenden Alu-Würfel, in den Händen halten. „Bei rund zwei Millionen Programmen im iPhone-Appstore, ist es eine große Ehre, prämiert zu werden.“ Die Auszeichnung motiviere ihn und sein Team, weiter an dem Programm zu arbeiten und es zur „besten Schreibapp zu machen.“

Neue Version bald auf dem Markt

Bereits in den nächsten Wochen soll es eine verbesserte Version geben, könnten User ihre Texte mit einem Klick in Wordpress stellen, bei Dropbox einbinden oder Blinde das Programm leichter über die Stimme steuern. Mit dem Preis stimmt künftig auch die Kasse. „Der Award ist ein Gütesiegel und bringt beste Platzierungen in den Appstores mit sich, mit dem wir neue Kunden werben.“ Zudem sei man im Kontakt mit Apple-Mitarbeitern. Bei Problemen auf Programmiereseite, stünden künftig die Türen offen.

The Soulmen haben ihren Sitz in der Brockhausstraße 88 in Leipzig. Elf Mitarbeiter werkeln in den Bereichen Entwicklung, Design, Marketing und Support. Ihre Software kam erstmals 2013 auf den Markt und wurde bereits zwei Mal von Apple als „Best of Mac App Store“ ausgezeichnet. Neben dem übersichtlichen Design und diverser Textbearbeitungstools ist eine weitere Besonderheit die umfassende Synchronisierung zwischen allen Geräten der Apple-User.

Großer Absatz in den USA

Große wie kleine Schreibprojekte lassen sich laut Hersteller problemlos organisieren und als PDF-Datei, HTML-Code oder E-Book exportieren. Die neue iPhone-App biete „die gleichen Möglichkeiten wie die Mac-App – man könnte ohne weiteres einen Roman damit schreiben“, sagte der Preisträger Seelemann.

Die Software sei vor allem bei Bloggern und Buchautoren beliebt. Obwohl sie derzeit an Popularität in Deutschland zulegt, ist der Marktanteil englischsprachiger Länder größer – allen voran die USA. Weltweit liegen die Nutzerzahlen der App, die erst seit drei Jahren verkauft wird, im fünfstelligen Bereich.

Vom Roman zur Software

2003 erschien die Vorgängerversion von Ulysses – einer der ersten Schreibprogramme speziell für Autoren. Mitfirmengründer Marcus Fehn wollte damals einen Roman schreiben, fand aber kein Schreibprogramm, das ihm zusagte. Fehn, damals in einer Webagentur in Hamburg angestellt, beschloss selbst eines zu entwerfen. Den passenden Programmierer fand er in dem damals 15-jährigen Max Seelemann, Schüler des Leipziger Ostwald-Gymnasiums. Erst nach seinem Informatikstudium an der TU Dresden setzten sie ganz auf die Softwareentwicklung. Mit internationalem Erfolg.

Von Oliver Becker

Leipzig 51.3396955 12.3730747
Leipzig
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