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Lokales Leipziger Gesundheitsamt hofft auf Eindämmung der Masern in den Winterferien
Leipzig Lokales Leipziger Gesundheitsamt hofft auf Eindämmung der Masern in den Winterferien
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09:27 15.02.2017
Das Gesundheitsamt empfiehlt eine Impfung zum Schutz gegen das Masern-Virus. Quelle: dpa
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Leipzig

Zwei Jahre ist es her, dass eine Masernwelle Leipzig erreichte. Nun tritt das Virus wieder vermehrt in der Messestadt auf. Nach neuesten Zahlen haben sich bereits 31 Menschen infiziert. Bei drei weiteren besteht der Verdacht. „Wir sind bisher etwas heftiger dabei als 2015“, sagt Nils Lahl, Referatsleiter im Leipziger Gesundheitsamt.

Die Winterferien kommen gerade recht

Hoffnung machen die am Montag gestarteten Winterferien, weil sich für Lehrer, Kinder und Schulmitarbeiter die Infektionskontakte reduzieren. Schon bei der vorherigen Welle waren die Fallzahlen während der freien Tage im Februar nach unten gegangen. Gestoppt wurde der Virus damals in den Osterferien.

Tätigkeits- und Besuchsverbot nach Masernkontakt

Verlassen will man sich darauf beim Gesundheitsamt freilich nicht. Bei Masernfällen in öffentlichen Einrichtungen gibt es klare Richtlinien und Maßnahmen, die im Infektionsschutzgesetz festgehalten sind. So müssen Erkrankte mindestens fünf Tage nach dem ersten Auftreten des Masern-Exanthems, den typischen roten Hautflecken, zu Hause bleiben. So lange gelten sie als ansteckend. „Zudem werden Tätigkeits- und Besuchsverbote für all jene ausgesprochen, die Kontakt mit einem Masernpatienten hatten und nicht ausreichend vor einer Infektion geschützt sind“, erklärt Lahl.

Lob für öffentliche Einrichtungen

Diese Verbote gelten für 16 Tage nach dem letzten Kontakt mit einem Masernpatienten oder so lange bis Immunität – sei es durch eine überstandene Erkrankung oder eine Impfung –nachgewiesen werden kann. Nur durch konsequente Beachtung dieser Regeln könne, so Lahl, ein starker Anstieg der Infektionszahlen vermieden werden. In diesem Zusammenhang lobte der Referatsleiter die Zusammenarbeit mit Schulen, Kitas und anderen öffentlichen Einrichtungen: „Wäre dort die Kooperationsbereitschaft nicht so hoch, sähe es in Leipzig wahrscheinlich anders aus.“

Ein kategorisches Besuchs- und Tätigkeitsverbot für Menschen ohne ausreichenden Schutz auszusprechen, ist auch während einer Masernwelle nicht möglich. „Es muss Verhältnismäßigkeit gewahrt werden und für solche Maßnahmen gibt es keine rechtliche Grundlage“, erklärt Lahl.

Impfung weiterhin sinnvoll

Als schwer kontrollierbar gilt zudem der private Umgang mit dem Virus. „Es gibt definitiv Menschen, die sehr nachlässig sind“, sagt Lahl und appelliert an die Vernunft. Jeder sollte seinen Impfschutz überprüfen. Für Menschen, die nicht immun und mit Masern in Kontakt gekommen sind, empfiehlt Lahl eine sogenannte Regelungsimpfung: „Sie kann das Immunsystem in Bewegung bringen, und so unter Umständen eine Infektion vermeiden.“ Dies sei aber nur 48 bis 72 Stunden nach dem Kontakt sinnvoll.

Von Anton Zirk

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