Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipziger Ex-Jugendamtsleiter Haller wechselt zur Drogenhilfe
Leipzig Lokales Leipziger Ex-Jugendamtsleiter Haller wechselt zur Drogenhilfe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:59 26.05.2013
Siegfried Haller. Quelle: Andreas Döring

Der 58-Jährige wird im Juni die Leitung des Zentrums für Drogenhilfe übernehmen. Das teilte das Rathaus auf LVZ-Anfrage mit. Das Zentrum gehört zum städtischen Klinikum St. Georg.

Haller ist seit Anfang März vom Dienst suspendiert. Er war zuletzt mit der Führung der Mammutbehörde (1700 Mitarbeiter, ein Drittel der gesamten Stadtverwaltung) überfordert. Offiziell hatte sich das Rathaus nie zu den Gründen der Beurlaubung geäußert. Allerdings dürfte der Rauswurf im Zusammenhang mit mehreren schweren Pannen in Hallers Amtsbereich stehen, die allesamt nach einer von ihm vorgenommenen Umstrukturierung auftraten.

So wird der Behörde der Tod einer Mutter und ihres Kleinkindes in Gohlis angelastet. Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialdienstes des Jugendamtes kümmerten sich lange Zeit um die drogenabhängige 26-Jährige und ihren Jungen, bis die Behörde die Betreuung im April 2012 einstellte - angeblich, weil das Wohl des Kindes zu dem Zeitpunkt nicht mehr gefährdet war. Zwei Monate später starb die junge Mutter jedoch an einer Überdosis Drogen, ihr Kind verdurstete zwei Tage später.

Wenige Tage vor Hallers Abberufung wurde das Jugendamt zudem über den Tod eines fünf Monate alten Jungen informiert. Auch dessen Mutter und ein Geschwisterkind waren vom Allgemeinen Sozialdienst betreut worden.

Plagiatsvorwurf gegen Haller

Ende des vergangenen Jahres mehrten sich Schließungen von Schulsporthallen, weil deren Instandhaltung über Jahre vernachlässigt worden war. Darüber hinaus belastete ein Plagiatsvorwurf das Arbeitsverhältnis von Haller. Die Universität Halle erkannte ihm voriges Jahr seinen 2003 erworbenen Doktortitel ab, weil er ganze Passagen der Dissertation ohne Quellenangaben von anderen Autoren übernommen haben soll.

Bereits bei seiner Abberufung als Jugendamtsleiter war darüber spekuliert worden, ob Haller zum Zentrum für Drogenhilfe wechselt (die LVZ berichtete). Denn zum gleichen Zeitpunkt wurde dort der Leitungsposten frei. Nach acht Jahren an der Spitze des Zentrums hatte sich Klaus Hinze in den Ruhestand verabschiedet.

Das Zentrum für Drogenhilfe bietet nach eigenen Angaben suchtkranken Menschen in Leipzig ein umfassendes Versorgungsnetz. Kostenlos werden dort Frauen und Männer betreut, die von Alkohol, Medikamenten, Nikotin, Heroin, Cannabis oder chemischen Drogen abhängig sind. Neben Beratungsstellen an sechs Standorten hält das Zentrum ferner zwei Übernachtungshäuser vor. Zum Leistungsspektrum gehören aber ebenso Überlebenshilfen wie Spritzentausch, hygienische Grund- sowie Essenversorgung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.05.2013

Staeubert, Klaus

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Baukörper des Völkerschlachtdenkmals wird bis Oktober 2013 saniert sein. Großen Anteil daran hat Oberbauleiter Ronald Börner von der Arbeitsgemeinschaft Völkerschlachtdenkmal.

26.05.2013

Ein Konvoi von 39 alternativen Wohnwagen und 70 Radfahrern sorgte am Samstag gegen 18.30 Uhr für Aufsehen in der Gießerstraße. "Rund 270 Personen waren dort unterwegs", teilte das Lagezentrum der Polizei am Sonntag mit.

26.05.2013

Mit einem großen Bürgerfest beginnen am Samstag offiziell die Feierlichkeiten zu den Jubiläen "200 Jahre Völkerschlacht" und "100 Jahre Völkerschlachtdenkmal".

25.05.2013
Anzeige