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Lokales Leipziger Hebamme wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht - „Und dann starb der kleine Mann“
Leipzig Lokales Leipziger Hebamme wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht - „Und dann starb der kleine Mann“
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18:42 11.10.2011
Die Hebamme muss sich vor dem Amtsgericht Leipzig verantworten. Quelle: Inge Engelhardt
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Leipzig

Ihr Baby wurde schließlich per Notkaiserschnitt auf die Welt geholt. Zu spät, der kleine Tony war da bereits hirntot. Die Hebamme machte vor dem Amtsgericht Leipzig von ihrem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern. Ihr Anwalt Jan Braun will einen Freispruch erreichen.

Staatsanwältin Tanja Lötschert sagte, die erfahrene Hebamme hätte erkennen müssen, dass bei der Frau ein Riss der Gebärmutter drohte. Schon die erste Tochter der Mutter war nach einem komplizierten Kaiserschnitt geboren worden. Bei solchen Patienten sei das Risiko erhöht. Es sei versäumt worden, die Herztöne des an sich gesunden, ungeborenen Babys sorgfältig zu überwachen.

Die 33 Jahre alte Mutter von Tony schilderte als Zeugin das dramatische Geschehen am 27. September 2008. Wegen stechender Schmerzen sei sie in die Uniklinik gefahren. Der Geburtstermin des Babys sollte eigentlich fünf Wochen später sein. In der Klinik habe man sie beruhigt: Das seien Senkwehen. „Vom ersten Moment, als ich in die Klinik kam, konnte jeder sehen, dass ich starke Schmerzen hatte“, sagte sie.

Bis zum Abend habe sich die Situation verschlimmert, berichtete die Frau mit leiser Stimme. Schließlich habe sie noch einen letzten, unerträglich starken Schmerz gespürt. Die Gebärmutter war gerissen, das Kind rutschte in die Bauchhöhle und wurde nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Herztöne waren kaum noch zu hören. „Und dann starb der kleine Mann in meinem Bauch und ich habe es nicht mal gemerkt“, sagte die Mutter. Die anschließende Not-OP kam zu spät.

Vor dem Gerichtssaal hatten Tonys Eltern erklärt, sie wünschten sich Aufklärung und einen „Schuldspruch in irgendeiner Weise“. „Mein Sohn kann nicht wieder lebendig werden“, sagte die Frau. Sie ist inzwischen noch einmal Mutter geworden. Der kleine Junge kam im März dieses Jahres auf die Welt - wieder mit einem Kaiserschnitt. Für den Prozess sind vier Verhandlungstage angesetzt.

dpa

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