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Lokales Leipziger Fernbus-Terminal peilt 1,6 Millionen Reisende an
Leipzig Lokales Leipziger Fernbus-Terminal peilt 1,6 Millionen Reisende an
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00:24 24.04.2018
Ein Jahr nach der Grundsteinlegung startet in Leipzigs neuem Fernbus-Terminal morgen der Regelbetrieb. Das Parkhaus mit 550 Stellplätzen in den Obergeschossen öffnet im Mai. Alle Busse fahren über die Straße Sachsenseite (r.).   Quelle: Foto: Dirk Knofe
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Leipzig

Meilenstein für den Leipziger Reise-Verkehr: Unmittelbar am Hauptbahnhof wurde am Donnerstag ein modernes Terminal für Fern- und Reisebusse eröffnet. Allein im ersten Betriebsjahr sollen dort 30. 000 Busse Passagiere ein- und ausladen.

„Wir rechnen mit 1,6 Millionen Fahrgästen im Startjahr“, sagte Stephan Pieper von der Firma OPG Center-Parking. Sie betreibt das Terminal gemeinsam mit dem Leipziger Unternehmen 4Service BusPort. „Die Kapazität ist damit sehr ähnlich der des Dresdner Flughafens.“ Langfristig werde für Leipzigs Fernbus-Bahnhof mit drei Millionen Fahrgästen gerechnet.

Leipzigs Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) erinnerte daran, dass nach der Liberalisierung des Marktes für Fernbusse vor fünf Jahren in der Stadt lediglich Haltestellen-Schilder in der Goethestraße aufgestellt worden waren. Statt der miserablen Bedingungen dort gebe es ab diesem Samstag – wenn um 7 Uhr der Regelbetrieb beginnt – ein komfortables Gebäude mit sehr kurzen Wegen zu allen anderen Verkehrsarten.

Weil die Stadt weder ein City-Grundstück noch die 15 Millionen Euro für das Bauprojekt bereitstellen konnte, seien private Investoren in die Bresche gesprungen.

Der noch amtierende Stadtplanungsamtsleiter Jochem Lunebach habe schließlich die Idee entwickelt, über das Busterminal ein Auto-Parkhaus mit 550 Stellplätzen zu setzen. „Was jetzt tatsächlich hier entstanden ist, sieht besser aus als auf den Zeichnungen. Und das ist nicht immer so“, lobte Dubrau. Durch die direkte Nachbarschaft des Terminals zu Zügen, S-Bahn, Straßenbahn und Nahverkehrsbussen werde die Innenstadt beim Autoverkehr entlastet.

So funktioniert der neue Fernbusbahnhof in Leipzig: LVZ.de erklärt das Terminal neben dem Hauptbahnhof.

Die Reisenden können ab morgen jede Menge Service-Angebote am „modernsten Mobilitätshub Deutschlands“ nutzen, so BusPort-Chef Dirk Luthe. Dazu gehörten unter anderem die Service-Station mit dem Leipziger Inklusions-Reisebüro Ettlich & Heimann, Gepäckaufbewahrung, Fundbüro, Ticket-Schalter, Geldautomaten, Zeitungen, Reisebedarf, Mietwagen von Europcar, Toiletten und nicht zuletzt einem „KAMPuS“ genannten Schnellrestaurant. „Das ist ein ganz neues Konzept, das die Kamps-Gruppe als Betreiber so bisher nur am Kölner Flughafen eingerichtet hat.“

Alle Abläufe in dem Terminal seien wie an einem Flughafen organisiert. Zum Beispiel würden eventuelle Verspätungen sofort an den Anzeigetafeln sichtbar. Die Busse fahren an den neun baulich erhöhten Bussteigen im Inneren nur kurz zum Ein- oder Aussteigen vor. Für längere Wartezeiten entstehe noch dieses Jahr in 350 Metern Entfernung (am Ende der Straße Sachsenseite) ein großer Parkplatz samt Servicestation für die Fahrer.

Inspiriert von einem Flughafen sollen von dem Bus-Terminal neben dem Leipziger Hauptbahnhof in Zukunft die Fernbusse starten. Die LVZ hat vor der Eröffnung den Probebetrieb besucht.

Außer dem deutschen Marktführer Flixbus haben sich schon 15 weitere Fern- und Reisebusunternehmen für das Terminal angemeldet. Flixbus-Geschäftsführer Fabian Stenger kündigte in einem Interview mit der LVZ an, dass zu den derzeit 130 Direktzielen ab Leipzig im nächsten Monat noch weitere wie Rotterdam und Bratislava hinzukommen. Nach Berlin-Schönefeld sollen dann bis zu achtmal pro Tag Busse starten, bis zu viermal täglich nach Rostock und auch öfter nach Rügen.

Bis Herbst 2019 entstehen neben dem Verkehrsknoten zwei Hotels für 72 Millionen Euro, so Ingo Seidemann vom Projektentwickler S&G Development.

Von Jens Rometsch

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