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Lokales Leipziger Flughafenforum droht das Aus: Airport will sich weiterhin nicht beteiligen
Leipzig Lokales Leipziger Flughafenforum droht das Aus: Airport will sich weiterhin nicht beteiligen
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16:02 21.06.2011
Flugzeuge stehen in der Nacht auf dem Flughafen Leipzig. Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Der Auslöser: Airport-Chef Dierk Näther hatte seine Teilnahme am Dialogforum Flughafen der Stadt Leipzig abgesagt, das Forum ließ die Sitzung am Montag platzen. Jetzt droht das ganze Projekt abzustürzen. Die Grünen fordern die Auflösung des Gremiums.

"Es macht keinen Sinn, so ein Forum bis ins Unendliche fortzuführen, wenn einer der entscheidenden Gesprächspartner nicht am Tisch sitzt", sagte Grünen-Fraktionschef Wolfram Leuze gegenüber LVZ-Online. Michael Teske, Vorstand der IG Nachtflugverbot, machte aus seiner Enttäuschung ebenfalls keinen Hehl: "Wenn man sich immer nur selbst bespiegelt, ist das sinnlos." Vor zwei Jahren hatte die Stadt Leipzig das Forum eingerichtet, "damit die betroffenen Parteien ihre Differenzen ausgleichen können", so Leuze.

Airport-Holding hält Dialogforum als Mittel für untauglich

"Dass wir an diesem Gremium nicht teilnehmen können, haben wir schon vor dem Leipziger Stadtratsbeschluss deutlich gesagt", entgegnete Robert Hesse, Leiter Konzernkommunikation der Mitteldeutschen Airport Holding. Man verkenne nicht, dass die Probleme der Bürger diskutiert werden müßten, halte aber das Dialogforum "als Mittel für untauglich".

Hesse verwies auf die Fluglärmkommission, in der bereits Dialog und Interessensausgleich betrieben würden. In dem Gremium fänden sich auch Teilnehmer aller anderen betroffenen Gebietskörperschaften, "und hier bekommen wir belastbare Ergebnisse für die Entwicklung des Flughafens", so Hesse. Über Vorhaben des Airports berichte man in Ortschaftsräten und Gemeindeparlamenten, habe außerdem die Info-Reihe "Flughafen aktuell" ins Leben gerufen. Hesse verwies in Sachsen Anwohnerinteressen auch auf den gültigen Planfeststellungsbeschluss, der das berücksichtige.

20-Punkte-Plan und Gutachten für "realistische Forderungen an den Flughafen"

Wolfram Leuze, Bündins 90/Die Grünen. Quelle: André Kempner

In Sachen Lärmschutz sehen die Teilnehmer des Dialogforums allerdings nach wie vor Handlungsbedarf. So wurde im April ein 20-Punkte-Arbeitsprogramm beschlossen, die Themen Flug- und Bodenlärm sowie die regionale Entwicklung stehen im Mittelpunkt. Die nächste Sitzung des Forums ist für August angesetzt, ob die Mitglieder dem Leipziger Grünen-Fraktionschef folgen und den Gesprächskreis auflösen werden, weiß Leuze nicht.

IG-Vorstand Teske verweist auf andere Formen des Protestes gegen Fluglärm. Er nennt die Demonstration von 500 Fluglärmgegnern am 9. Juni in Schkeuditz, wo sich 23 Initiativen gegen den Ausbau der Flughafen-Infrastruktur positionierten. Durch das Dialogforum besitze man jetzt außerdem eine von der Stadt Leipzig beauftragte Lärmschutz-Studie. Diese liefere die Grundlage für realistische Forderungen an den Flughafen Leipzig/Halle. Michael Teske: "Wir werden Anträge in den Stadtparlamenten stellen, im Landtag, in der Fluglärmkommission. Es muss aktiven Lärmschutz geben."

Evelyn ter Vehn

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