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Leipziger Hundehalter schlagen Alarm: Wieder Giftköder im Umlauf – Beagle tot

Leipziger Hundehalter schlagen Alarm: Wieder Giftköder im Umlauf – Beagle tot

Im Leipziger Stadtteil Gohlis warnen Hundehalter wieder vor Giftködern. Die Angst nimmt zu, dass es erneut mehrere Tiere treffen könnte, wie bereits vor zwei Jahren im Leipziger Westen.

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Patrick Hergert warnt zusammen mit befreundeten Hundebesitzern vor neuen Giftködern in Leipzig. Sein Beagle "Jake" kam durch Rattengift ums Leben.

Quelle: Regina Katzer

Leipzig. Der Grund: Beagle „Jake“ ist vergangene Woche gestorben, wahrscheinlich an Rattengift. Sein Herrchen Patrick Hergert will zusammen mit befreundeten Hundebesitzern weitere Todesopfer verhindern.

Der 22-Jährige ist fest davon überzeugt: „Die Hundebesitzer müssen wachgerüttelt werden.“ Damit sich nicht das wiederholt, was „Jake“ passiert ist. Deswegen haben Hergert und weitere Tierfreunde rund um die Magdeburger Straße in Gohlis und im Rosental Plakate an Bäumen aufgehängt.

Die Warnungen machen deutlich: „ACHTUNG!! Sie sind wieder unterwegs: Giftstreuer in Leipzig!“ Der Verdacht ist nicht unbegründet. Nicht nur, weil einige Plakate inzwischen wieder abgerissen wurden. Vergangenen Oktober wurde im Westen der Stadt ein Fleischwurststück gefunden, in dem eine giftige Pille steckte. Mit Gift präparierte Hundewürste tauchten zudem 2010 in Böhlitz-Ehrenberg, Burghausen und Rückmarsdorf auf. Mindestens sieben Hunde verloren damals ihr Leben, zahlreiche Katzen und Wildtiere starben an Vergiftungen.

Nach Angaben der Polizeidirektion Leipzig liegen den Beamten derzeit keine Anzeigen wegen Giftködern in der Messestadt vor. Gohliser Hundehalter, die sich untereinander kennen, sind dennoch beunruhigt nach dem Schicksal von Beagle „Jake“.

Vorigen Sonnabend unternahm Patrick Hergert mit seinem Hund eine Fahrradtour von Gohlis über den Clara-Zetkin-Park bis zum Cospudener See und zurück. „Ich bin die Tour im Kopf noch mal durchgegangen“, rekapituliert Hergert. Er habe „Jake“ nur am Cospudener Seeufer frei laufen lassen. „Da könnte es gewesen sein“, meint Hergert. Allerdings sei ihm nichts aufgefallen, was auf einen giftigen Köder hindeutete.

Einen Tag später ging der Gohliser mit seinem Hund noch rund um den Coppiplatz Gassi. Abends ging es dann los: „Plötzlich hat ‚Jake’ gequiekt wie ein Meerschweinchen und immer mehr Wasser aus dem Napf getrunken“, erzählt Hergert. Als der erst zehn Monate alte Beagle schließlich Blut ausschied und erbrach, habe er mit seinem Hund sofort die Kleintierklinik der Universität Leipzig aufgesucht. Zu spät, wie sich herausstellte. „Die Symptome deuten darauf hin, dass es Rattengift gewesen ist“, erinnert sich Hergert an die Diagnose der Tierärzte.

Giftige Hundeköder sind allerdings kein Problem, das sich allein auf Leipzig beschränkt. Der Berliner Tierschutzbeauftragte Klaus Lüdcke kann das bestätigen: „Manchmal sind es Rasierklingen, manchmal ist es Rattengift. An andere Gifte kommt man im Normalfall nicht ran.“

Kurz vor Ostern gingen bei dem Tierschutzbeauftragten in der Bundeshauptstadt über 30 Hinweise auf ausgelegte Köder ein. Drei Hunde starben an Vergiftungen. „Leider beobachten wir das immer wieder“, sagt Lüdcke. Zumal im Frühjahr, wenn es die Menschen in die Natur ziehe.

Die Frage bleibt: Was können besorgte Hundehalter tun, um ihre Vierbeiner zu schützen? „Dem Hund einen Maulkorb anlegen, damit er nichts aufnehmen kann, oder ihn an der Leine lassen“, rät Katrin Thiemicke, die dem Verein Tiernothilfe Leipzig vorsitzt. Wird der Hund von Zitteranfällen geschüttelt, wird er schläfrig, stolpert und stürzt er oder erbricht sich, sei sofort ein Tierarzt aufzusuchen, ergänzt Klaus Lüdcke.

„Jake“ hat das nicht viel geholfen. Patrick Hergert vermutet, dass es sich bei den Tätern um Menschen handelt, die sich über umherliegende Hundehaufen aufregen. Deswegen aber Gift zu streuen, ist für ihn unbegreiflich. „Das ist einfach pervers."

Felix Kretz

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