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Lokales Leipziger Förster starten Baumfällarbeiten im Stadtwald - Kritik von Umweltschützern
Leipzig Lokales Leipziger Förster starten Baumfällarbeiten im Stadtwald - Kritik von Umweltschützern
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16:44 27.10.2017
Im vergangenen Winter ärgerten sich Anwohner im Leipziger Süden über die Baumfällarbeiten. Quelle: Kempner
Leipzig

Vergangenen Winter schaukelte sich die Situation plötzlich hoch, es fielen Begriffe wie „Baummörder“ und „Trottel“. Der Grund: Baumfällarbeiten im Leipziger Auwald. Anwohner und Naturschützer waren entsetzt über das Ausmaß und schlugen Alarm. Oberförster Andreas Sickert berief sich hingegen auf den Forstwirtschaftsplan und notwendige Sicherheitsmaßnahmen.

Seitdem haben sich die Gemüter wieder beruhigt, doch schon bald könnten die alten Gräben wieder aufbrechen. Denn das Amt für Stadtgrün und Gewässer hat für Anfang November den Beginn der „alljährlich notwendigen Pflegearbeiten“ angekündigt. Im Zuge dessen sollen im Stadtwald auch 7000 Festmeter Holz geschlagen werden. Zum Vergleich: Im vergangenen Winter waren es rund 4000 Festmeter. Geplant waren damals eigentlich 10.000 Festmeter, aber unter anderem das schlechte Wetter habe das verhindert. Der Zehn-Jahresplan sehe aber insgesamt 80.000 Festmeter vor, deshalb müsse in diesem Jahr die Menge wieder erhöht werden. In Leipzigs Wäldern könnten in diesem Winter also noch mehr Holzhaufen auftauchen – zumindest wenn es diesmal wie geplant läuft.

„Die Arbeiten sind notwendig, um die Baumartenzusammensetzung der Leipziger Hartholzauen zu erhalten und zu verbessern“, so Leipzigs Oberförster Andreas Sickert. Gefördert werden soll vor allem die ökologisch wichtige Stieleiche, dafür müssten zuvor größere freie Flächen geschlagen werden. „Es geht um die Sicherung der Baumvielfalt und des Artenreichtums“, betont Sickert und verweist auf die Mitarbeit von wissenschaftlichen Einrichtungen, den Naturschutzbehörden und anerkannten –verbänden.

Kritik vom NuKla

Ganz anders sieht das hingegen Wolfgang Stoiber, Vorsitzender des Vereins Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald (Nukla). „Wir sind strikt gegen Abholzung“, sagt er. Diesen Frühjahr seien viele Bürger und Unternehmer auf den Verein zugekommen und hätten sich über die verstärkten Baumfällarbeiten beschwert. Der Wald sei gesund, Eingriffe nur in Ausnahmefällen nötig. „Abholzungen sind keine Pflegemaßnahme“, betont Stoiber. Zuletzt hatte es Streit zwischen den Stadtförstern und dem Nukla gegeben, weil der Verein nicht in der AG Stadtwald mitarbeiten darf, die unter anderem mit Sachverständigen besetzt ist.

Geplant sind in dieser Saison unter anderem Arbeiten im Plaußiger Wäldchen und im Umfeld des Cospudener Sees, wo vor 20 bis 40 Jahren Bestände gepflanzt wurden, die nun reduziert werden. Auch im Leutzscher Holz, der Nonne in Schleußig, im Connewitzer Holz und im Rosental kündigt das Amt für Stadtgrün und Gewässer Holzfällarbeiten an.

Lucas Grothe

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