Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Leipziger Grassimuseum erhält millionenschweren Porzellan-Schatz

Großzügige Schenkung Leipziger Grassimuseum erhält millionenschweren Porzellan-Schatz

Das Leipziger Grassi-Museum für Angewandte Kunst kann sich über eine der größten Schenkungen der jüngeren Vergangenheit freuen. Rund 330 Exponate von seltenem Meißner Porzellan wurden am Freitag präsentiert. Die Sammlung, deren Wert bei knapp 1,2 Millionen Euro liegt, enthält auch einige echte Schätze.

Viele der präsentierten Exponate zeigen Bemalungen mit ostasiatischem Einfluss.
 

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig.  „Das ist für uns wie eine Extra-Bescherung zum Weihnachtsfest“, erklärt Dr. Olaf Thormann. Der Direktor des  Grassi Museums für Angewandte Kunst in Leipzig blickt mit sichtlichem Stolz auf die vor ihm aufgereihten Tassen und Kannen.

Die Stücke sind Teil einer neuen Schenkung von Meißner Porzellan, die am Freitag in der Dauerausstellung des Museums präsentiert wurde. Rund 330 Exponate, der Großteil davon aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, umfasst die Sammlung.

Mit Kennerblick zusammengestellte Schätze

Überlassen wurden die Stücke dem Grassimuseum vom Sammlerehepaar Lübke, zu dem das Haus schon seit den 90er-Jahren eine enge Verbindung pflegt. „Diethard und Regina Lübke haben die Werke über viele Jahre mit echtem Kennerblick zusammengetragen“, berichtet Olaf Thormann. „Unter den Exponaten sind auch Teile des Grabowski-Service aus der Provenienz des Sammlers Victor Klemperer, die nun über eine Auktion in London wieder in ihre sächsische Heimat zurückgekehrt sind.“ Insgesamt beläuft sich der Wert der Schenkung laut Museum auf knapp 1,2 Millionen Euro.

Doch es ist nicht der materielle Wert, der die Gaben zu etwas ganz Besonderem macht, wie Olaf Thormann erläutert. „Eine Sammlung in einer solchen Konzentration und Qualität ist eine echte Sternstunde. Das Museum kann Stolz darauf sein“, betont er.

Neben Tee- und Kaffeservices enthält die Sammlung auch Schokoladenkannen, Schalen, Teller und Doppelhenkelbecher, sowie zahlreiche ostasiatische Porzellane. Zudem finden sich auch 24 Glaspokale, eine Vielzahl von Grafiken und historische Bücher unter den Exponaten. Viele der gezeigten Motive gehen auf den sogenannten „Schulz-Codex“ zurück, eine Sammlung von Musterblättern, an denen sich die Porzellanmaler bei ihrer Arbeit orientierten. Bemalt wurde der Großteil der Werke aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur Meißen von Johann Gregorius Höroldt und Mitarbeitern seiner Werkstatt.

„Schenkung drängt ans Licht der Öffentlichkeit

Das absolute Highlight der Sammlung bildet aber ein erstklassig erhaltenes, vollständiges Reiseservice von 1728, das in einem originalen ledergeprägten Koffer präsentiert wird. „Das ist Augsburger Goldmalerei“, erläutert Dr. Thomas Rudi die kunstvollen Zeichnungen und Verzierungen auf den Tassen und

Ein erstklassig erhaltenes Reiseservice bildet das Highlight der Sammlung

Ein erstklassig erhaltenes Reiseservice bildet das Highlight der Sammlung.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Tellern. „Das Porzellan wurde damals in Meißen gefertigt, nach Augsburg zum Bemalen gesandt und dann wieder zurück transportiert.“ Bedenke man die oft beschwerliche und unbequeme Reise per Pferdekutsche, ist der exzellente Zustand des Service umso bemerkenswerter. Das gelte im Übrigen für die gesamte Sammlung. „Bis auf ein paar kleinere aber restaurierte Schäden sind die Exponate in nahezu perfektem Zustand“, freut sich der Kurator der historischen Sammlung.

Darüber, wie eine der größten Schenkungen der letzten Jahre im Grassimuseum angemessen präsentiert werden kann, wurde laut Olaf Thormann bereits beraten. So überlege das Museum, die schönsten Stücke im Laufe des kommenden Jahres in einer eigenen Vitrine auszustellen. Auch über eine mögliche Sonderausstellung, um den Schatz in Gänze zu zeigen, werde man sicher nachdenken, so Thormann. „Wir begreifen die Schenkung auch als Verpflichtung. Sie drängt förmlich ans Licht der Öffentlichkeit.“ Im Magazin verschwinden würden die Kostbarkeiten mit Sicherheit nicht.

Von bfi

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr

LVZ-Reportage zu Crystal Meth in Sachsen

Die große Multimedia-Reportage berichtet über Crystal-Abhängige, Suchtberater und Drogenfahnder. mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2016

    Sport frei!, heißt es auch 2016 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr