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Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal - alles noch mal auf Los mit neuem Grundkonzept

Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal - alles noch mal auf Los mit neuem Grundkonzept

Drei Jahre nach dem ersten künstlerischen Wettbewerb nimmt die Stadt Leipzig jetzt neuen Anlauf für ein Denkmal, das an die Friedliche Revolution im Herbst 1989 erinnern soll.

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Nach der Jury-Entscheidung im Juli 2012 war Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) noch vom erstplatzierten Denkmalsentwurf fasziniert. (Symbolfoto)

Quelle: André Kempner

Das Kultur- und Stadtplanungsamt haben in den vergangenen Monaten gemeinsam ein Grundkonzept erarbeitet, das Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) spätestens im Juni vorgelegt werden soll.

"Der OBM will das Thema keinesfalls auf die lange Bank schieben", sagte Susanne Kucharski-Huniat gegenüber der LVZ. Laut der Kulturamtsleiterin geht es in dem Verfahrensvorschlag vor allem darum, wie bei dem neuen Anlauf eine rechtzeitige Bürger- und Öffentlichkeitsbeteiligung sichergestellt werden kann.

Geblieben sei die Grundidee, mit dem 2007 vom Bundestag beschlossenen Freiheits- und Einheitsdenkmal eine "angemessene Würdigung im öffentlichen Raum" zu schaffen. Ansonsten müsse aber vieles anders werden als beim ersten Wettbewerb, den der Stadtrat im Juli 2014 erfolglos beendet hatte. Der Wilhelm-Leuschner-Platz sei als Standort mittlerweile ausgeschlossen, fuhr Kucharski-Huniat fort. An der Wahl dieses Platzes, der im Herbst 1989 keine nennenswerte Rolle spielte, hatte sich immer wieder Kritik entzündet.

Auf Antrag der Grünen-Fraktion wurden im Haushalt für dieses und nächstes Jahr jeweils 50 000 Euro reserviert, die dem neuen Anlauf dienen sollen. Das Geld könne "für den Start eines breiten Beteiligungsprozesses über die Gestaltung des Verfahrens" genutzt werden, hieß es in dem Grünen-Vorschlag.

Sämtliche Kosten der gescheiterten Runde habe die Kommune mittlerweile beglichen, versicherte Kucharski-Huniat. "Die Fördermittel in Höhe von 415 000 Euro wurden bereits 2014 an den Freistaat Sachsen zurückgezahlt. Größte Position dabei waren die Teilnehmerhonorare und Preisgelder in Höhe von 175 000 Euro." Darüber hinaus musste die Stadt rund 100 000 Euro nicht förderfähiger Kosten für Projektsteuerung, Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit tragen, sagte sie. Insgesamt kostete der erste Wettbewerb Leipzig also 515 000 Euro. Es hätte deutlich mehr werden können. Doch die drei Preisträger, die erst vor einem Monat offiziell über den Abbruch des Verfahrens unterrichtet wurden, verzichteten bisher auf Schadenersatzforderungen. Ob sie diese hätten durchsetzen können, weil keiner ihrer Entwürfe realisiert wird, ist umstritten.

Bund und Land stehen weiter grundsätzlich zur Finanzierung eines Nationaldenkmals in Leipzig. Das Pendant am Berliner Stadtschloss - mit Betonung der Deutschen Einheit - soll dieses Jahr begonnen und 2017 fertiggestellt werden. Die dort geplante Wippe stand jedoch auch schon mehrfach auf der Kippe. In der "Denkpause" der letzten Monate sei weiter die Idee verfolgt worden, dass eine Betonung des Freiheitsthemas ein Schlüssel zum Erfolg in Leipzig sein könnte, so die Kulturamtsleiterin. Nötig sei vor allem eine klare Trennung zwischen der Bürgerbeteiligung, deren Ergebnisse in eine mögliche Wettbewerbsausschreibung einfließen, und einer Öffentlichkeitsbeteiligung, welche später nur der Information dient. Laut dem neuen Konzept, über das als nächstes OBM und Stadtrat entscheiden müssten, soll die Debatte mit der Bürgerschaft ausgeweitet und künftig unter der Dachmarke "Leipzig - weiter denken" beim Stadtplanungsamt organisiert werden.

Die CDU-Fraktion könnte sich sogar vorstellen, das Projekt ganz vom Rathaus zu entkoppeln, um es mitten in der Bürgerschaft zu verankern. Stadträtin Sabine Heymann erklärt: "Beim Richard-Wagner-Denkmal lief alles sehr erfolgreich über einen Verein." SPD-Fraktionschef Axel Dyck ist ebenfalls für einen baldigen Neustart: "Danach sollten wir uns aber Zeit für eine umfassende Diskussion lassen, in der den Beteiligten vom Herbst 1989 eine besondere Rolle zukommt." Sören Pellmann, Fraktionschef der Linken, will die Leipziger nicht allein zum Wie, sondern zuvor noch zum Ob befragen: "Wenn das neue Grundkonzept auf dem Tisch liegt, wäre das eine günstige Gelegenheit, um den von uns seit Jahren geforderten Bürgerentscheid zum Denkmal durchzuführen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.05.2015

Jens Rometsch

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