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Lokales Leipziger Hubschrauberpilot flog zum Busunglück auf der A 10 - Hilfe für Schwerverletzten
Leipzig Lokales Leipziger Hubschrauberpilot flog zum Busunglück auf der A 10 - Hilfe für Schwerverletzten
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12:31 27.09.2010
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Dabei kamen 13 Menschen ums Leben. Der Leipziger Rettungsflieger Martin Handschuh war am Unglücksort. Er hat schon einiges gesehen. Zwanzig Jahre ist der erfahrene Pilot schon im Hubschrauber unterwegs, 13 Jahre fliegt er Rettungseinsätze. Die Eindrücke von den Unfällen verarbeitet der 44-Jährige, indem er darüber spricht. So redet er auch über die Ereignisse vom Sonntag.

Beide Leipziger Rettungshubschrauber waren vor Ort, Handschuh steuerte einen von ihnen. Der Leiter der Luftrettungszentrums Dölzig bei Leipzig flog mit dem Hubschrauber „Christoph 61" und den Kollegen von „Christoph Leipzig" gen Berlin. 40 Minuten dauerte es, bis sie am Unglücksort ankamen. Sie mussten wie auch viele Brandenburger Rettungskräfte helfen, da die Berliner Kollegen aufgrund des schlechten Wetters nicht starten konnten.

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„Dafür, dass so viel los war, war es sehr koordiniert", sagt der Pilot. Die Leipziger wurden von der Bundespolizei eingewiesen, landeten und wurden dann zu einem Sammelpunkt gebracht, wo sie ihren Patienten entgegennahmen. „Der Patient war sehr schwer verletzt. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Das verbietet sich", sagt Handschuh. Die Ärzte versorgten den Verletzten noch vor Ort, um ihn transportfähig zu machen. Dann flog Handschuh ihn in eine Leipziger Klinik. Die Besatzung von „Christoph Leipzig" brachte ihren Patienten in die Charité in die Hauptstadt. Nach drei Stunden war der Einsatz beendet.

Einen ähnlich schweren Unfall wie den am Sonntag hat er schon einmal gesehen: vor drei Jahren auf der A 14 bei Könnern. Damals starben 13 Menschen, nachdem ein Lastwagen ungebremst in einen Reisebus gerast war, der bei stockendem Verkehr langsam gefahren war. „Man sieht als Pilot die ganze Bandbreite an Verletzungen, auch Leichen, die nicht mehr ganz so schön aussehen", sagt der 44-Jährige. Wenn man dann nicht darüber spreche, versuche die Erinnerungen zu vergraben, dann habe man schon einen Fehler gemacht. „Irgendwann kommt es dann nämlich hoch, und dann hat man ein Problem", sagt Handschuh. Die Vorfälle in Könnern habe er mittlerweile verdaut. Nun versucht er das Gleiche mit dem Unglück bei Berlin.    

Michael Dick

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