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Lokales Leipziger Feuerwehr trainiert für Unfälle mit Straßenbahnen
Leipzig Lokales Leipziger Feuerwehr trainiert für Unfälle mit Straßenbahnen
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07:00 17.10.2017
Langsam hebt sich der Bug der Leoliner-Bahn und Kameraden der Feuerwache Süd sichern den Höhenunterschied mit Unterlagen ab, um das Fahrzeug in dieser Position zu fixieren. Anschließend wird der „Verletzte“ unter der Bahn geborgen.  Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

 Erst am vergangenen Donnerstag war es wieder der Fall: Auf dem Georgiring überquerte eine 22-Jährige auf einem Fahrrad die Straßenbahngleise und übersah eine Straßenbahn der Linie 10. Die junge Frau wurde vom Fahrzeug erfasst und schwer verletzt unter der Bahn eingeklemmt. Befreit werden konnte sie nur noch von der Feuerwehr, die mit Spezialtechnik anrückte. In Minutenschnelle bugsierten die Kameraden das schwere Fahrzeug in die Höhe.

Was für Unbeteiligte wie von Zauberhand geschah, ist das Ergebnis ständigen Trainings – das am Montagvormittag wieder in der großen Wagenhalle des Straßenbahnhofs Angerbrücke stattfand. „Wir haben für solche Unfälle einen speziellen Rüstwagen, auf dem sich alles befindet, was wir für die Rettung von Eingeklemmten benötigen“, erklärte dort Peter Wiese, Einsatzleiter der Feuerwehr für den Bereich Mitte. Weil Straßenbahnen bis zu 65 Tonnen schwer sind, müssen sie besonders sorgfältig angehoben werden. „Wir üben hier jede Woche, damit bei Einsätzen jeder Handgriff sitzt“, so Wiese. „Denn bei solchen Unfällen zählt jede Minute.“

Am Montag übten zunächst 13 Kameraden der Feuerwache Süd. Sie griffen sich einen Hochleistungsheber vom Rüstwagen und liefen mit ihm zur vordersten Achse des bereitgestellten Leoliners. „Die meisten Geschädigten geraten vorn unter die Bahn“, kommentierte Wiese die Aktion. „Sie werden oft frontal gerammt und fallen dann auf das Gleisbett.“

Um helfen zu können, bugsierten die Kameraden das Vorderteil des Leoliners in beachtliche Höhe. Rüstwagen-Gruppenführer Andreas Lorfing und Löschfahrzeug-Gruppenführer Jan Kratze kontrollierten genau, ob dabei alle Vorschriften eingehalten wurden. Doch zu schnell durfte keiner der Kameraden unter das Fahrgestell klettern. Zu groß war die Gefahr, dass die schwere Last vielleicht doch noch herunterkracht – weil zum Beispiel ein Teil der Aufhängung nicht standhält und bricht. Erst nachdem der Höhenunterschied mit mehreren Unterlagen abgesichert war, durften die Kameraden unter die Bahn vordringen. Während sie das taten, rückte bereits der nächste Trupp an. Diesmal waren es 13 Kameraden der Feuerwache Mitte, die das Bergen von Verletzten proben wollten. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) stellen für solche Übungen jede Woche Straßenbahnen bereit. „Wir wollen damit auch sicherstellen, dass die Feuerwehr auch mal ein Fahrzeug aufs Gleis heben kann“, erklärte Sprecher Marc Backhaus. Die Kameraden könnten an allen Fahrzeugtypen üben.

Dass Passanten unter eine Straßenbahn geraten, komme leider nicht selten vor, so der Sprecher. „Häufig liegt das daran, dass Passanten Kopfhörer tragen“, berichtete er. Sie seien dann abgelenkt, würden nicht auf die Geräusche der Bahn achten oder in andere Richtungen schauen. „Auch heute noch gilt der gute alte Spruch: Augen auf im Straßenverkehr“, betont der Sprecher. Jeder sollte im Straßenverkehr lieber einmal mehr als zu wenig stehen bleiben und sich davon überzeugen, dass keine Gefahr droht.

Von Andreas Tappert

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