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Leipziger Felsenkeller wird mit einem großen Ball im Februar wachgeküsst

Leipziger Felsenkeller wird mit einem großen Ball im Februar wachgeküsst

Wer den Saal betritt, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Irgendwie ist es im Felsenkeller in der Karl-Heine-Straße noch wie früher. "Wir wollen nicht wie ein Ufo landen - als fertiges Projekt, sondern in den Stadtteil hineinwachsen", betont Jörg Folta, Geschäftsführer der Felsenkeller Betriebs GmbH.

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Ein Kleinod wird als Kulturdomizil zum Leben erweckt: der Felsenkeller in der Karl-Heine-Straße 32.

Quelle: André Kempner

"Wachgeküsst" - so ist dann auch folgerichtig der offizielle Eröffnungsball am 21. Februar 2015 überschrieben. Das Motto steht symbolisch für das 1890 gebaute Traditionshaus, das vielen Leipzigern unvergessliche Abende und Nächte geschenkt hat. Anfang November meldete sich der Felsenkeller - 2011 durch das Bauordnungsamt gesperrt - mit ersten Veranstaltungen zurück. Die eigens gegründete Betreibergesellschaft erläuterte gestern ihre Pläne.

Zunächst ist der Saal ertüchtigt, damit bei Konzerten bis zu 1400 Leute hineindürfen. So wurden viele tragende Bauteile erneuert, der Brandschutz heutigen Erfordernissen angepasst. Das hat sich die Eigentümergesellschaft, die das Gebäude 1994 von der Treuhand kaufte, fast eine Million Euro kosten lassen. Sagt Ingo Seidemann, der Vertreter der Gemeinschaft, die das damals sehr baufällige Haus "aus einer Laune heraus" vor dem Ruin retten wollte und kaufte. Und schon damals viel Geld investierte, um den Hausschwamm zu beseitigen, es aber auch für einen Möbelverkauf oder umstrittene Ausstellungen öffnete.

"Wir wollten nie eine Umnutzung des Hauses, aber es gibt wirtschaftliche Zwänge", betont Projektentwickler Seidemann. Deshalb wurde geprüft, auch einen Supermarkt zu integrieren - was im Vorjahr zu einer emotional geladenen Demonstration führte (die LVZ berichtete). Einzelhandel, etwa durch einen Anbau auf dem großen Gelände, zu integrieren, könnte aber nach wie vor eine Option sein. "Wir wissen allerdings nicht einmal, ob wir das wollen oder dürfen." Geprüft wurde auch, den Felsenkeller für das Theaterhaus Leipziger Westen zu nutzen - vergebens. Seitdem ist klar, dass der Ausbau mindestens fünf Millionen Euro kostet. Das allein, sagt Seidemann, könne die Eigentümergemeinschaft nicht schultern. Geplant ist daher, Fördermittel zu beantragen. Ins Quergebäude an der Karl-Heine-Straße soll künftig wieder eine Gaststätte hinein. Der Biergarten könnte ebenfalls sein Comeback erleben. "Aber noch nicht im nächsten Jahr", so Seidemann. Von außen behält der Felsenkeller, übrigens einst eine Versammlungsstätte der Arbeiterbewegung, sein altes Gesicht.

Als erster Schritt zieht in den Saal neues Leben ein. "Der Felsenkeller wird als Ballhaus, aber auch für Konzerte, Lesungen, Theater, Tanz, Dinnershow oder Varieté genutzt", kündigt Jörg Folta an. Zum Team gehören Leute mit Erfahrungen in der Branche, die seit Jahren in Mitteldeutschland verschiedenste Konzerte und Festivals organisieren - darunter das Ska-Festival in Roßlau oder Auftritte in der Orangerie Ferropolis. Bei Theaterveranstaltungen und Lesungen gibt es bis zu 750 Sitzplätze.

Geplant sind aber auch regelmäßige Bälle. "Nächstes Jahr wird der Felsenkeller 125 Jahre alt. Das ist ein wunderbarer Einstieg, um an das Flair von einst zu erinnern", erklärt Anja Busse, Geschäftsführerin der Lipsi Lillies. Leipzigs erste Burlesquetruppe wird dort ebenso regelmäßig auftreten wie Entertainer Bert Callenbach. Darüber hinaus soll der Veranstaltungsort für Tagungen, Empfänge, Firmenfeiern vermietet werden. Das klingt ein wenig wie die Kongreßhalle, die Zoo und Stadt Leipzig derzeit mit deutlich mehr Geld herrichten. "Wir sehen uns aber nicht als Konkurrenz", betont Seidemann. "Der Felsenkeller hat sein eigenes Flair."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.11.2014

Orbeck, Mathias

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