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Lokales Leipziger Forstwirt zwischen Bäumen, Laub und Maschinen
Leipzig Lokales Leipziger Forstwirt zwischen Bäumen, Laub und Maschinen
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01:00 20.07.2013
Christian Schädlich im Forstamt Leipzig. Quelle: André Kempner

Unter anderem von Christian Schädlich. Der frischgebackene Forstwirt hat seine Ausbildung in diesem Monat beendet. Sein Arbeitsplatz ist die Abteilung Stadtforsten vom Leipziger Amt für Stadtgrün und Gewässer in der Teichsstraße, dort ist der 26-Jährige aber nur selten anzutreffen. Die meiste Zeit verbringt der Leipziger im Auwald und hegt und pflegt die rund 44 Kilometer an Reitwegen, die den Pferdefreunde in Leipzig zur Verfügung stehen. "Die müssen ordentlich gemulcht werden", erklärt der 26-Jährige. "Sonst würden sich dort über das Jahr Brennnesseln und Gestrüpp ausbreiten." Auch die zahlreichen Waldwege halten er und seine Kollegen frei von Wildwuchs. Das sind allein im Auwald, Haupteinsatzgebiet der städtischen Forstwirte, rund 145 Kilometer. Das Wegenetz ist damit etwas länger als eine Autofahrt von Leipzig nach Magdeburg. Derzeit gibt es also genug zu tun für die Waldarbeiter.

Auch der Umweltschutz zählt zum Arbeitsgebiet der Forstwirte. Deshalb werden Bäume in Leipzig nur im Winter gefällt. "Wenn der Boden gefroren ist, richten wir mit den schweren Maschinen nicht so viel Schaden an", erklärt der Lößniger. "Außerdem ist das Holz in der Jahreszeit trockener und nicht so harzig." Nur besonders kranke Bäume dürfen auch im Sommer gefällt werden, falls ansonsten Folgeschäden drohen. Neue Bäume werden dann in Frühjahr und Herbst gepflanzt. Deren Pflege fällt auch in das Aufgabengebiet der Waldarbeiter, schließlich sind die jungen Pflanzentriebe für Rehe und andere Waldtiere sonst leichte Beute.

"Die Arbeit ist einfach sehr abwechslungsreich", findet der Leipziger. Noch dazu stimme die Mischung aus Natur und Technik. "Ein scheinbarer Gegensatz aber ich habe mich immer für beides interessiert und deshalb den Beruf gewählt." Drei Jahre dauert die Ausbildung zum Forstwirt. Der schulische Teil wird dabei für alle Sachsen zentral in der Forstschule in Morgenröthe-Rautenkranz (Vogtlandkreis) durchgeführt.

Während seiner Ausbildungszeit müssen die Lehrlinge ein eigenes Projekt planen und durchführen. Schädlich entschied sich für ein Naturschutz-Projekt. "Dabei habe ich rund 50 Bruthöhlen für den Wendehals am Cospudener See aufgestellt", erklärt der Leipziger. Die Population dieser Spechtart geht zurzeit europaweit zurück. Zumindest im Bereich Cospudener See scheinen sich die Vögel dank der Arbeit des 26-Jährigen wieder wohlzufühlen. "13 Brutpaare haben 2012 in den Höhlen genistet. Insgesamt sind dann acht kleine Wendehälse auch geschlüpft."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.07.2013

Florian Theis

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