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Lokales Leipziger Immobilienmarkt bleibt weitgehend stabil – Einbruch bei Paketverkäufen
Leipzig Lokales Leipziger Immobilienmarkt bleibt weitgehend stabil – Einbruch bei Paketverkäufen
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14:50 06.04.2010
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Leipzig

1,65 Milliarden beziehungsweise 1,75 Milliarden Euro - das waren die Umsatzrekorde in den Jahren 2006 und 2007. Mit dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 2008 fiel der Wert rapide auf 1,1 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr ging es nun noch mal bergab: um 15 Prozent auf 936 Millionen Euro. "Dennoch erweist sich der Leipziger Immobilienmarkt als insgesamt stabil", sagte Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung des Grundstücksmarktberichtes 2009. "Der deutliche Umsatzrückgang ist ausschließlich auf ein Marktsegment zurückzuführen: die Paketverkäufe von bebauten Grundstücken. Und das sehen wir mit einem weinenden, aber auch einem lachenden Auge." In den Hochzeiten haben meist ausländische Investoren hunderte oder gar tausende Wohnungen in großen Paketen erworben, erinnerte zur Nedden. Einige davon seien nur an kurzfristig hohen Renditen interessiert gewesen, nicht an einer langfristigen Pflege der Bestände. Der Absturz bei den Paket-Verkäufen sei bundesweit als Folge der Krise und einer neuen Banken-Politik zu beobachten. "Es gibt in Leipzig aber auch schon wieder positive Anzeichen für seriöse Abschlüsse."

Konkret wechselten 2009 in Leipzig 19 Immobilien-Pakete für insgesamt 31 Millionen Euro den Besitzer. Im Vorjahr waren es noch 47 Pakete für 196 Millionen Euro. "Die Differenz entspricht ziemlich genau jenem Betrag, um den der Gesamtumsatz zurückgegangen ist", erläuterte Matthias Kredt, Leiter des Amtes für Geoinformation und Bodenordnung. "Nahezu unverändert zeigt sich hingegen zum Beispiel der Teilmarkt für Eigenheim- und Stadthausgrundstücke, wo der Umsatz erneut bei gut 60 Millionen Euro lag." Nach wie vor das größte Stück im Leipziger Immobilien-Kuchen stellen Eigentumswohnungen dar. Mit 442 Millionen Euro gab der Umsatz 2009 zwar leicht (um drei Prozent) gegenüber dem Vorjahr nach. Jedoch stiegen die durchschnittlichen Preise beim Erstverkauf von Wohnungen in Denkmalschutz-Objekten von 2082 auf 2147 Euro pro Quadratmeter. "In der Spitze werden sogar 3000 Euro gezahlt", berichtete Gernot Weiß vom unabhängigen Gutachterausschuss der Stadt Leipzig, dem alle Transaktionen gemeldet werden müssen. "Der Erstverkauf ist aber immer noch als reiner Anlegermarkt zu betrachten. Das heißt, hier kommen fast ausschließlich nicht ortsansässige Erwerber zum Zuge, die Steuervorteile aus Denkmalabschreibungen nutzen."

Noch zwei bis fünf Jahre dürfte Leipzig von diesem Boom profitieren und damit immer mehr Bauruinen vor dem Abriss gerettet werden, meinte Kredt. "Im Musikviertel oder der August-Bebel-Straße gibt es schon einige Beispiele für Geschosswohnungsbau. Nachdem dieses Segment zehn Jahre lang am Boden lag, sind das aber noch zarte Pflänzchen, die sich erst aber einer Kaltmiete ab sieben Euro aufwärts lohnen dürften." Stadtweit bewege sich die durchschnittliche Kaltmiete jetzt bei etwa fünf Euro. "Das reicht nicht, um die Lücken in den Gründerzeit-Straßenzügen mit großen Häusern zu schließen."

Jens Rometsch

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