Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipziger Hotelbranche lehnt Bettensteuer ab – Abgabe muss Tourismus fördern
Leipzig Lokales Leipziger Hotelbranche lehnt Bettensteuer ab – Abgabe muss Tourismus fördern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 10.11.2016
Noch ohne Steuer: Wiebke Kuschel (links) und Ingrid Handschuh machen die Betten im Hotel Fürstenhof. Die Linken schlagen vor, dass Touristen für die Übernachtung in Leipziger Hotels künftig eine Beherbergungssteuer zahlen müssen. Die SPD erwägt hingegen eine Gästetaxe. Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig


„Die Politiker sollten erst einmal dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen für den Tourismus stimmen“, so Retsch. So gebe es weder ausreichend Busparkplätze noch genügend öffentliche Toiletten, auch über Verspätungen bei S-Bahn und Straßenbahn würden sich viele Gäste immer wieder aufregen. Er halte es für verwerflich, mit Dresden als Beispiel für die Bettensteuer zu argumentieren. „Dort sind die Gästezahlen rückläufig – nicht nur wegen Pegida.“ So würden viele Touristen in Meißen oder Plauen übernachten, um dann zum Stadtbummel nach Dresden zu fahren. „Natürlich sind wir dagegen, wie im Mittelalter Gäste am Tor um einen Taler zu bitten. Wir können mit keiner Preiserhöhung, die den Verbraucher belastet, zufrieden sein“, ergänzt Axel Erhardt, Sprecher der Leipziger Hotel-Allianz.

Als Direktor des hiesigen Hotels Mercure am Johannisplatz kennt er Beispiele der Kette aus Erfurt. Dort müssten Gäste zwei DIN A4-Blätter ausfüllen, um zu begründen, dass sie Geschäftsreisende sind. Dann falle für sie die „Bettensteuer“ weg. Der bürokratische Aufwand sei hoch und verstoße im Grunde genommen auch gegen den Datenschutz. Betroffen von der Beherbergungssteuer, wie die Linken sie nennen, seien ohnehin nur Touristen – dabei sind nahezu 70 Prozent der Hotelgäste in Leipzig Geschäftsreisende oder Kongressteilnehmer. Retsch verweist darauf, dass die Hotels ohnehin nur an 35 Tagen im Jahr komplett ausgebucht seien

„Eine Steuer fließt in den Haushalt, damit kann die Stadt machen, was sie will“, so Weichert. Wer wirklich die Infrastruktur des Tourismus fördern will, müsse daher die vom Kommunalabgabengesetz ermöglichte Kur- oder Gästetaxe einführen. Die trifft jeden. „Eine Abgabe ist nur dann gut, wenn sie der Entwicklung der Gästezahlen dient“, so Retsch. „Wir haben zwar mehr Übernachtungsgäste, die aber im Vergleich zu anderen Großstädten aufs Jahr bezogen einen niedrigen Durchschnittspreis zahlen.“ Hinzu kommt: Der Hotelmarkt in Leipzig wird ausgebaut – mehr als 500 Hotelzimmer sind seit August dieses Jahres hinzugekommen, mehr als
1000 zusätzliche Hotelzimmer werden es kurz- bis mittelfristig noch sein. Derzeit gibt es 122 Beherbergungsbetriebe mit
15 078 angebotenen Betten.

Retsch hält es auch für kontraproduktiv, die Diskussion nur in Bezug auf Hotels zu führen. Wenn eine Abgabe, dann für alle, die vom Tourismus profitieren. Weichert: „Bei einer Touristenabgabe werden die Unternehmen zur Kasse gebeten – etwa die Busunternehmer.“ Das könne aber ebenso kontraproduktiv sein, falls die dann wegbleiben. Über eine mögliche Abgabe könne man an einem Runden Tisch reden – mit Politikern, allen Betroffenen und Branchenkennern. Ziel müsse es aber sein, den Wirtschaftszweig Tourismus und die Attraktivität der Stadt zu erhöhen.

Von Mathias Orbeck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sie kennen noch Bratapfel, Ofenrohr und Telegramm. Sie erzählen Märchen, backen Kuchen, stopfen Löcher, machen Mut. Sie gehen aber auch zur Arbeit, auf Reisen, treiben Sport – und hüten Enkelkinder. Großeltern sind nicht nur ein biologischer Status. Sie sind Bindeglied zwischen Generationen, vermitteln Werte und Wärme, die es nicht zu kaufen gibt. Innerhalb des Senioren- und Familienselbsthilfevereins (Sefa) sind rund 80 Leipziger als Großeltern ehrenhalber aktiv.

10.11.2016

Das hat es an der Universität Leipzig noch nicht gegeben: Zu Beginn des Wintersemesters sind noch Studienplätze frei in der Medizin und Veterinärmedizin. Diese werden nun verlost.

08.11.2016

Der traditionsreiche Leutzscher Alfred-Kunze-Sportpark geht auf seinen 100. Geburtstag zu. Nachdem die BSG Chemie bereits mit Hilfe seiner Fans Teile sanieren konnte, beantragen SPD und Linke nun auch finanzielle Hilfen der Kommune.

07.11.2016
Anzeige