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Leipziger Experten warnen: Hacker haben auch kleine Unternehmen im Visier

Attacke auf Auerbachs Keller kein Einzelfall Leipziger Experten warnen: Hacker haben auch kleine Unternehmen im Visier

Der Hacker-Angriff auf das weltberühmte Restaurant Auerbachs Keller führte es vor Augen: Internet-Gangster haben längst auch die hiesige Wirtschaft im Visier, um abzukassieren. „Tagtäglich sind auch kleine und mittelständische Unternehmen von Hacking-Angriffen oder Phishing-Attacken betroffen“, sagt Vanessa Zeh von der Softline Solutions GmbH in Leipzig.

Auch kleinere Firmen werden zunehmend Opfer von Hacker-Angriffen.
 

Quelle: dpa

Leipzig. Der Hacker-Angriff auf das weltberühmte Restaurant Auerbachs Keller führte es vor Augen: Internet-Gangster haben längst auch die hiesige Wirtschaft im Visier, um abzukassieren. „Tagtäglich sind auch kleine und mittelständische Unternehmen von Hacking-Angriffen oder Phishing-Attacken betroffen“, sagt Vanessa Zeh von der Softline Solutions GmbH. Das Leipziger IT-Beratungsunternehmen betreut in der Region nach eigenen Angaben 22 private und städtische Betriebe, darunter fünf Großbetriebe, 13 Mittelständler und vier kleine Firmen.

Die Gefahr aus dem Netz ist vielschichtig: Kriminelle schleusen Trojaner und Viren ein, greifen Unternehmensnetzwerke an, erlangen Zugriff auf schlecht oder gar nicht gesicherte Server, attackieren Webseiten und Online-Shops. Im Fall Auerbachs Keller zog sich der Cyberangriff drei Jahre lang hin. Wie im Sommer 2015 bekannt wurde, schöpften Unbekannte zwischen Mai 2011 und März 2014 Daten von 464 Kreditkarteninhabern ab, nachdem zuvor ein Virus ins System gelangt war (die LVZ berichtete). Später bekamen die Betroffenen Shopping-Touren in New York abgebucht, von denen sie gar nichts wussten. Die Täter wurden nie gefasst: Im Juni 2014 stellte die Staatsanwaltschaft Leipzig das Ermittlungsverfahren ergebnislos ein. Im Auerbachs Keller wurde die komplette Hardware erneuert. Weitere Konsequenz: Dort werden nun keine Kreditkarten mehr angenommen.

Noch gravierender sind Fälle, bei denen Betreiber sogenannter kritischer Infrastrukturen wie etwa Energieversorger oder Telekommunikationsanbieter zu Opfern von Hackerangriffen werden. Diese seien mittlerweile nach dem im Juli in Kraft getretenen IT-Sicherheitsgesetz verpflichtet, schwerwiegende Attacken auf ihre Systeme an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zu melden, berichtet Zeh. Allein große Telekommunikationsunternehmen verzeichneten pro Tag hunderttausende Angriffe auf ihre Netzwerke, so die Leipziger Experten. Die Sprecherin von Softline Solutions erwähnt eine weltweite Studie, wonach im Jahr 2014 die Gesamtzahl der Angriffe auf die IT-Sicherheit von Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr um 48 Prozent auf 42,8 Millionen angestiegen ist. „Der durch Cyberkriminalität erfasste Verlust für die deutsche Wirtschaft betrug im Jahr 2014 über 40 Millionen Euro“, so Zeh. „Die Dunkelziffer dürfte aber weitaus höher liegen.“

Dass überhaupt täglich tausende Cyberattacken auf Unternehmen und Behörden verübt werden können, ist nach Ansicht der Leipziger Sicherheitsexperten auch ein hausgemachtes Problem. Nach Einschätzung von Softline Solutions sind „eine Vielzahl der Unternehmensnetzwerke nur schlecht oder unzureichend gesichert“. Eine weitere Gefahrenquelle sei zudem jeder einzelne Mitarbeiter, wenn dieser nicht ausreichend über den sicheren Umgang mit Systemen, Daten und Passwörtern informiert ist. Im schlimmsten Fall erlangen Kriminelle Zugriff auf geschäftskritische Informationen und Daten sowie Einsicht in personenbezogene Daten, Kreditkarteninformationen oder Umsätze.

Nach Erkenntnissen des Bundesnachrichtendienstes seien gerade auch die kleineren und mittelständischen Unternehmen Ziele von Wirtschaftsspionage. Deutschland sei etwa für das Abschöpfen von Wirtschafts- und Unternehmensinformationen „ein Hochwertziel“, so BND-Präsident Gerhard Schindler im November. In den meisten Fällen blieben derartige Attacken über Jahre unbemerkt – so wie beim Auerbachs Keller.

Von Frank Döring

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