Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipziger Forscher: Artenvielfalt leidet unter intensiver Gartennutzung
Leipzig Lokales Leipziger Forscher: Artenvielfalt leidet unter intensiver Gartennutzung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:45 30.09.2016
Ulrike Weiland (links), Maria Inês Cabral und Rolf Engelmann erforschen Kleingärten. Quelle: Foto: Andrea Schulze
Leipzig

Erholung, Freizeit, Aufenthalt im Grünen – dies alles sind nach den Worten von Ulrike Weiland, Professorin für Stadtökologie an der Leipziger Universität,Gründe, warum es Städter in Kleingärten zieht. „Es gibt eine Möglichkeit, sich draußen zu treffen, eigenes Obst und Gemüse anzubauen“, führt die Professorin weiter aus. Auch Leipziger nutzen die kleinen Flecken Natur, um sich vom stressigen Alltag zu erholen, wie die LVZ-Serie „Mein grünes Paradies“ gezeigt hat.

Zusammen mit Rolf Engelmann, Doktorand im Bereich der speziellen Botanik, und Maria Inês Cabral vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) hat Weiland die Grünanlagen zum Forschungsthema gemacht. Unter anderem erhoben sie Daten zu Pflanzen. „Wir haben uns Gärten angeschaut, die vakant waren, welche mit mittelmäßiger Nutzung und welche, die intensiv genutzt wurden“, berichtet Engelmann.

Die Kriterien wurden rein optisch überprüft: Vakant bedeutet, dass die Parzelle verwildert ist und seit etwa einem Jahr niemand mehr die Pflanzen gepflegt hat. Als intensiv genutzt gelten Gärten, bei denen alles ordentlich zurechtgestutzt ist, der Rasen gemäht ist und sich auch zwischen den Wegeplatten kein Unkraut zeigt. Mittelmäßige Nutzung liegt irgendwo zwischen diesen beiden Kategorien. „Interessant dabei ist, dass Gärten mit mittelmäßiger Nutzung die höchste Artenvielfalt hatten“, so Botaniker Engelmann. Auf intensiv genutzten Parzellen tummelten sich dagegen nur wenige Arten.

Von Vorteil sind Schrebergärten nicht zuletzt aus klimatischer Sicht. „Das Mikro-Klima kann durch die Grünflächen kontrolliert werden“, berichtet Cabral. Durch Schatten spendende Pflanzen könne beispielsweise die Temperatur um ein paar Grad heruntergekühlt werden. Wie wichtig die Grünanlagen für die Messestadt sind, zeigen die Zahlen: 22 Prozent der kleinen Bäume und Sträucher in Leipzig sind in Kleingärten zu finden, beim Grasland sind es elf Prozent.

Die Wissenschaftler machten aber auch soziale Beobachtungen. Vor allem bei jungen Familien gibt es wieder eine Bewegung hin zu Gemeinschafts- oder Schrebergärten, so Weiland. Kinder können draußen spielen und die Natur kennenlernen, die Erwachsenen haben einen Treffpunkt.

Gemeinschaftlich genutzte Grünflächen liegen meist auf Brachland, das von der Stadt für eine bestimmte Zeit gepachtet werden kann. Der Nachteil daran: Findet sich ein Investor für die Fläche und der Pachtvertrag läuft aus, muss der Garten wahrscheinlich verschwinden. Bei Parzellen gibt es dieses Problem hingegen nicht, sie sind im Flächennutzungsplan der Stadt meist berücksichtigt. „Die Fläche, die von den Vereinen genutzt wird, ist stabil“, so Weiland.

Von Andrea Schulze

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit Monaten arbeitet der Mitteldeutsche Verkehrsverbund unter strengster Geheimhaltung an einem Bürgerticket für Leipzig. Denn dieser neue Fahrschein ist umstritten. Der Grund: Für ihn sollen alle Leipziger zahlen – auch die, die den öffentlichen Nahverkehr nicht nutzen.

30.09.2016

Für acht Unister-Firmen, darunter auch fluege.de, ist am Freitag in Leipzig offiziell das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Betroffen sind rund 700 Mitarbeiter. Für 34 Angestellte gab es am Freitag eine gute Nachricht: Sie dürfen bleiben.

30.09.2016

Von Flugobjekt bis Handarbeit: Mehr als 600 Aussteller zeigen auf der Leipziger Messe „Modell-Hobby-Spiel“ wieder neueste Trends der Freizeitbranche. Am Freitag wurden außerdem die schönsten Spiele mit dem „Graf Ludo“ ausgezeichnet.

30.09.2016