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Lokales Leipziger Hundeschulen in Existenzangst: Gesetz geändert – teure Prüfung wird fällig
Leipzig Lokales Leipziger Hundeschulen in Existenzangst: Gesetz geändert – teure Prüfung wird fällig
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17:01 13.11.2014
Klaus-Dieter Fuchs von der IG Hundeschulen Leipzig und Umgebung auf dem Trainingsplatz. Er kämpft mit 22 Betrieben für die Zukunft etablierter Einrichtungen. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Gute Idee, finden auch die Leipziger Trainer. Doch plötzlich ist ihre Berufserfahrung nichts mehr Wert. Jetzt kämpfen 22 Einrichtungen der Region in einer Interessengemeinschaft für ihre Zukunft.

Leipzig. Alarmstimmung in Leipziger Hundeschulen: Viele Betreiber sehen ihre Existenz bedroht. Grund ist eine Änderung des Tierschutzgesetzes. Danach müssen die im Berufsbild bisher nicht festgelegten Hundetrainer jetzt einen Sachkundenachweis erbringen. Gute Idee, finden auch die Leipziger Trainer. Doch plötzlich ist ihre Berufserfahrung nichts mehr Wert. Jetzt kämpfen 22 Einrichtungen der Region in einer Interessengemeinschaft für ihre Zukunft.

Hintergrund: Im vergangenen Jahr änderte der Bund das deutsche Tierschutzgesetz, um Hunde vor Fehlbehandlung zu schützen. Die Umsetzung von Paragraf 11 in den Bundesländern sei „willkürlich, unfair und existenzbedrohend“, so Klaus-Dieter Fuchs und Griseldis Kecke-Schorch von der IG Hundeschulen Leipzig und Umgebung am Mittwoch.

Das Leipziger Veterinäramt beruft sich auf einen Erlass des sächsischen Verbraucherschutzministeriums und verlangt eine bundesweit anerkannte Qualifikation. Derzeit seien das die Prüfungen der Tierärztekammern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz und die in Potsdam angebotene Prüfung der Handelskammer und des Berufsverbands der Hundeerzieher sowie die Überprüfung durch einen amtlichen Tierarzt, so Veterinäramtsleiterin Gabriela Leupold auf Anfrage von LVZ-Online. Die zweiteilige Prüfung in Theorie und Praxis kostet insgesamt 900 Euro. Berufspraxis ersetze die Prüfung nicht, befähige die Teilnehmer aber zum Bestehen, heißt es von Seiten der Stadt.

Tausende Euro in die Ausbildung investiert

Die Leipziger Mitglieder der Interessengemeinschaft hätten jedoch bereits viele tausende Euro in eine Ausbildung bei Instituten und etablierten Hundetrainern gesteckt, so Fuchs und Kecke-Schorch. Diese Inhalte deckten sich meist mit der neu geforderten Ausbildung, und die Initiative betont zudem: Die etablierten Hundeschulen seien auch in der Vergangenheit nicht mit dem Tierschutz in Konflikt geraten.

Dazu komme: „Gerade Kollegen, die eine kleine Hundeschule führen oder das nebenberuflich machen, können sich Ausbildung kaum leisten“, so Kecke-Schorch weiter. Sie selbst hilft in ihrer Einrichtung seit zehn Jahren Hunden und Haltern, ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen. Welpenkunde, Familienhund-Ausbildung und Spezialseminare gehören zu ihrem Angebot, das exemplarisch für viele andere steht.

Die Interessengemeinschaft will sich für eine „faire Überprüfung der Fachkompetenz“ einsetzen. Die geltende Verwaltungsvorschrift gebe eine Einzelfallenscheidung her. Außerdem wollen die Betroffenen jetzt Abgeordnete für ihr Anliegen gewinnen und bei den Landesbehörden Einspruch gegen die Umsetzung des Paragraf 11 einlegen. Laut Stadt verliefen Gespräche mit des Veterinäramt und der Landkreise Leipzig und Nordsachsen mit der Interessengemeinschaft zwar konstruktiv. Die Hundetrainer prangern die geltende Praxis aber als mittelalterlichen Ablasshandel an. Griseldis Kecke-Schorch beschreibt die Lage so: „Wir hängen derzeit alle in der Luft.“

Evelyn ter Vehn

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