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Leipziger Forscher: Artenvielfalt leidet unter intensiver Gartennutzung

Grüne Paradiese Leipziger Forscher: Artenvielfalt leidet unter intensiver Gartennutzung

Leipziger Wissenschaftler haben die Kleingärten in Leipzig untersucht, unter anderem Daten zu Pflanzen und zur Art der Bewirtschaftung erhoben. „Interessant dabei ist, dass Gärten mit mittelmäßiger Nutzung die höchste Artenvielfalt hatten“, so Botaniker Rolf Engelmann. Auf intensiv genutzten Parzellen tummelten sich hingegen nur wenige Arten.

Kleingärtner stehen bei den Leipzigern hoch im Kurs.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Erholung, Freizeit, Aufenthalt im Grünen – dies alles sind nach den Worten von Ulrike Weiland, Professorin für Stadtökologie an der Leipziger Universität,Gründe, warum es Städter in Kleingärten zieht. „Es gibt eine Möglichkeit, sich draußen zu treffen, eigenes Obst und Gemüse anzubauen“, führt die Professorin weiter aus. Auch Leipziger nutzen die kleinen Flecken Natur, um sich vom stressigen Alltag zu erholen, wie die LVZ-Serie „Mein grünes Paradies“ gezeigt hat.

Zusammen mit Rolf Engelmann, Doktorand im Bereich der speziellen Botanik, und Maria Inês Cabral vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) hat Weiland die Grünanlagen zum Forschungsthema gemacht. Unter anderem erhoben sie Daten zu Pflanzen. „Wir haben uns Gärten angeschaut, die vakant waren, welche mit mittelmäßiger Nutzung und welche, die intensiv genutzt wurden“, berichtet Engelmann.

Die Kriterien wurden rein optisch überprüft: Vakant bedeutet, dass die Parzelle verwildert ist und seit etwa einem Jahr niemand mehr die Pflanzen gepflegt hat. Als intensiv genutzt gelten Gärten, bei denen alles ordentlich zurechtgestutzt ist, der Rasen gemäht ist und sich auch zwischen den Wegeplatten kein Unkraut zeigt. Mittelmäßige Nutzung liegt irgendwo zwischen diesen beiden Kategorien. „Interessant dabei ist, dass Gärten mit mittelmäßiger Nutzung die höchste Artenvielfalt hatten“, so Botaniker Engelmann. Auf intensiv genutzten Parzellen tummelten sich dagegen nur wenige Arten.

Von Vorteil sind Schrebergärten nicht zuletzt aus klimatischer Sicht. „Das Mikro-Klima kann durch die Grünflächen kontrolliert werden“, berichtet Cabral. Durch Schatten spendende Pflanzen könne beispielsweise die Temperatur um ein paar Grad heruntergekühlt werden. Wie wichtig die Grünanlagen für die Messestadt sind, zeigen die Zahlen: 22 Prozent der kleinen Bäume und Sträucher in Leipzig sind in Kleingärten zu finden, beim Grasland sind es elf Prozent.

Die Wissenschaftler machten aber auch soziale Beobachtungen. Vor allem bei jungen Familien gibt es wieder eine Bewegung hin zu Gemeinschafts- oder Schrebergärten, so Weiland. Kinder können draußen spielen und die Natur kennenlernen, die Erwachsenen haben einen Treffpunkt.

Gemeinschaftlich genutzte Grünflächen liegen meist auf Brachland, das von der Stadt für eine bestimmte Zeit gepachtet werden kann. Der Nachteil daran: Findet sich ein Investor für die Fläche und der Pachtvertrag läuft aus, muss der Garten wahrscheinlich verschwinden. Bei Parzellen gibt es dieses Problem hingegen nicht, sie sind im Flächennutzungsplan der Stadt meist berücksichtigt. „Die Fläche, die von den Vereinen genutzt wird, ist stabil“, so Weiland.

Von Andrea Schulze

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