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Leipziger Feuerwehr spürt gefährliche Substanzen auf

Neue Spezialeinheit Leipziger Feuerwehr spürt gefährliche Substanzen auf

In Leipzig hat die zwölfköpfige Spezialeinheit „Analytische Task Force“ am Mittwoch den Probebetrieb aufgenommen. Sie soll künftig bei großen chemischen, biologischen, radioaktiven und nuklearen Zwischenfällen schnell und kompetent die erforderlichen Messungen und Analysen durchführen.

Die neue Spezialeinheit der Leipziger Feuerwehr nahm am Mittwoch den Probebetrieb auf.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Am Mittwochmittag war die Zusammensetzung der Luft in der Feuerwache Süd an der Gerhard-Ellrodt-Straße ungefährlich. Denn Branddirektor Peter Heitmann präsentierte dort die neue Analytische Task Force Leipzig, die künftig bei großen Unfällen und Katastrophen mit gefährlichen Stoffen Messungen durchführen soll. „Ich bin sehr froh, dass unsere Feuerwehr den Zuschlag für den Aufbau dieser Einheit bekommen hat“, sagte Leipzigs oberster Brandschützer. Braunschweig und andere Städte hätten sich ebenfalls um die komplett vom Bund finanzierte und unterhaltene Task Force bemüht. Doch letztlich habe Leipzig die Nase vorn gehabt. „Weil wir sehr gut ausgebildete Kameraden haben, eine gute geografische Lage und eine exzellente Verkehrsverbindung“, zählte Heitmann auf. „Und natürlich vor allem auch wegen unserer sehr guten wissenschaftlichen Anbindung – zum Beispiel durch die Fakultät für Chemie und Mineralogie.“

Für die neue Task Force ist dies alles von existenzieller Bedeutung. Denn die zwölf Kameraden starke Spezialeinheit soll ebenso wie ihre sechs Schwestereinheiten – die über das gesamte Bundesgebiet verteilt sind – künftig im 200-Kilometer-Umkreis binnen zwei bis drei Stunden vor Ort eingreifen. Gedacht ist sie für sogenannte CBRN-Einsatzlagen – also Zwischenfälle mit chemischen, biologischen, radioaktiven und nuklearen Stoffen.

Heitmann & Co. betonten am Mittwoch, dass die Task Force keine Reaktion auf die seit einigen Wochen zunehmende Terrorgefahr ist. „Die Gründung wurde schon im Jahr 2013 geplant“, so der Feuerwehrchef. „Den Zuschlag haben wir am 9. September 2014 erhalten.“

Darüber hinaus sei diese Gefahrenabwehr für Leipzigs Feuerwehr kein neues Gebiet. Schon während der Fußball-Weltmeisterschaft Leipzig 2006 sei das Leipziger Zentralstadion mit ähnlichen Messanlagen vor, während und nach den Spielen permanent gescannt und überwacht worden, um auf das Ausbringen gefährlicher Substanzen unverzüglich reagieren zu können. „Das haben wir damals aber nicht groß publik gemacht“, so Heitmann.

Für Leipzigs Feuerwehr ist die Task Force auch deshalb interessant, weil sie jetzt die beste Technik besitzt, die der Markt bietet. Mindestens 500 000 Euro habe sich der Bund die technische Ausstattung kosten lassen, heißt es. Weitere rund 100 000 Euro würden jährlich für den Unterhalt aus Berlin fließen. Die neue Abteilung ist jetzt rund um die Uhr einsatzbereit.

Ihr Herzstück ist der Einsatzleitwagen, ein weißer Mercedes Sprinter. Er birgt nicht nur modernste EDV- und Funktechnik, sondern auch das Infrarot-Fernerkundungssystem Sigis 2. „Es spürt Chemikalien bis in fünf Kilometer Entfernung auf“, sagt Felix Perl von der Freiwilligen Feuerwehr Leipzig-Ost. Der 26-Jährige ist Chemiestudent im Masterstudium an der Uni Leipzig. Außerdem gibt es einen Gerätewagen für die Analytik und zwei Erkundungswagen für Messungen und Probenahmen mit jeweils vier Mann Besatzung.

Von Andreas Tappert

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