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Leipziger Gose bekommt eigenen Feiertag

International Happy-Gose-Day Leipziger Gose bekommt eigenen Feiertag

Leipziger Bierfreunde haben einen internationalen Feiertag für Gose ausgerufen. Keine Schnapsidee: Denn angesichts des Craft-Beer-Trends entwickelt sich das Leipziger Nationalgetränk auch weltweit zum Publikumsliebling. Kneipen begrüßen die Idee.

Gosen-Vielfalt im Getränkeregal (hier: Getränkefeinkost in der Härtelstraße): Das Leipziger Kultbier soll einen eigenen Feiertag bekommen.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Es gibt den Welt-Wassertag, den Welt-Milchtag, den Internationalen Tag des Bieres und den Welt-Kaffee-Tag. Aber einen internationalen Feiertag für saures, obergäriges Bier? So etwas fehlte bisher noch im Kalender. Das dachten sich auch einige Bier-Liebhaber aus Leipzig – und riefen nun kurzerhand den International Happy-Gose-Day aus. Am 17. November 2016 soll sich bei Bierfreunden weltweit alles um das Leipziger Nationalgetränk drehen.

„Auf die Idee gekommen sind wir in Bierlaune“, gibt Sebastian, einer der Köpfe hinter dem Blog „Bier in Leipzig“, augenzwinkernd zu. „Wir hatten im Herbst einen schon seit Längerem geplanten Gose-Test für unseren Blog organisiert. Und da Gose in den vergangenen Jahren gerade international durch die Decke gegangen ist, fanden wir die Idee einfach passend.“

Die Gose vom Bayerischen Bahnhof ist einer der Leipziger Klassiker

Die Gose vom Bayerischen Bahnhof ist einer der Leipziger Klassiker.

Quelle: Dirk Knofe

Tatsächlich verspricht die weltweite Sortenvielfalt ein breites Publikum für einen Internationalen Gose-Tag. Sebastian schätzt, dass Craft-Beer-Brauer auf der ganzen Welt mittlerweile eine Auswahl von wenigstens 1.000 Gose-Sorten im Angebot haben. „Da gibt es derzeit einen richtigen Hype. Vor allem in den USA ist ein riesiger Markt für Gose aufgepoppt“, erklärt er. Die amerikanischen Klein-Brauer hätten das Bier in Deutschland eingekauft und dann versucht, ihre eigenen Variationen nachzubrauen – mit steigendem Erfolg.

Das Leipziger Nationalgetränk

Die Gose stammt, wie der Name bereits erahnen lässt, aus Goslar. Bereits 996 soll der Legende nach Kaiser Otto III. das obergärige Bier gelobt haben, die erste bestätigte Erwähnung datiert auf das Jahr 1332. Ihren Weg nach Leipzig fand die Gose 1738, als Fürst Leopold der I. von Anhalt-Dessau der Legende nach das Bier in der Messestadt etablierte. Um 1900 war Gose das meistgetrunkene Bier der Stadt. In DDR brach der Konsum ein, Ende der 1950er-Jahre wurde zum vorerst letzten Mal Gose in Leipzig ausgeschenkt. Seine Renaissance erlebte das Getränk mit der Wiedereröffnung der Gosenschenke „Ohne Bedenken“ 1986 in Gohlis. Mittlerweile wird das Leipziger Nationalgetränk in zahlreichen Lokalen der Stadt ausgeschenkt, zu deren bekanntesten neben der Gohliser Gosenschenke auch die Gosebrauerei im Bayerischen Bahnhof zählt.

Der Gose-Tag ist dabei bei Weitem nicht der einzige internationale Tag, der sich einer bestimmten Biersorte widmet. „Es gibt etwa auch einen India-Pale-Ale (IPA)- und einen Stout-Tag“, berichtet Sebastian. „Beim IPA-Tag werden etwa unter einem entsprechenden Hashtag von Leuten auf der ganzen Welt Fotos von verschiedenen Sorten gepostet. Daraus entsteht einfach ein witziges Gemeinschaftsgefühl - vor dem Bier sind eben alle gleich“, grinst er.

Etwas Ähnliches wünschen sich Sebastian und seine Mitstreiter auch für den Gose-Tag. „Wie cool wäre es denn, wenn nicht nur Leipziger, sondern auch Leute aus Vancouver oder San Francisco unter dem Gose-Hashtag posten würden? Und wenn sich abends dann vielleicht drei oder vier Kneipen in Leipzig mit speziellen Aktionen beteiligen würden, wäre das großartig“, beschreibt er seine Hoffnung für den Feiertag.

Ein Kneipenwirt, der in jedem Fall beim Gose-Tag mitmischen würde, ist Jann von Brelie. „Ich finde die Idee hervorragend. Gose ist so ein spezieller und schöner Bierstil und gerade in Leipzig und Amerika sehr beliebt – das verdient einen eigenen Feiertag“, betont der Inhaber der ersten Leipziger Craft-Beer-Bar „Goldhopfen“, der unter dem Label „Weiße Elster“ auch selbst Biere kreiert. Einige Ideen, wie man den Tag in seiner Bar gebührend begehen könnte, hat von Brelie auch schon: „Für uns als Craft-Brauer wäre das natürlich die Gelegenheit, einmal selbst eine Gose zu brauen und an dem Tag erstmals zu präsentieren. Auch ein Tasting mit verschiedenen internationalen Sorten könnte ich mir gut vorstellen.“

Matthias Richter, Braumeister im Bayerischen Bahnhof, findet die Idee zum Gose-Tag „witzig und unterstützenswert“

Matthias Richter, Braumeister im Bayerischen Bahnhof, findet die Idee zum Gose-Tag „witzig und unterstützenswert.“

Quelle: Dirk Knofe

„Ich finde die Idee witzig und unterstützenswert“, sagt auch Matthias Richter, Braumeister im Bayerischen Bahnhof, wo das Gebräu seit kurz nach der Wende hergestellt und ausgeschenkt wird. Er hat ebenfalls den wachsenden Trend zur Gose bemerkt. „Mich wundert eigentlich nur, dass das nicht schon früher los ging.“ Immerhin sei die Brauspezialität einer der ältesten Bierstile überhaupt und gerade im Ausland ein absoluter Renner. Ob der Bayerische Bahnhof sich mit einer speziellen Aktion am Gose-Tag beteiligen würde, steht noch nicht fest. Die Entscheidung darüber liege bei der Geschäftsführung.

Jens Gröger von der Gosenschenke „Ohne Bedenken“ in Gohlis steht dem Feiertag ebenfalls positiv gegenüber. „Ich finde die Idee sehr sympathisch“, so der Gosenwirt. Er könnte sich durchaus vorstellen, etwa eine speziell für diesen Tag entwickelte Gose-Mischung anzubieten. Gröger berichtet ebenfalls von einem gestiegenen Interesse gerade ausländischer Gäste. „Wir hatten auch schon einen amerikanischen Brauer zu Gast, der nach unserem Rezept gefragt und uns auch seine eigene Gose-Variante zum Probieren geschickt hat. Die war gut, aber natürlich kein Vergleich zum Leipziger Original“, schmunzelt er – und freut sich schon jetzt auf ein vielstimmiges „Goseanna!“ am 17. November.

Von bfi

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