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Lokales Leipziger Georg-Schumann-Straße: Magistralen-Bau wird zur Odyssee
Leipzig Lokales Leipziger Georg-Schumann-Straße: Magistralen-Bau wird zur Odyssee
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20:24 30.05.2014
Kaputte Fahrbahnen, defekte Gleise, unübersichtliche Verkehrsführung: Der miserable Zustand der Georg-Schumann-Straße wird den Anwohnern noch lange erhalten bleiben. Der etappenweise Umbau soll noch zehn Jahre dauern. Quelle: André Kempner

Das kündigte jetzt Michael Jana, Chef der Straßenverkehrsbehörde und ab 1. Juni amtierender Leiter des Verkehrs- und Tiefbauamtes, an.

So bringen die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), die bis Mitte September an der Pittlerstraße eine behindertengerechte Haltestelle errichten, ihre Gleisanlagen und Haltepunkte ab 2015 lediglich zwischen Wartenburg- und Linkelstraße sowie zwischen Annaberger und der Straße Am Zuckmantel auf Vordermann. 2018 sei die Strecke zwischen Chausseehaus und Böhmestraße an der Reihe. Ab 2020 planten die LVB den Abschnitt zwischen Slevogt- und Kirschbergstraße. Die Bereiche zwischen der Brücke über die S-Bahn-Trasse und der Wiederitzscher Straße sowie zwischen Linkelstraße und Straße Am Zuckmantel kämen nicht vor 2025 dran, vier weitere Abschnitte der Georg-Schumann-Straße sogar noch erheblich später.

Diese Stückwerk stieß auf dem Forum über die Zukunft der Magistrale im Nordwesten, zu dem der CDU-Ortsverband Leipzig-Nord eingeladen hatte, auf viel Kritik. Johannes Hähle, er saß von 1994 bis 2004 für die CDU im Stadtrat, bezeichnete den so geplanten Umbau als Torso. "Auch die neuen Haltestellen behindern den Verkehr erheblich, weil sie Autostaus verursachen und die Feinstaubbelastung durch das ständige Anfahren in die Höhe treiben", konstatierte er. "Die Stadtratsfraktion der CDU hatte 2011 den Antrag eingebracht, die Verkehrsführung in der Georg-Schumann-Straße neu zu gestalten", erklärte Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Leipzig-Nord, Wolf-Dietrich Rost. Danach begann die Testphase mit der Markierung von Fahrradspuren auf beiden Seiten der Trasse. Und diese sei mittlerweile abgeschlossen. Jetzt lägen fundierte Erkenntnisse vor, die Jana offenbaren solle.

Der Verkehrsexperte betonte, dass der Test zwischen Chausseehaus und Slevogtstraße mit positiver Bilanz abgeschlossen und in eine dauerhafte Phase gemündet ist. Hier und da müssten noch kleine Korrekturen vorgenommen werden, vor allem zwischen Chausseehaus und Lützowstraße, wo sich die Bahn mit den Autos die Fahrspur teilt und in Spitzenzeiten mit im Stau steht. Indes die Fahrradstreifen sollen bleiben, durch das Streichen von Parkflächen könnte mehr Platz geschaffen werden. "Insgesamt wurde die Verkehrssicherheit erhöht und ein sprunghafter Anstieg des Radverkehrs registriert", urteilte Jana.

Zur Bilanz gehöre auch das Einrichten einer Tempo-30-Zone in der Kirschberg-, Möckernschen- und Berggartenstraße. Hier wurden Haupt- zu Anliegertrassen umgewidmet. "Das Verkehrsaufkommen", so Jana, "reduzierte sich um 27 Prozent." Unerfreulicher Effekt: Der Verkehr fließt zur parallel verlaufenden Georg-Schumann-Straße zurück und nicht, wie ursprünglich gehofft, zur Max-Liebermann-Straße, der neuen Bundesstraße 6. "Wir wollen deshalb auch die Kreuzung an der Pittlerstraße so gestalten, dass Autofahrer hier mehr als bisher den Weg über den Mittleren Ring einschlagen", sagte Jana.

CDU-Stadtrat Konrad Riedel monierte den bereits abgeschlossenen Umbau am Huygensplatz. Die Betonwürfel als Sitzfläche seien für Senioren eine Zumutung. Die Linienbusse der LVB kämen geradeso aneinander vorbei, wenn dort ein Fahrzeug parkt, gehe gar nichts mehr. Jana sagte zu, ein Parkverbot zu überprüfen. Riedel kritisierte, dass mit den Radfahrern eine Verkehrsgruppe bevorzugt werde. "Die Stadtverwaltung hat für diese Gruppe mehr Geld ausgegeben, als der Stadtrat beschlossen hat", äußerte er. Jana begründete dies damit, dass Radverkehrsanlagen durchgängig und nicht abschnittsweise gebaut werden müssten. Auch der Forderung von Rost, den Radverkehr auf Nebenstraßen zu verlegen, erteilte er eine Absage. Jana: "Radfahrer nehmen Umwegtrassen nicht an."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.05.2014

Günther Gießler

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