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Lokales Leipziger Ideenwettbewerb für Existenzgründer: Denk-Getränk als Erfolgsrezept
Leipzig Lokales Leipziger Ideenwettbewerb für Existenzgründer: Denk-Getränk als Erfolgsrezept
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01:00 18.12.2014
2013 stellten die Uni-Studenten Chris Volke (rechts) und Florian Mack ihr Denk-Getränk vor, siegten dann beim Ideenwettbewerb für Existenzgründer und vermarkten nun kräftig ihr Produkt.
Leipzig

Haben sie mit ihrer Brause, die die Leistungsfähigkeit des Gehirns steigern soll, danach eine Bauchlandung hingelegt oder einen galanten doppelten Salto absolviert? Eine Stippvisite.

"Zugegeben, es sieht noch recht kahl hier aus. Aber es ist ja auch alles noch ganz frisch", meint Chris zur Begrüßung und bittet in den Büroraum am Leipziger Westplatz. Außer einem Tisch mit einigen aufgereihten bunten Päckchen sowie einer messingfarbenen Figur daneben steht hier nicht viel. Vor einigen Monaten sind sie eingezogen. "Davor haben Florian und ich alles von zu Hause gemacht." Von den ersten Experimenten mit den konzentrationsfördernden Pflanzenextrakten bis zur Lagerung und dem Versand der Päckchen mit Pulvertütchen. Doch als dann die ersten großen Lieferungen mit Brausebeuteln kamen, war das natürlich nicht mehr möglich. Chris Volke und Florian Macke sind Studenten an der Uni-Fakultät für Wirtschaftswissenschaften - und trotz ihrer 23 Jahre schon findige Geschäftsmänner.

Die beiden sind die Schöpfer der Neuronade, eines Getränkepulvers, das - aufgelöst in Wasser - die Konzentrationsfähigkeit fördern soll. "Wir beide waren Energydrinks und Kaffee in der Prüfungszeit leid. Letztlich machen die einen doch nur hibbelig." Eines Tages sei dann Florians Mutter mit einer Pflanze aus der Gärtnerei zu ihnen gekommen: Mit Brahmi, der Gedächtnispflanze aus Indien, die dort unter Studenten ein echter Renner ist. "Wir probierten die Blätter und waren von der Wirkung begeistert. Wir witterten eine Marktlücke und die Idee für unsere Denk-Brause war geboren." Brahmi ist eigentlich sehr bitter. "Wir experimentierten in unserer Küche zusammen mit einer befreundeten Lebensmitteltechnikerin, um eine gut schmeckende Mischung aus den Brahmi-Blättern, Rosenwurz, Gingko und anderen Pflanzen zu entwickeln. Alles Zutaten, denen in wissenschaftlichen Studien bescheinigt wurden, dass sie die Denkfähigkeit steigern. Dann ging es an die Suche nach einem Hersteller, der unsere Rezeptur in Brausepulver umsetzt", erzählt der Chris von den Anfängen.

Auftrieb habe ihnen dann die LIFE-Auszeichnung gegeben, erzählt Chris und greift zu der Messing-Figur auf dem Tisch, der Siegertrophäe. "Eine echte Bestätigung, dass auch andere Leute die Idee gut finden, und natürlich eine tolle Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen." Das sei wohl der größte Nutzen dieses Wettbewerbs. Er kurbelte auch die mediale Aufmerksamkeit für die Erfindung und ihrer Macher an. Dann folgte ein Bürokratie-Hürdenlauf.

Gewerbliche Steuererklärung und Finanzierungskonzepte sind nun für Chris und Florian kein rotes Tuch mehr. Klar, könnte man meinen, Wirtschaftswissenschaftlern sollten solche Sachen leicht von der Hand gehen. "Die wirklich entscheidenden Dinge, um ein kleines Startup zu gründen, lernt man im Studium aber nicht. Oft liegt der Fokus mehr auf Abläufen in Großunternehmen", bemängelt Chris. Gründer bräuchten hingegen oft andere Fähigkeiten: "Ein Grundkurs in Excel sollte meiner Meinung nach für Wirtschaftswissenschaftler Pflicht werden."

Bei der Konzeption und Gründung des Unternehmens zahlten sich die Hintergrundkenntnisse aus dem Studium zwar aus, aber beim Bewältigen der Bürokratie wären die beiden Jungunternehmer wahrscheinlich ohne die Unterstützung seitens der SMILE-Initiative verzweifelt. Denn nichts erschien ihnen schwieriger, als in Deutschland ein neues Lebensmittel anmelden zu wollen. Auch ein Mentor wurde ihnen zur Seite gestellt und die erste richtige Geschäftsadresse besorgt, um überhaupt mit Kunden oder Lieferanten ins Geschäft kommen zu können. Letztlich brauche es zum Bestehen in der Unternehmenswelt vor allem Zuverlässigkeit, Mut, Ausdauer, Teamfähigkeit und ein ordentliches Marketing, meint Chris.

Facebook und ein Stand auf dem Uni-Campus hätten da wertvolle Dienste geleistet. Ihre Anstrengungen wurden belohnt: Heute betreiben sie einen florierenden Online-Handel und haben dieses Jahr schon mehr als 100 000 Beutelchen ihres Wachmacher-Pulvers verkauft. Gerade beginnen sie ihr Produkt auch über Apotheken zu verkaufen, da nicht nur Studenten, sondern zunehmend auch Senioren die Wirkung des Denk-Getränks für sich entdecken.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.12.2014

Verena Müller

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