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Lokales Leipziger Gastwirte sehen Zuwanderer als Rettungsanker
Leipzig Lokales Leipziger Gastwirte sehen Zuwanderer als Rettungsanker
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07:00 22.02.2016
Sven Geyer von Zills Tunnel mit seinen spanischen Azubis. Kochlehrling Xavier Bruguera (18) kommt aus Barcelona, hat dort schon ein Jahr als Hilfskoch gearbeitet. Danach gab es von der Stadt keine Ausbildungsbeihilfe mehr und er musste aufhören. Die angehende Restaurantfachfrau Adriana Mendoza (21) kommt aus Palma de Mallorca. Sie ist gebürtige Ecuadorianerin, hat aber auch die spanische Staatsbürgerschaft. Ein Informatik-Studium hatte sie nach einem Jahr abgebrochen und dann als Kellnerin gejobbt.  Quelle: Fotos: André Kempner
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 Im Gastgewerbe brennt es: Der Mangel an Personalnachwuchs ist zum echten Problem geworden. Während eine Stadt wie Leipzig mit studentischen Aushilfen die Lücken noch einigermaßen schließen kann, schreitet in ländlichen Gebieten das Gasthofsterben voran. „Ausländer sind unsere Chance und unser Rettungsanker“, sagt Holm Retsch vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga.

Stapelweise Bewerbungen hätten sie vor zehn Jahren bekommen, erinnert sich Sven Geyer (45), Wirt von Zills Tunnel. Inzwischen bewerben sich nur noch vereinzelt deutsche Jugendliche um eine Ausbildung, und die sind oft nicht geeignet. Oder sagen selbst wieder ab. Woran der Bewerbermangel liegt? Geburtenschwache Jahrgänge, der Drang zum Studieren oder auch der Anspruch, an Feiertagen und Wochenenden nicht arbeiten zu wollen – das sind einige Gründe. Ein Trend, den die Chefs von Fairgourmet, Marché, Ratskeller und verschiedenen Leipziger Hotels fast wortgleich bestätigen.

53 junge Leute im Alter zwischen 18 und 27 Jahren aus Euroländern haben im September ihre Ausbildung in Leipzig begonnen, der größte Teil – 29 – in Hotellerie und Gastronomie. Die meisten Jugendlichen kommen aus Spanien, Einzelne aus Griechenland, Bulgarien, Italien und England. Im Vorfeld mussten alle Bewerber Deutsch lernen, jetzt haben sie wöchentlich einen Tag Deutsch-Unterricht.

Beim Hotel- und Gaststättenverband gehen die Überlegungen längst weiter in Richtung Flüchtlinge. „Arbeitswillige Migranten sind uns willkommen“, versichert Geschäftsführer Holm Retsch die „tausendprozentige Bereitschaft“ seiner Branche, viele Ausländer zu integrieren: „Wir stehen in den Startlöchern.“ Dazu müssten aber Rahmenbedingungen geschaffen werden wie bezahlte Sprachkurse oder die Möglichkeit, sie ein halbes Jahr als ungelernte Kräfte unterhalb des Mindestlohnes an ihre Arbeit heranzuführen.

Den kompletten Beitrag und weitere Hintergründe zum Thema lesen Sie im LVZ-E-Paper sowie in der Printausgabe vom 22. Februar 2016.

Von Kerstin Decker

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