Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Leipziger Georg-Schumann-Straße: Magistralen-Bau wird zur Odyssee

Leipziger Georg-Schumann-Straße: Magistralen-Bau wird zur Odyssee

Der Umbau der Georg-Schumann-Straße zu einer modernen Wohn- und Geschäftsstraße wird nur abschnittsweise erfolgen und sich noch mindestens zehn Jahre hinziehen.

Voriger Artikel
Leipzig legt Manager-Gehälter offen: Das verdienen die Stadtfirmen-Chefs
Nächster Artikel
Diskussion um Leipziger Wagenplätze: Grüne kritisieren „wirtschaftliche Interessen“ der Stadt

Kaputte Fahrbahnen, defekte Gleise, unübersichtliche Verkehrsführung: Der miserable Zustand der Georg-Schumann-Straße wird den Anwohnern noch lange erhalten bleiben. Der etappenweise Umbau soll noch zehn Jahre dauern.

Quelle: André Kempner

Das kündigte jetzt Michael Jana, Chef der Straßenverkehrsbehörde und ab 1. Juni amtierender Leiter des Verkehrs- und Tiefbauamtes, an.

So bringen die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), die bis Mitte September an der Pittlerstraße eine behindertengerechte Haltestelle errichten, ihre Gleisanlagen und Haltepunkte ab 2015 lediglich zwischen Wartenburg- und Linkelstraße sowie zwischen Annaberger und der Straße Am Zuckmantel auf Vordermann. 2018 sei die Strecke zwischen Chausseehaus und Böhmestraße an der Reihe. Ab 2020 planten die LVB den Abschnitt zwischen Slevogt- und Kirschbergstraße. Die Bereiche zwischen der Brücke über die S-Bahn-Trasse und der Wiederitzscher Straße sowie zwischen Linkelstraße und Straße Am Zuckmantel kämen nicht vor 2025 dran, vier weitere Abschnitte der Georg-Schumann-Straße sogar noch erheblich später.

Diese Stückwerk stieß auf dem Forum über die Zukunft der Magistrale im Nordwesten, zu dem der CDU-Ortsverband Leipzig-Nord eingeladen hatte, auf viel Kritik. Johannes Hähle, er saß von 1994 bis 2004 für die CDU im Stadtrat, bezeichnete den so geplanten Umbau als Torso. "Auch die neuen Haltestellen behindern den Verkehr erheblich, weil sie Autostaus verursachen und die Feinstaubbelastung durch das ständige Anfahren in die Höhe treiben", konstatierte er. "Die Stadtratsfraktion der CDU hatte 2011 den Antrag eingebracht, die Verkehrsführung in der Georg-Schumann-Straße neu zu gestalten", erklärte Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Leipzig-Nord, Wolf-Dietrich Rost. Danach begann die Testphase mit der Markierung von Fahrradspuren auf beiden Seiten der Trasse. Und diese sei mittlerweile abgeschlossen. Jetzt lägen fundierte Erkenntnisse vor, die Jana offenbaren solle.

Der Verkehrsexperte betonte, dass der Test zwischen Chausseehaus und Slevogtstraße mit positiver Bilanz abgeschlossen und in eine dauerhafte Phase gemündet ist. Hier und da müssten noch kleine Korrekturen vorgenommen werden, vor allem zwischen Chausseehaus und Lützowstraße, wo sich die Bahn mit den Autos die Fahrspur teilt und in Spitzenzeiten mit im Stau steht. Indes die Fahrradstreifen sollen bleiben, durch das Streichen von Parkflächen könnte mehr Platz geschaffen werden. "Insgesamt wurde die Verkehrssicherheit erhöht und ein sprunghafter Anstieg des Radverkehrs registriert", urteilte Jana.

Zur Bilanz gehöre auch das Einrichten einer Tempo-30-Zone in der Kirschberg-, Möckernschen- und Berggartenstraße. Hier wurden Haupt- zu Anliegertrassen umgewidmet. "Das Verkehrsaufkommen", so Jana, "reduzierte sich um 27 Prozent." Unerfreulicher Effekt: Der Verkehr fließt zur parallel verlaufenden Georg-Schumann-Straße zurück und nicht, wie ursprünglich gehofft, zur Max-Liebermann-Straße, der neuen Bundesstraße 6. "Wir wollen deshalb auch die Kreuzung an der Pittlerstraße so gestalten, dass Autofahrer hier mehr als bisher den Weg über den Mittleren Ring einschlagen", sagte Jana.

CDU-Stadtrat Konrad Riedel monierte den bereits abgeschlossenen Umbau am Huygensplatz. Die Betonwürfel als Sitzfläche seien für Senioren eine Zumutung. Die Linienbusse der LVB kämen geradeso aneinander vorbei, wenn dort ein Fahrzeug parkt, gehe gar nichts mehr. Jana sagte zu, ein Parkverbot zu überprüfen. Riedel kritisierte, dass mit den Radfahrern eine Verkehrsgruppe bevorzugt werde. "Die Stadtverwaltung hat für diese Gruppe mehr Geld ausgegeben, als der Stadtrat beschlossen hat", äußerte er. Jana begründete dies damit, dass Radverkehrsanlagen durchgängig und nicht abschnittsweise gebaut werden müssten. Auch der Forderung von Rost, den Radverkehr auf Nebenstraßen zu verlegen, erteilte er eine Absage. Jana: "Radfahrer nehmen Umwegtrassen nicht an."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.05.2014

Günther Gießler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Historische Leipzig - in Text und Bildern.

Auf Zeitreise in Leipzig: So war es früher in der Messestadt. mehr

  • VDE 8 - Alle Infos und Fakten

    Am 10. Dezember eröffnete Deutschlands größte Bahnbaustelle, das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8 - hier gibt es Infos, Hintergründe und Foto... mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

Wie weiter nach der Grundschule? Unsere Übersicht aller Gymnasien, Oberschulen und Freien Schulen in Leipzig will Eltern bei der Auswahl der passenden Bildungseinrichtung für ihr Kind unterstützen. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album 2
    Leipzig-Album 2

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

Wie wohnt es sich in einem Bahnhof, einer Kirche oder einer alten Schnapsbrennerei? Die siebenteilige Multimedia-Serie stellt besondere Häuser rund um Leipzig vor. mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr