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Leipziger Investor kauft den Postbahnhof in Leipzig-Schönefeld

Leipziger Investor kauft den Postbahnhof in Leipzig-Schönefeld

Er ist fast genauso groß wie der Leipziger Hauptbahnhof. Doch noch immer gibt es etliche Einwohner, die gar nicht wissen, dass in Schönefeld - nahe der Brandenburger Brücke - ein gewaltiger, ehemaliger Postbahnhof existiert.

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Acht Stahlbögen überspannen die einstmals größte Bahnpostanlage der Welt in Schönefeld - es sind genauso viele wie beim nahe gelegenen Leipziger Hauptbahnhof.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Dies kann auch nicht verwundern. Denn schon vor 20 Jahren legte die Deutsche Post den Betrieb auf den 16 Bahnsteigen, in den Paketverteilhallen und Verwaltungsgebäuden still.

Seitdem herrscht auf dem 8,3-Hektar-Areal Stille. Doch das dürfte sich nun ändern. Wie Christoph Gröner (46), Chef der hiesigen CG-Gruppe, gegenüber der LVZ bestätigte, hat sein Unternehmen soeben den alten Postbahnhof gekauft. "Wir werden die denkmalgeschützten Bauten erhalten, in den nächsten fünf bis zehn Jahren einen Betrag zwischen 50 und 80 Millionen Euro investieren", sagte er.

Damit besteht erstmals wieder eine realistische Hoffnung, dass die einstmals größte Bahnpostanlage der Welt (siehe Historie) nicht abgerissen werden muss.

Wie berichtet, hatte die Post 2008 alle ihre Bahnanlagen für eine Milliarde Euro an den US-Fonds Lone Star verkauft. Dazu gehörtete auch der Umschlagplatz für Millionen Pakete in Schönefeld, dessen Bahnsteighalle genau wie die vom Hauptbahnhof über acht gewaltige Stahlbögen verfügt. Die Amerikaner hatten jedoch kein Interesse an der Sanierung der Bausubstanz. Vielmehr wollten sie das Grundstück mit einem Gewinn weiterverkaufen. Außer dem aus München stammenden Projektentwickler Peter Kolar, der mit Bauplänen für Eigenheime auf einer Teilfläche scheiterte, fand sich aber lange kein Interessent.

Nun endlich geht mit der Leipziger CG-Gruppe ein in dem Metier erfahrenes Unternehmen an den Start. Bekanntlich holten die 150 Mitarbeiter um Namensgeber Christoph Gröner unter anderem schon das frühere Rübesam-Areal in Plagwitz aus dem Dornröschenschlaf. Auf den 18 Hektar ehemaligem Industriegebiet wurden dort etliche Firmen wie Spreadshirt oder Biodentis angesiedelt. "Auch für das Fachmarkt-Zentrum an der Zschocherschen Straße haben wir jetzt grünes Licht", erzählt der CG-Projektverantwortliche Ulf Graichen (38). "Wir arbeiten nun in doppelter Kolonne und mit zwei Kränen, um die zwei Monate Zeitverzug nach einem Baustopp wieder aufzuholen." Am 1. November soll ein Fitnessstudio auf 1700 Quadratmetern öffnen, bis Jahresende ein Rewe- und ein Penny-Markt im Rohbau stehen.

In Schönefeld will der Investor ebenfalls mit dem Architekturbüro von Peter Homuth (51) zusammenarbeiten. Der Architekt schwärmt bereits von den mehr als einen Hektar großen Dachflächen und den stabilen Geschossböden, die für Schwerlasten mit Eisenkacheln bedeckt wurden. CG-Chef Gröner erinnern die Stahlsäulen in der Bahnsteighalle an Paris: "Sie sind gebogen, geschmiedet und genietet - genau wie beim Eiffelturm."

Zum Nutzungskonzept gibt es erst vage Überlegungen. "Viele Anfragen von Firmen mit LKW-Transporten können wir in Plagwitz nicht mehr bedienen", so Gröner. An der Adenauerallee hingegen wäre das kein Problem. "Vielleicht stellen wir eine Gleisverbindung zum Hauptbahnhof wieder her und richten darauf Shuttles ein, wenn hier eines Tages hunderte Beschäftigte arbeiten."

Die 115 Meter lange Sheddach-Halle nördlich der Bundesstraße sei so gut in Schuss, dass sie sogar sofort vermietbar wäre. Ansonsten kann sich Gröner neben viel Gewerbe auch Logistik, einen Busbahnhof oder ein Asylbewerberheim auf dem Areal vorstellen. "Das alles werden wir zunächst mit den Kammern, Stadt und Wirtschaftsförderung besprechen. Fest steht nur, dass wir hier keinen Einzelhandel ansiedeln, aber sehr wohl einen Mc Donalds und ein Büro für den nebenan trainierenden Fußballklub FC International." Erste Sicherungsarbeiten sollen im Frühjahr 2015 beginnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.10.2014

Jens Rometsch

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