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Lokales Leipziger Entwickler wollen mit App Menschen im realen Leben zusammenbringen
Leipzig Lokales Leipziger Entwickler wollen mit App Menschen im realen Leben zusammenbringen
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17:15 04.12.2017
Zwei Leipziger Informatiker haben die App „Meetle“ entwickelt, die Menschen auch im echten Leben zusammenbringen soll. Quelle: privat
Leipzig

„Man verpasst seine Freunde häufig, obwohl sie ganz nah sind“, haben zwei Leipziger IT-Experten in der Weihnachtszeit vor vier Jahren festgestellt. Bei einem Familienfest kam ihnen die Idee für eine App, die verrät, ob ein Freund in der Nähe ist.

Für die Entwickler Karl-Ludwig Wachler (31) und Axel Augstein (32) aus Leipzig war damals klar, dass bei einer solchen Funktion Privatsphäre unerlässlich ist. „Wir mögen Apps nicht, bei denen man den Standort verrät“, sagt Wachler. Sie wollten also eine Anwendung entwickeln, die zwar anzeigt, dass ein Kontakt aus dem Telefon-Adressbuch in der Nähe ist, aber nicht preisgibt, wo er sich aufhält und die Standorte nicht speichert.

„Für uns war klar, dass wir das in Leipzig machen“

Wachler und Augstein gründeten dafür 2014 eine Firma, prüften ihre Idee an Testgruppen und entwarfen Prototypen für die App „Meetle“. „Für uns war klar, dass wir das in Leipzig machen“, sagt Wachler, der wie Augstein in Leipzig geboren und aufgewachsen ist. Durch die Uni gibt es viele junge Leute und IT-Entwickler. „Hier fühlen wir uns wohl.“ Mittlerweile arbeiten 13 Menschen bei der Firma.

Die App kam im Juni dieses Jahres auf den Markt, seit September gibt es sie auch für Android-Betriebssysteme. Nutzer von Meetle können eigene Avatare erstellen. Befinden sie sich in höchstens 20 Kilometern Entfernung, werden sie freigegebenen anderen Kontakte angezeigt und sehen sie auf ihrem eigenen Handy-Display. Dabei wird nur die Distanz, nicht aber der genaue Standort verraten.

App „Meetle“ mit derzeit 1.500 Nutzern

„Meetle soll die Möglichkeit geben, sich mit seinem sozialen Netzwerk nicht nur virtuell, sondern auch tatsächlich zu treffen“, sagt Wachler, der Mathe- und Informatiklehramt studiert hat. „Man verbringt durchschnittlich drei Stunden in sozialen Medien, da klingelt man in seiner übrigen Zeit nicht mehr bei Freunden durch“, sagt er. Die App soll Freunden dennoch anzeigen, dass man in der Nähe ist. Spontan könne man sich dann beispielsweise zum Kaffee verabreden.

1.500 Nutzer zählt die Smartphone-Anwendung mittlerweile. Die Gründer hatten mit größerem Zuspruch gerechnet. „Das Teilen des Orts ist generell schwierig“, sagt Wachler. Gerade in Deutschland hätten viele Nutzer Bedenken zum Datenschutz. „Wir müssen erst Vertrauen aufbauen und an Feinheiten arbeiten“, sagt Wachler. Derzeit sind die Mitarbeiter von Meetle damit beschäftigt, herauszufinden, was ihren Nutzern wichtig ist. „Wir wollen auf den Anmerkungen aufbauen“, sagt der 31-Jährige. Wie viele Treffen im echten Leben Meetle bereits herbeigeführt hat, kann Wachler nicht sagen: „Wir möchten so wenig Daten speichern wie möglich.“

Gründer gehen von 100.000 Meetle-Nutzern im kommenden Jahr aus

Im September hat die amerikanische Firma „Sales Force Europe“ in das Leipziger Unternehmen investiert. Die Server der Firma stehen aber weiterhin in Europa, so dass die Datenschutzrichtlinien der EU gelten, sagen die Gründer.

Für die Zukunft haben die beiden Leipziger Informatiker einiges vor: Längerfristig wollen die Gründer Meetle in England und in einem asiatischen Land einführen. Neben dem Chat und dem Erstellen von Veranstaltungen sollen künftig auch weitere Funktionen möglich sein. In den nächsten Monaten wollen sie 10.000 Meetle-Nutzer haben, im Laufe des kommenden Jahres sollen es bis zu 100.000 werden.

Von Theresa Held

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