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Lokales Leipziger Friseure mit viel Wortwitz
Leipzig Lokales Leipziger Friseure mit viel Wortwitz
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00:27 18.01.2016
Der Bart muss ab! Torsten Cremer macht im Barbershop in der Waldstraße nur Männer schön. Quelle: André Kempner
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Leipzig

 Das neue Jahr hat’s gut. Das weiß gleich, wie es heißt. Und muss sich nicht mit Kreationen seiner Namensgeber herumärgern, die hierzulande keiner aussprechen kann, immerfort buchstabiert werden müssen oder einfach nur peinlich sind. Aber der Trend geht ja – zum Glück – in vielen Bereichen zurück zum Bodenständigen.

Bei vielen Dienstleistern steht immer öfter wieder draußen dran, was drinnen los ist. Blieben Fleischer und Bäcker ohnehin eher konservativ, sind Gastronomen da schon experimentierfreudiger. Friseure hingegen schießen den Vogel ab in Sachen Kreativität. Landauf, landab brillieren sie nicht nur mit extravaganten Schnitten, sondern auch mit originellen Wortschöpfungen für ihr Geschäft. Ganze Internetportale beschäftigen sich damit. Von den gut 850 Leipziger Salon sind auch einige darin vertreten.

In der Mehrzahl werben zwar nach wie vor Meister und Meisterin mit ihrem Namen auch für ihr Produkt. Allerlei Wortspiele mit „Haar“ und „Hair“ – Letzteres ist übrigens englisch und nicht etwa Synonym für Herrensalon – sollen aber ebenfalls Lust auf eine professionelle Behandlung mit Kamm und Schere machen. Ja, auch ihr Werkzeug führt die Branche mit Stolz im Namen. So gibt es den „Kammpus“ in der Schillerstraße, den „Stil.kamm“ im Markt 17, den „Schnittpunkt“-Haar in der Scharnhorststraße oder das „Krehaartiv“ in der Möckernschen Straße. „Hairlich“ wird es in der Gärtnerstraße. Im „Abschnitt 88“ geht es in Thekla zur Sache. Es wird

Reichlich Humor und Hairgotts-Vertrauen muss dann schon mitbringen, wer einen Termin beim „Kaiserschnitt“, in „Rudis Locken Puff“, beim „Hairkiller“, den „Asphalt Löckchen“ oder im „HaaRem“ vereinbart. Allesamt nicht in Leipzig.

Hier schaut aber vielleicht zweimal hin, wer die „Haarmetzgerei“ in der Kolonnadenstraße betritt. Als Friseurmeisterin Doreen Geheb vor fünf Jahren in die einstige Fleischerei einzog, stand für sie fest, dass sie nicht nur die schönen Fliesen übernimmt. „Ich saß mit Freunden in der Küche auf ein Getränk, als der Name geboren wurde. Viele fanden die Kombination interessant“, sagt die 35-Jährige. Längst holt die Kundschaft hier also keine Wurst- und Fleischwaren, sondern lässt Haare. „Häufig bleiben Leute auch nur draußen stehen und lesen. Oft zaubert unser Name ihnen nur ein Lächeln ins Gesicht. Dann ist alles gut“, betont die Meisterin.

„Men only“, nur Männer, erwartet seit sieben Jahren Torsten Cremers im Barbershop in der Waldstraße. Und das steht nicht nur dran. Dort sitzen auch nur Herren drin, und zwar im Ambiente eines englischen Gentlemen’s Club. „Ich will meine Vorstellungen ausleben und auch Männern mal ein Wohlfühlpaket anbieten. Viele lassen sich gern rasieren oder den Bart in Form bringen.“ Der 40-Jährige Friseurmeister mag es nobel. Von haarigen Wortspielen indes hält er wenig. „Haargenau, zum Beispiel, fände ich einfallslos. Frisierstübchen Barbara wäre schon besser.“

„Das ist alles reine Kopfsache“, sagt nicht nur Kartin Föhring, sondern nannte auch ihren Salon in der Sasstraße so, den die 31-Jährige seit 2008 mit ihrer Partnerin Kerstin Aurich (36) führt. „Wer zu uns kommt, will nicht nur die Haar schön. Wir beherrschen unser Handwerk, sind oft aber auch Psychologe und Berater.“ Mit dem Namen haben sie wohl die richtige Wahl getroffen: „Wir werden oft drauf angesprochen.“

Von Cornelia Lachmann

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