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Lokales Leipziger Feuerwehr-Chef Karl-Heinz Schneider: "Rauchmelder gehören in jedes Kinderzimmer"
Leipzig Lokales Leipziger Feuerwehr-Chef Karl-Heinz Schneider: "Rauchmelder gehören in jedes Kinderzimmer"
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23:59 13.06.2014
Feuerwehrchef Karl-Heinz Schneider. Quelle: Nick Putzmann

Herr Schneider, wie viele Leipziger Haushalte verfügen über Rauchmelder?

20 Prozent. Das sind 80 Prozent zu wenig.

Der Einbau der Geräte ist in Sachsen allerdings nicht Pflicht.

Stimmt. Und das ist aus fachlicher Sicht völlig unverständlich. Denn die Zahl der Todesfälle ging dort, wo die Warnmelder vorgeschrieben sind, um die Hälfte zurück. Zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern oder in Baden-Württemberg.

Und warum zieht der Freistaat nicht nach?

Trotz dieser überzeugenden Argumente sieht der Gesetzgeber keinen Handlungsbedarf. In 13 Bundesländern ist die Rauchmelderpflicht eingeführt, in Berlin und Brandenburg passiert das noch 2014. Dann ist Sachsen das Schlusslicht.

Im Mai starben binnen drei Wochen zwei Leipziger, 55 und 60 Jahre alt, an Rauchvergiftung. Zigarettenglut löste jeweils die Brände aus ...

... und in beiden Fällen gab es keine Heimrauchmelder. Diese hätten die Bewohner rechtzeitig gewarnt und Leben retten können. Das Rauchen im Bett oder auf dem Sofa gilt als häufigste Ursache bei Bränden mit Todesfolge. Vergessene Adventskerzen und vergessene Töpfe auf dem eingeschalteten Herd führen häufig zu ausgedehnten Wohnungsbränden.

Jeder Mieter oder Eigentümer kann die technischen Lebensretter selbst installieren. Wie viele je Haushalt sollten es sein?

Zunächst einmal gilt: Rauchmelder gehören in jedes Kinderzimmer. Denn Kinder spielen gern mit Feuer. Brennt es, bekommen sie Angst und verstecken sich statt Alarm zu schlagen. Über die erforderliche Anzahl kann sich jeder unter Telefon 0341 1239800 bei der Abteilung vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz informieren oder im Internet unter www.rauchmelder-lebensretter.de.

Was kostet ein Gerät?

Ein wirklich gutes zwischen 25 und 30 Euro. In einem Großmarkt wurde mal ein Doppelpack aus Fernost für vier Euro angeboten. Wie sich herausstellte, hatten die Teile gar kein Innenleben.

Interview: Sabine Kreuz

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.06.2014

Sabine Kreuz

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